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Sturm will Platz zwei gegen Austria einzementieren

09. Apr. 2022 · Lesedauer 4 min

Sturm Graz will den Status als Österreichs Nummer zwei hinter Red Bull Salzburg einzementieren. Im Schlager der vierten Runde der Meistergruppe am Sonntag (17.00 Uhr) empfängt der Zweite der Tabelle den Dritten Austria Wien, der im direkten Vergleich diese Saison sogar voran liegt. Bereits davor empfängt Rapid Wien den Wolfsberger AC. Serienmeister Salzburg muss nach Klagenfurt, wo man die bisher einzige Saisonniederlage kassierte. Beide Spiele beginnen um 14.30 Uhr.

Ein Spieler steht beim Spitzenspiel in Graz besonders im Fokus: Der in großer Form spielende Ex-Austrianer Manprit Sarkaria könnte Sturm heuer zum Vizemeistertitel führen. Elf Tore hat der Offensivspieler in der Meisterschaft schon angeschrieben, drei davon in den jüngsten beiden Runden. Auch gegen die Austria hat Sarkaria in den bisherigen Saisonspielen (2:2, 1:2) jeweils einmal getroffen. Nun soll der Wiener mithelfen, seinem ehemaligen Stammclub die erste Niederlage im Frühjahr zu bescheren. Die Austria liegt aktuell drei Punkte hinter Sturm, mit einem Sieg in der Merkur Arena würde sie jedoch an den Steirern vorbeigehen.

Sturm-Trainer Christian Ilzer, auch er hat violette Vergangenheit, hat die Stärke der Austria registriert ("Sie spielen ein extrem gutes Frühjahr") und erwartet ein sehr knappes Match. Sein Gegenüber, Austria-Trainer Manfred Schmid, erwartet nicht weniger als "ein Highlight", das der Bezeichnung Spitzenspiel gerecht wird. "Wir haben uns das erarbeitet und auch verdient." Gegen das intensive Spiel der Grazer soll seine Mannschaft physisch und taktisch diszipliniert auftreten. Ganz vorn kann er auf Marco Djuricin setzen, der zuletzt in drei Partien in Folge getroffen. Beim 2:2 in Graz im vergangenen August schoss der 29-jährige Angreifer beide Tore für die Violetten.

Hinter der Austria lauert Erzrivale Rapid Wien mit zwei Punkten Rückstand auf Rang vier. Die Hütteldorfer wollen nach der späten Niederlage gegen Salzburg in der Vorwoche im Heimspiel gegen den WAC wieder anschreiben. Sperren, Verletzungen und Corona-Ausfälle trübten vor dem Match der Bundesliga-Meistergruppe allerdings die Stimmung von Trainer Ferdinand Feldhofer vor dem Duell mit seinem Ex-Club. "Wir sind weit weg von einem Cluster", betonte Feldhofer zwar, die Personalsituation sei aber insgesamt "weit weg von entspannt". Erstmals in dieser Saison fehlt Offensivmotor Marco Grüll.

Aber auch den Gegner plagen Personalsorgen. Der WAC hat zuletzt in der Liga drei Niederlagen in Folge kassiert und ist im Cup-Halbfinale im Elfmeterschießen knapp an Salzburg gescheitert. "An der Chancenmenge ist es nicht gelegen. Aber durch die vielen Personalwechsel sind die Abläufe nicht so klar, dass wir noch mehr Druck hätten ausüben können", erklärte Trainer Robin Dutt, der in Wien unter anderem ohne die Stammkräfte Eliel Peretz, Thorsten Röcher und Tai Baribo auskommen muss. "Wir werden praktisch nur Defensive auf der Ersatzbank haben", sagte Dutt. Dass die Lavanttaler gegen Rapid gewinnen können, haben sie aber schon bewiesen: von den jüngsten drei Spielen gingen zwei an den WAC. Zuletzt gab es am 7. November 2021 im eigenen Stadion einen 4:1-Erfolg.

Bei Austria Klagenfurt erinnert man sich unterdessen vor dem Auswärtsduell gegen Liga-Krösus Salzburg gerne an den 27. November 2021. "Wir haben schon einmal unter Beweis gestellt, dass RB trotz der überragenden Qualität nicht unverwundbar ist", sagte Trainer Peter Pacult vor dem ungleichen Duell selbstbewusst. Vor etwas mehr als vier Monaten fügte der Aufsteiger den "Bullen" mit einem 2:1 die einzige Liga-Niederlage in 25 Spielen zu, am Sonntag hoffen die Kärntner auf ein Deja-vu. Punkte wären wichtig, will man um undankbaren sechsten Platz der Meistergruppe wegkommen. Der Rückstand auf den fünftplatzierten WAC beträgt zwei Punkte.

Freilich haben auch die Salzburger die Pleite in Klagenfurt nicht vergessen. Ein weiterer Umfaller ist unwahrscheinlich. "Das wollen wir dieses Mal unbedingt besser machen", sagte Jaissle, und Torjäger Junior Adamu kündigte an: "Dafür möchten wir uns revanchieren." Salzburg will den makellosen Start in die Meistergruppe mit dem vierten Sieg in Folge fortsetzen. Komfortable zwölf Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Sturm Graz. Der nächste Meisterteller liegt zur Abholung bereit. "Insgesamt sind wir auf einem sehr guten Weg", sagte Trainer Matthias Jaissle, aber: "Noch haben wir nichts erreicht."

Quelle: Agenturen