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Automobilzulieferer MGG mit Sitz in Niederösterreich insolvent

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Der niederösterreichische Automobilzulieferer MGG Herzogenburg GmbH hat am Freitag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten beantragt. Rund 200 Mitarbeiter:innen sind betroffen.

Aktiva von 10,8 Millionen Euro stehen laut Gläubigerschützern Passiva von 75,7 Millionen Euro gegenüber, rund 290 Gläubiger sind betroffen. Ziel sind eine Restrukturierung und der langfristige Fortbestand des Unternehmens mit Sitz im Bezirk St. Pölten.

"Die gegenwärtige Absatzkrise der europäischen Autoindustrie schlägt nun voll auf die Auftrags- und Umsatzentwicklung von MGG durch", wurde mitgeteilt. Das Unternehmen sei "kurzfristig mit wesentlich reduzierten Abnahmezahlen" konfrontiert gewesen. Der daraus folgende Umsatzrückgang könne nicht durch interne Maßnahmen ausgeglichen werden. Laut einer Aussendung des KSV1870 sollen der Verlust eines Großauftrages und die Verzögerung eines wichtigen Projekts zur Insolvenz geführt haben.

Wichtige Autoteile hergestellt

Die Verbindlichkeiten wurden im Antrag vom Unternehmen mit 22,7 Mio. Euro angegeben. Bei Scheitern der Sanierungsbestrebungen und anschließender Liquidation würden sich die Passiva insbesondere aufgrund schlagend werdender Schadenersatzansprüche auf rund EUR 75,7 Mio. erhöhen, teilte der KSV1870 mit. In dieser Summe sind laut Creditreform auch Löhne und Gehälter enthalten. Gläubigern wird ein Sanierungsplan angeboten, der eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vorsieht, wie auch die "NÖN" online berichteten.

MGG Herzogenburg gehört laut eigenen Angaben zu den europaweit führenden Herstellern von Alugussteilen für die Automobilindustrie. Dazu zählen etwa Motorenteile, Fahrwerkskomponenten (wie Achsen und Radträger), Bremssättel und Batteriegehäuse.

Das Unternehmen in seiner heutigen Form wurde 2014 von zwei langjährigen Mitarbeitern im Zuge eines Management-Buy-Outs übernommen und firmierte zunächst als CSA Herzogenburg GmbH. 2017 wurde der Betrieb von der niederländischen MGG-Gruppe gekauft und in diese integriert. Dieser Vorgang wurde 2021 abgeschlossen. Der Firmenwortlaut wurde in der Folge auf MGG Herzogenburg GmbH geändert.

ribbon Zusammenfassung
  • Der niederösterreichische Automobilzulieferer MGG Herzogenburg GmbH hat am Freitag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht St. Pölten beantragt.
  • Das Unternehmen mit Sitz im Bezirk St. Pölten beschäftigt derzeit laut einer Aussendung rund 200 Mitarbeiter.
  • Aktiva von 10,8 Millionen Euro stehen laut Gläubigerschützern Passiva von 75,7 Millionen Euro gegenüber, rund 290 Gläubiger sind betroffen.

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