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Weiter formstarker Medwedew besiegt auch Sinner glatt

28. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Der topgesetzte Daniil Medwedew hat am Freitag souverän das Halbfinale des ATP-500-Tennisturniers in der Wiener Stadthalle erreicht.

Der Russe besiegte den Südtiroler Jannik Sinner (Nr 6) im Viertelfinale 6:4,6:2. Um das Finale geht es für den Weltranglistenvierten am Samstag (14.00 Uhr) gegen Grigor Dimitrow. Der Bulgare gewann gegen den US-Amerikaner Marcos Giron 6:3,4:6,6:3. Dritter Halbfinalist ist der Kroate Borna Coric, 6:4,6:7(2),7:6(5)-Sieger gegen Hubert Hurkacz (5).

Damit ist Medwedew der einzige Gesetzte in der Vorschlussrunde, denn der vierte Halbfinalplatz wurde im letzten Freitag-Match zwischen den ungesetzten Daniel Evans (GBR) und Denis Shapovalov (CAN) vergeben. Coric musste wie in den beiden ersten Runden über mehr als zwei Stunden, diesmal waren es beinahe drei. Am Donnerstag hatte er den Weltranglistenfünften Stefanos Tsitsipas (GRE-2) ebenso im Tiebreak besiegt. "Nach dem Achtelfinale habe ich heute die Unterstützung des Publikums gebraucht", bedankte sich der 25-Jährige vor allem bei den kroatischen Fans.

Medwedew hatte sich im Achtelfinale gegen die heimische Hoffnung Dominic Thiem in zwei Sätzen durchgesetzt und knüpfte daran gegen Sinner an. Gleich zum Auftakt nahm er dem 21-Jährigen den Aufschlag ab, im zweiten Satz war das Break zum 2:1 vorentscheidend. Denn als Rückschläger scheint diese Woche gegen Medwedew kein Kraut gewachsen, nur gegen Thiem ließ der 26-Jährige einen Breakball zu, aber kein Break. Der im Turnierverlauf etwas von einer Knöchelblessur geplagte Sinner beging aber auch zu viele Eigenfehler und liegt im Head-to-Head nun 0:4 zurück.

Medwedew wurde Vater

Erst vor kurzem war Medwedew Vater geworden und das habe auch indirekt Auswirkung auf seine wieder bessere Form, wie er meinte: "Je glücklicher du im Leben bist, desto leichter fällt es dir auf dem Court. Ich bin derzeit glücklich in meinem Leben, daher bin ich es auch auf dem Platz." Dazu komme, dass er mit seinem Coach (Gilles Cervara, Anm.) an seinem im Sommer schwächeren Aufschlag erfolgreich gearbeitet habe. "Das Service ist der wahrscheinlich wichtigste Schlag im Tennis. Das ist einer meiner Waffen, und ich habe in Astana wie auch hier bis jetzt gut serviert."

In Kasachstan hat Medwedew Anfang Oktober wieder zur Form gefunden und das Halbfinale erreicht, und nun auch bei der Erste Bank Open. "Ich weiß wieder, dass ich bei den größten Turnieren gegen die besten Spieler gewinnen kann. Es kommen hier noch zwei wichtige Matches und dann auch noch zwei wichtige Turniere. Ich hoffe, dass ich da so weitermachen kann." Nächste Woche geht es für Medwedew zum Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy und letztlich hat er auch die ATP Finals in Turin im Plan. Für das Saisonfinalturnier ist er allerdings noch nicht qualifiziert.

Erst einen Sieg in Mexiko

Denn erst einen Turniersieg hat Medwedew heuer zu Buche stehen, Anfang August in Los Cabos in Mexiko. In Wien war er davor nur 2020 angetreten und da im Viertelfinale ausgeschieden. Sinner war einer von nur zwei Viertelfinalisten mit Semifinalerfahrung in Wien, und zwar aus dem Vorjahr. Der andere ist Evans.

Ein Semifinalneuling bei der Erste Bank Open ist demnach auch Dimitrow. Der 31-Jährige legte nach seinem Vortagessieg über den Russen Andrej Rublew (3) gegen Giron nach, führt im direkten Vergleich mit dem 29-Jährigen nun 2:1. Nach recht souverän gestaltetem ersten Satz legte Letzterer im zweiten Durchgang zu, im dritten Satz schien der Ausgang offen. Nach Abwenden eines Breaks nach einem 0:40-Rückstand schlug Dimitrow letztlich zum 5:4 zu und servierte nach 1:58 Stunden aus.

Dimitrow hatte seit der zweiten August-Woche bis Wien nur ein Match gewonnen, nun läuft es wieder. "Mir sind heute einige Sachen gelungen, die mir in den vergangenen Wochen nicht gelungen sind", sagte er ServusTV. Dimitrow steht heuer auf der Tour zum dritten Mal in einem Halbfinale, er ist aber noch ohne Finalteilnahme. Im Head-to-Head liegt der Weltranglisten-32. mit 2:3 gegen Medwedew zurück. Der ist gewarnt: "Grigor kann großartig spielen. Er hat gegen mich in Indian Wells (2021, Anm.) unglaublich gespielt. Ich habe verloren, obwohl ich nicht viel falsch gemacht habe."

Quelle: Agenturen