WSG Tirol startet als Gejagter in Qualifikationsgruppe
Die Tiroler holten mit 31 Punkten im Grunddurchgang so viele wie nie zuvor. "Das ist schön, wir wissen aber auch, um was es jetzt geht. Die Punkteteilung ist da, es geht von vorne los. Dass wir ein bisschen einen Polster haben, ist schön, mehr aber auch nicht", sagte WSG-Trainer Phillip Semlic. Zehn Punkte aus den jüngsten vier Partien, dazu zum erst zweiten Mal in dieser Saison zwei Siege in Folge, schaffte seine Truppe. Das hat auch der Gegner mitbekommen. "Wir bekommen es gleich zu Beginn mit einem der formstärksten Teams der gesamten Liga zu tun", warnte Ried-Coach Maximilian Senft.
Bei den Riedern zeigt die Kurve mit nur zwei Punkten aus fünf Partien und zuletzt zwei Niederlagen klar nach unten. "Das untere Play-off ist ein Kapitel für sich, das müssen wir von Beginn annehmen und es als Reifechance sehen. Überzeugungen zeigen sich vor allem dann, wenn es schwieriger wird. Wir werden daher unsere Ziele mit der gleichen Idee verfolgen", erläuterte Rieds Sport-Geschäftsführer Wolfgang Fiala. Standardsituationen nehmen dabei eine tragende Rolle ein, daraus erzielten die Innviertler 14 ihrer 26 Tore. Gegen die Tiroler siegten sie in Ried 2:0, auswärts gab es ein 1:1.
Damit ist Ried gegen die Tiroler schon vier Partien ungeschlagen. Der Blick auf die Qualigruppe spricht aber für die WSG, die dort von vier direkten Duellen keines verloren hat. "Nicht nur der, der besser verteidigt, sondern auch der, der ein bisschen mehr Mut an den Tag legt, wird sich durchsetzen. Das haben wir aus dem letzten Jahr mitgenommen", meinte Semlic. Vorgeben muss er den gesperrten David Kubatta, zudem auch David Gugganig, der "noch nicht bereit" ist. Die Gastgeber haben keine personellen Sorgen.
Altach-BW Linz: Jeweils 1:0-Heimsieg
Die Altacher setzen nach einer Woche mit dem fixierten Cup-Finaleinzug und der knapp verpassten Meistergruppe auf die eigene Heimstärke. In den ersten drei Spielen unter Ognjen Zaric gab es im Schnabelholz keine Niederlage, saisonübergreifend ging nur eines der jüngsten 15 Liga-Heimspiele verloren. "Es war eine Riesen-Highlight-Woche für uns, jetzt geht es wieder um Punkte gegen den Abstieg", sagte Zaric. Mit einem Sieg ohne den gesperrten Abwehrchef Benedikt Zech würde man schon einen "Riesenschritt" in Richtung Klassenerhalt machen.
"Ich glaube aber, dass wir auch mit einem Unentschieden leben können", meinte Zaric vor einem "sicher anderen Fußballspiel" als am Sonntag beim 0:2 bei Meister Sturm Graz. "Da gilt es, vom Kopf bereit zu sein, den Kampf anzunehmen." Die Linzer wollen an die Leistung beim 1:1 in Hartberg anschließen und so schnell wie möglich weg vom Tabellenende. "Zum Start der Qualifikationsrunde geht es für uns darum, auf jeden Fall zu punkten. Der Auswärtspunkt und vor allem das Auftreten inklusive der gezeigten Leistung in Hartberg stimmen uns zuversichtlich für die nächsten Spiele", sagte BWL-Coach Michael Köllner. In den bisherigen Saisonduellen gewann jeweils das Heimteam 1:0.
GAK-WAC: Auswärts-Misere im Gepäck
Von August bis November 2015 verlor der WAC sieben Auswärtsspiele in Folge. Dass es aktuell nicht wieder dazu kommt, darf es beim GAK keine Niederlage geben. Unter Coach Ismail Atalan schaute bei sechs Auftritten in der Fremde noch kein Zähler heraus, auch deshalb muss man sich im Lavanttal mit dem Thema Abstiegskampf auseinandersetzen. "Unsere Einstellung stimmt, wir müssen aber konsequenter werden. Uns fehlt ein bisschen der unbedingte Wille, Spiele gewinnen zu wollen. Deshalb müssen wir es erzwingen", forderte der Deutsche.
Ein Erfolg, der zugleich eine Serie von sieben sieglosen Pflichtspielen beenden würde, wäre auch für sein eigenes Standing wichtig. "Ich habe ein vertrauensvolles Verhältnis zum Präsidenten, aber es ist klar, dass wir auch irgendwann Ergebnisse liefern müssen." Der GAK wiederum könnte mit einem Sieg mit den Wolfsbergern gleichziehen. "Das wäre ein Szenario, mit dem ich gut leben könnte", sagte Trainer Ferdinand Feldhofer. Sein Ex-Club besitze aber den "stärksten Kader" in der Qualigruppe. "Wir müssen uns aber vor niemandem verstecken", betonte der Steirer. Die Kunst sei es nun, bei all dem Druck die Coolness zu haben, um am besten Level agieren zu können. In Graz verlor der GAK mit 1:3, beim WAC gab es trotz Überzahl ab der 11. Minute und zweimaliger Führung nur ein 2:2.
Zusammenfassung
- Die WSG Tirol geht mit 31 Punkten und zehn Zählern aus den letzten vier Spielen als Favorit in die Qualifikationsgruppe der Bundesliga.
- Ried holte in den vergangenen fünf Partien nur zwei Punkte und erzielte 14 von 26 Saisontoren nach Standardsituationen.
- Altach verlor saisonübergreifend nur eines der letzten 15 Liga-Heimspiele und gewann das Saisonduell gegen Blau-Weiß Linz zu Hause mit 1:0.
- Blau-Weiß Linz will nach dem 1:1 in Hartberg den Anschluss ans Tabellenende vermeiden und sieht die jüngste Leistung als positives Signal.
- Der WAC hat unter Trainer Atalan auswärts noch keinen Punkt geholt und steht nach sieben sieglosen Pflichtspielen besonders im Duell mit dem GAK unter Druck.
