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Casinos-Chefin Glatz-Kremsner will 2022 abtreten

30. März 2021 · Lesedauer 3 min

Bettina Glatz-Kremsner wird ihren Vertrag bei den Casinos Austria nicht verlängern. Das wurde am Dienstag bestätigt. Wer ihr nachfolgen könnte, ist noch offen.

Die Generaldirektorin der teilstaatlichen Casinos Austria, Bettina Glatz-Kremsner, wird ihren bis April 2022 laufenden Vorstandsvertrag nicht verlängern. Sie habe heute den Aufsichtsrat informiert, dass sie "aus persönlichen Gründen" für eine Verlängerung im kommenden Jahr nicht zur Verfügung stehe, teilten die Casinos Dienstagnachmittag in einer Aussendung mit. Durch die frühzeitige Information bleibe dem Aufsichtsrat ein volles Jahr Zeit für die Nachfolgeregelung.

"Schmerzlichen Verlust" für das Unternehmen

Aufsichtsratspräsident Wolfgang Hesoun sieht einen "schmerzlichen Verlust" für das Unternehmen. Mit Glatz-Kremsner verliere es "die Galionsfigur der letzten Jahre und Jahrzehnte". Auch ÖBAG-Vorstand Thomas Schmid dankt der Spitzenmanagerin für "unermüdliches Engagement, große Sachkenntnis und viel Leidenschaft für die Sache". "Im Namen der Sazka Group als Mehrheitsaktionär des Unternehmens möchte ich Bettina für ihren langjährigen Beitrag und insbesondere für ihre Rolle im Top-Management in manchmal herausfordernden Zeiten danken", so Robert Chvatal, CEO der tschechischen Sazka Gruppe und Vizepräsident des Casinos-Aufsichtsrats.

Bereits gestern hatte der "Kurier" berichtet, dass Glatz-Kremsner ihren Vertrag nicht mehr verlängern werde. Glatz-Kremsner ist seit 30 Jahren bei den Casinos tätig, seit 2010 im Vorstand. Von Juli 2017 bis Ende April 2019 war sie Vizeparteichefin der ÖVP. Am 1. Mai 2019 trat sie ihr Amt als Casinos-Vorstandschefin an. Beim Wechsel von der Finanzvorständin zur Vorstandschefin erhielt sie rund 1,7 Mio. Euro Abfertigung. Ihr CEO-Vertrag läuft noch bis April 2022.

Noch kein Nachfolger bestimmt

Wirtschaftlich hat die Corona-Krise die Casinos Austria heftig getroffen. Glatz-Kremsner verordnete einen strikten Sparkurs, reduzierte Kosten und baute 500 Arbeitsplätze ab. Wer ihr nachfolgen könnte, ist noch offen. Das Nominierungsrecht hat die Staatsholding ÖBAG.

2020 übernahm die tschechische Sazka-Gruppe die Mehrheit an dem teilstaatlichen Glücksspielunternehmen. Für Sazka sitzt der aus Tschechien stammende frühere Erste-Banker Martin Škopek im Casinos-Vorstand.

Glatz-Kremsner  in Schmid-Chats erwähnt

Seit nicht ganz zwei Jahren steht Glatz Kremsner als Generaldirektorin an der Spitze der Casinos. Der Umbau der Chefetage im März 2019 machte sie zur neuen Chefin und Peter Sidlo zum Finanzvorstand. Der frühere FPÖ-Politiker Sidlo war nach nur sieben Monaten wieder abberufen worden - wegen des Verdachts auf Postenschacher und Gesetzeskauf. Auch an Glatz-Kremsner geht die Affäre nicht spurlos vorüber.

Glatz-Kremsner kommt etwa in den Chatprotokollen um ÖBAG-Chef Thomas Schmid vor. Schmid schrieb ihr. "Du wirst dort CEO!" und setzte nach: "Das MUSS klappen". Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) wiederum bedankte sich bei ihr für die Unterstützung Sidlos. Unter anderem deshalb war Glatz-Kremsner auch in den Ibiza-U-Auschuss geladen.

Die WKSta ermittelt gegen sie wegen des Verdacht der Falschaussage. Glatz-Kremsner weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: Redaktion / apb