APA/APA/KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Treichl zur Viererhalbzeit Olympia-10., Mandlbauer im Spital

Heute, 12:59 · Lesedauer 3 min

Nach einem kapitalen Fehler am Start des ersten Laufs ist Markus Treichl am Samstag im Medaillenrennen des olympischen Viererbob-Bewerbs in Cortina d'Ampezzo als Zehnter nach zwei Läufen zurück. Sein Rückstand auf die Podestränge beträgt eine halbe Sekunde, drei deutsche Schlitten mit Johannes Lochner an der Spitze liegen voran. Der Steirer Jakob Mandlbauer stürzte mit seiner Crew in Lauf zwei, wurde nach 15 Minuten per Trage geborgen und ins Krankenhaus Codovilla gebracht.

Dort wurde Mandlbauer umfassend erstuntersucht und am Nachmittag zur weiteren Überwachung einer Bandscheibenproblematik der Halswirbelsäule im Bereich C5/C6 ins Spital von Treviso überstellt, wie das ÖOC erklärte. "Die Verlegung dient ausschließlich der weiteren medizinischen Überwachung, um jedes Risiko auszuschließen", erklärte ÖOC Chief Medical Bernhard Unterkofler.

Der 27-Jährige kippte nach Rang 21 im Auftakt-Heat nach Kurve 9 um und rutschte fast bis ins Ziel. Die Anschieber Sebastian Mitterer, Daiyehan Nichols-Bardi, Daniel Bertschler kletterten aus dem Bob. Mandlbauer blieb angeschlagen liegen. Der Olympia-Debütant wurde von Unterkofler erstversorgt, war ansprechbar und konnte Arme, Körper und Kopf bewegen. Er war am vergangenen Wochenende im Zweier 21. geworden. Das alles geschah vor den Augen u.a. der 1992-Olympiasieger rund um den Österreicher Ingo Appelt.

"Es war wieder in Kurve neun, da sind wir im Training schon mal gestürzt", erklärte Bertschler danach. "Die Einfahrt war nicht perfekt, dadurch war hinten raus nicht mehr viel zu machen. Wir waren froh, dass der ÖOC-Arzt gleich zur Stelle war und sich um uns gekümmert hat."

Lochner vor Triumph auch im zweiten Bewerb

Treichl hatte nichts vom Sturz seines Landsmanns mitbekommen, war in Vorbereitung auf den zweiten Lauf. Da betrieb er mit der sechstbesten Zeit Schadensbegrenzung. "Leider hatte ich einen Riesenfehler im ersten Lauf", sagte der Tiroler. "Nach der Startspur bin ich ein bisschen zu weit links gefahren und ins Starteck rein. Da stimmt dann die ganze Passage in den ersten zwei Kurven nicht. Das kostet unglaublich viel Zeit." Die weitere Fahrt habe er gut erwischt. "Auch die zweite war akzeptabel." Nach einer Analyse wollen er und die Seinen am Sonntag angreifen.

Der 32-Jährige hatte sich mit den Anschiebern Sascha Stepan, Markus Sammer und Kristian Huber nach starken Trainingsleistungen durchaus Medaillenchancen ausgerechnet, die insgesamt drittbeste Startzeit in Lauf eins hätte auch noch gepasst. Die Crew um Zweier-Olympiasieger Lochner mit Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer hatte 0,43 Sek. Vorsprung auf die Truppe von Titelverteidiger Francesco Friedrich, Adam Ammour und Co. lagen weitere 0,16 Sek. zurück. Treichl verlor im zweiten Lauf auf den Leader nur noch zwei Zehntel.

Der so wie Treichl im Training überzeugende Lokalmatador Patrick Baumgartner ist hinter dem Schweizer Michael Vogt (+0,71) Fünfter (+0,78). Margis würde übrigens bei einem Triumph mit dann fünf Goldmedaillen zum erfolgreichsten Olympia-Aktiven im Bob-Sport. Die Entscheidung fällt am Sonntag in den Läufen drei und vier (10.00 und 12.15 Uhr).

Zusammenfassung
  • Nach einem schweren Fehler am Start liegt Markus Treichl beim olympischen Viererbob nach zwei Läufen mit 0,5 Sekunden Rückstand auf die Medaillenränge auf Platz 10.
  • Jakob Mandlbauer verunglückte im zweiten Lauf schwer, musste nach einer ersten Untersuchung wegen einer Bandscheibenproblematik im Bereich C5/C6 zur Überwachung in ein anderes Krankenhaus verlegt werden, war aber ansprechbar.
  • Drei deutsche Teams führen das Feld an, angeführt von Johannes Lochner mit 0,43 Sekunden Vorsprung auf Francesco Friedrich, die Entscheidung über die Medaillen fällt am Sonntag in den Läufen drei und vier.