APA - Austria Presse Agentur

Wieder Hausdurchsuchungen bei Maskenhersteller Hygiene Austria

30. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

In der Causa um FFP2-Masken "Made in Austria" hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Mittwoch weitere Hausdurchsuchungen veranlasst. An 15 Standorten in mehreren Bundesländern fanden Razzien von Beamten mehrerer Behörden unter Leitung der WKStA statt.

Der Verdacht richtet sich laut Medienberichten von Mittwochabend gegen die Hygiene Austria, wo bereits im März Hausdurchsuchungen stattgefunden hatten.

"Die WKStA führt ein Ermittlungsverfahren gegen derzeit rund 16 bekannte Personen und weitere unbekannte Täter im Zusammenhang mit dem Verkauf von FFP2-Masken wegen des Verdachts der organisierten Schwarzarbeit sowie des schweren gewerbsmäßigen Betruges", heißt es in der Mitteilung. Im Ausland produzierte FFP2-Masken sollen an einem Unternehmensstandort in Österreich umgepackt und als in Österreich produzierte Masken zu einem höheren Preis verkauft worden sein, so der Verdacht.

Auch der Vorwurf der Schwarzarbeit steht im Raum: Für das Umpacken der FFP2-Masken sollen Personen ohne die erforderliche Anmeldung zur Sozialversicherung tätig gewesen sein. 

160 Einvernahmen

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens habe man seit den Hausdurchsuchungen im März 2021 das dabei umfangreich sichergestellte Beweismaterial ausgewertet und 160 Zeugen- und Beschuldigtenvernehmungen durch die WKStA sowie das LKA Niederösterreich, das Bundeskriminalamt und die Finanzpolizei durchgeführt. Wegen der laufenden Ermittlungen mache die WKStA keine näheren Angaben zu den beschuldigten Personen oder Unternehmen.

Mehrere Online-Medien wie "derstandard.at" und "heute.at" hatten Mittwochabend von Razzien bei der Hygiene Austria berichtet.

Die Hygiene Austria wurde als Gemeinschaftsunternehmen von Palmers und Lenzing zur Herstellung von Corona-Schutzmasken gegründet. Nach Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten ist Lenzing ausgestiegen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam