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Toptalent Kasper will U20-Team zu historischem Sieg führen

21. Dez. 2021 · Lesedauer 3 min

Vor einem Jahr hat Marco Rossi als frischgebackener NHL-Erstrundendraft (Nr. 9, Minnesota Wild) Österreichs U20-Eishockey-Nationalteam bei der WM in Edmonton angeführt. Heuer gilt die größte internationale Aufmerksamkeit im rot-weiß-roten Team Marco Kasper.

Der 17-jährige Stürmer wird beim Draft 2022 als Kandidat für die erste Runde gehandelt und könnte mit starken Leistungen bei der am 26. Dezember beginnenden A-WM in Edmonton und Red Deer seinen Aktienwert weiter steigern.

Vom Ausblick auf den Draft, für den auch der gleichaltrige Vinzenz Rohrer ein Kandidat ist, will sich der Sohn des langjährigen ÖEHV-Teamverteidigers Peter Kasper aber nicht ablenken lassen. "Ich spiele ohne Druck, schaue auch nicht auf Listen", sagte Kasper im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Ich schaue, dass ich mich jeden Tag verbessere und dass wir Spiele gewinnen", betonte er.

Österreich noch ohne Sieg bei U-20-A-WM

Bei einer U20-A-WM ist Österreich noch nie ein Sieg gelungen, ein Premierenerfolg und der erstmalige Klassenerhalt ist das große Ziel der Mannschaft von Teamchef Marco Pewal. Dafür will Kasper "versuchen, eine Leadershiprolle zu übernehmen, immer richtig viel Gas geben".

Was auf den jungen Kärntner und seine Kollegen zukommt, kann er schon vorausahnen. Der Flügel war im Vorjahr als jüngster Spieler des WM-Turniers dabei, als Österreich ohne Punkt und mit 1:29 Toren Letzter wurde, aber aufgrund der Corona-Situation nicht abgestiegen ist. "Es war eine große Erfahrung mitzuspielen, auch wenn es nicht so gelaufen ist, wie wir wollten", so Kasper.

ÖEHV-Team krasser Außenseiter 

Auch heuer warten mit Finnland, Kanada und Tschechien drei wohl übermächtige Gegner, auch Deutschland ist klar über das ÖEHV-Team zu stellen. Kanada unter Teamchef Dave Cameron, langjähriger Trainer der Vienna Capitals, ist gespickt mit Toptalenten wie Owen Power, Nummer 1 im Draft 2021, oder Shane Wright, den viele Experten 2022 als Nummer 1 einschätzen.

"Man sieht, dass sie alles richtig gut machen, wie scharf die Pässe kommen. Das will man dann auch besser machen. Wichtig für uns ist, auf so einem Topniveau zu spielen und uns weiterzuentwickeln", meinte Kasper. Seine persönliche Entwicklung kann sich ohnehin schon sehen lassen. Nach 63 Scorerpunkten in 22 Spielen für die U18 des KAC wechselte der Klagenfurter nach Schweden. Mit 16 Jahren debütierte er in der schwedischen Topliga SHL und mauserte sich in dieser Saison zum Stammspieler beim Spitzenclub Rögle.

Kasper: "Rögle war gute Entscheidung" 

"Schon als ich jünger war, wollte ich nach Schweden gehen. Rögle war eine gute Entscheidung. Die Qualität der Trainings und der Matches ist sehr gut. Es läuft auch als Team", erklärte Kasper, der für den aktuellen Tabellenführer aus der Kleinstadt Ängelholm vier Tore und zwei Assists verbucht hat und auch in der CHL Tore und Assists zum Halbfinalaufstieg beigesteuert hat.

Aktuell gilt seine ganze Konzentration aber der U20-WM. Die Österreicher absolvieren ihre Vorbereitung in der "Bubble" von Red Deer. "Wir sind nicht so absolut abgeschirmt wie letztes Jahr. Aber wir dürfen nicht rausgehen, müssen Maske tragen und werden mit Shuttle-Bussen in die Eishalle transportiert", erzählt Kasper, der neben dem sportlichen Erfolg einen zweiten großen Wunsch hat: "Hoffentlich spielen wir vor Fans." Das hat im vergangenen Jahr gefehlt.

Quelle: Agenturen / mpa