APA - Austria Presse Agentur

Untersuchungen zur Ursache von Grosjeans Feuerunfall

30. Nov 2020 · Lesedauer 3 min

Die Flammen-Bilder nach dem Formel-1-Unfall von Romain Grosjean sind um die Welt gegangen.

Der französische Haas-Pilot überstand beim nächsten Grand-Prix-Sieg von Weltmeister Lewis Hamilton einen Feuer-Crash nur mit Verbrennungen an beiden Handrücken. Die Formel 1 darf aufatmen, weil die Sicherheitsmechanismen schnell gegriffen haben. Das ist die Lehre aus dem Großen Preis von Bahrain. Die Ursache des Unfalls kurz nach dem Start ist aber noch nicht geklärt.

Als Erstretter waren Ian Roberts, medizinischer Rettungskoordinator des Automobil-Weltverbands FIA, und Alan van der Merwe, der Fahrer des Rettungsautos, an dem Unglücksort. "Man konnte sehen, dass er sehr wacklig auf den Beinen war", berichtete Roberts, nachdem Grosjean selbst aus dem brennenden Wrack geklettert war.

Der Haas-Pilot zog sich aber keine Brüche zu, nachdem er bei rund 220 km/h in die Streckenbegrenzung gedonnert war. Das Monocoque bohrte sich dabei in die Leitschiene. Wie Roberts berichtete, schmolz das Visier an Grosjeans Helm, als die Flammen loderten.

Grosjean kann Spital am Dienstag verlassen

Grosjean soll bereits am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Dies kündigte der US-Rennstall Haas am Montag nach einem Besuch von Teamchef Günther Steiner bei dem Franzosen an. Die Behandlungen von Grosjeans Verbrennungen an beiden Handrücken würden gut verlaufen.

Der Cockpitschutz "Halo", der feuerfeste Rennoverall und das schnelle Eingreifen des Rettungspersonals sorgten dafür, dass es in Sakhir nicht zur Katastrophe kam. "Ich bin so glücklich, dass es Romain gut geht. Das wiegt die ganze Vorbereitung und das Herumsitzen für diese 30 kurzen Sekunden auf", meinte van der Merwe über den Einsatz.

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel war wie seine Kollegen ebenfalls aus tiefstem Herzen erleichtert, dass Grosjean vergleichsweise glimpflich davonkam. "Das Wichtigste ist, dass er aus dem Auto rausgekommen ist", betonte der deutsche Ferrari-Pilot. Es grenze an ein Wunder. "Es ist gut, dass die Wagen sicherer als früher sind. Die Leitplanke sollte aber nicht so nachgeben, und das Auto sollte auf diese Art kein Feuer fangen."

"Wir vergessen oft, wie gefährlich der Sport ist"

Die Formel 1 untersucht nun den Vorfall, Haas-Teamchef Günther Steiner will sich im Krankenhaus ein Bild vom Zustand seines Piloten machen. "Wir vergessen oft, wie gefährlich der Sport ist", befand Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Weltmeister Hamilton sprach nach seinem elften Saisonsieg ebenfalls davon, dass der Unfall eine "kraftvolle Mahnung" war, wie gefährlich die Formel 1 sein könne. Die Motorsport-Königsklasse müsse in Sicherheitsfragen weiter machen. "Wir dürfen nicht stehen bleiben, wo wir sind", forderte Hamilton. "Wir müssen versuchen, es immer weiter besser zu machen. Das macht diesen Sport so großartig."

Quelle: Agenturen