APA - Austria Presse Agentur

Analyse: Klimakrise kostet G7-Länder mehr Wirtschaftskraft als Corona-Krise

07. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Das Nichtergreifen von Klimaschutzmaßnahmen könnte der Wirtschaft der G7-Staaten mehr schaden als die Corona-Krise, warnt Oxfam.

Ohne ehrgeizigere Maßnahmen in Sachen Klimaschutz könnte die Wirtschaft der G7-Staaten erheblich geschwächt werden, warnt die Organisation Oxfam. Bis zum Jahr 2050 könnten die G7 im Schnitt 8,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung einbüßen, geht aus Berechnungen hervor, die auf einer Analyse von Swiss Re basieren. Deshalb sollten sich die Staats- und Regierungschefs der G7 bei ihrem kommenden Gipfel in Cornwall auf eine raschere und stärkere CO2-Reduktion einigen, will Oxfam.

G7-Wirtschaftseinbußen nur Spitze des Eisbergs

Laut Oxfam wäre der klimabedingte Verlust an Bruttoinlandsprodukt (BIP) doppelt so hoch wie infolge der Corona-Pandemie. Diese würde nämlich die Volkswirtschaften der G7-Länder um durchschnittlich 4,2 Prozent schrumpfen lassen. Zudem würden durch die Klimakrise viele Länder weitaus stärker betroffen als die G7. So könnte Indiens Wirtschaft 2050 um 27 Prozent kleiner sein als ohne Klimakrise. Für die Philippinen wird sogar ein Verlust von 35 Prozent prognostiziert, für Kolumbien von 16,7 Prozent, hieß es in einer Aussendung der NGO in der Nacht auf Montag.

Für Länder mit niedrigem Einkommen könnten die Folgen des Klimawandels noch viel größer sein, warnt Oxfam. Eine aktuelle Weltbank-Studie gehe davon aus, dass bis zum Jahr 2030 zwischen 32 und 132 Millionen Menschen durch den Klimawandel zusätzlich in eine extreme Armut getrieben würden. Die prognostizierten wirtschaftlichen Turbulenzen in den wohlhabenden G7-Ländern seien also nur die Spitze des Eisbergs.

In vielen wirtschaftlich benachteiligten Teilen der Welt würden Todesfälle, Hunger und Armut als Folge extremer Wetterereignisse zunehmen. Die G7-Regierungen sollten daher ihre Ziele für die Emissionsreduzierung bis 2030 sofort erhöhen, um ihren fairen Anteil an den Reduktionen zu erreichen, die nötig seien, um die globale Erwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Die bisher angekündigten Verpflichtungen seien willkommen, gingen aber nicht weit genug. Auch sollten die G7 ihre Zusagen für die Klimafinanzierung der nächsten Jahre drastisch erhöhen.

Quelle: Agenturen / apb