APA - Austria Presse Agentur

Boxer Joshua bleibt Vierfach-Weltmeister im Schwergewicht

13. Dez 2020 · Lesedauer 3 min

Box-Superstar Anthony Joshua bleibt vierfacher Weltmeister im Schwergewicht. Der 31-Jährige Brite gewann am Samstagabend (Ortszeit) in London gegen den von Ulli Wegner trainierten Bulgaren Kubrat Pulew durch K.o. in der neunten Runde und verteidigte seine Gürtel der Verbände WBO, IBF, WBA und IBO erfolgreich. Vor 1.000 Zuschauern in der Wembley Arena nutzte der 39-jährige Pulew auch seine zweite WM-Chance nach dem verlorenen Duell mit Wladimir Klitschko 2014 nicht.

Damit ist vonseiten Joshuas der Weg für einen Vereinigungskampf mit WBC-Weltmeister Tyson Fury frei. Ob der Fight der beiden Engländer im kommenden Jahr wirklich zustande kommt, ist jedoch offen. Zuletzt hatte die Joshua-Partei Fury immer wieder vorgeworfen, sich vor dem Duell zu drücken.

Gegen Pulew hatte Joshuas Promoter Eddie Hearn einen K.o. innerhalb der ersten sechs Runden prophezeit. Sein Schützling begann zunächst verhalten, zeigte dann in der dritten Runde sein ganzes Repertoire. Pulew ging zweimal zu Boden und stand kurz vor dem K.o. Doch Pulew erholte sich, entschied die sechste Runde sogar für sich. In der neunten Runde kam Joshua zunächst mit seinem rechten Haken durch, beendete den Kampf dann mit einer harten Geraden.

Nachdem Joshua seine vier WM-Titel verteidigt hatte, griff Tyson Fury daheim zum Telefon. Im Weihnachtspulli platzierte er sich vor ein paar Kerzen und begann konträr zur besinnlichen Atmosphäre zu lästern. "Anthony Joshua hat sich gerade live im Fernsehen in die Hosen gemacht. Er redet immer drumherum. Ich will den Kampf, ich will ihn als nächstes. Ich werde ihn in den ersten drei Runden ausknocken", polterte Fury in einem Video auf Twitter.

Die Einladung zum Kampf von Joshua gegen den Bulgaren Kubrat Pulew hatte Fury unkommentiert verstreichen lassen. Und so kam es nicht einmal am Rande des K.o.-Sieges zum Aufeinandertreffen der beiden weltbesten Schwergewichtsboxer. Das soll 2021 im Ring steigen. "Ich will gegen den kämpfen, der einen Gürtel hat. Wenn das Tyson Fury ist, dann wird es Fury", sagte Joshua. Die Rechnung ist relativ einfach: Die Gürtel von WBO, WBA, IBF und der zweitklassigen IBO hält der Superstar. Den der WBC eben jener Fury.

Ein Deal zwischen beiden Parteien soll grundsätzlich längst fix sein. Im Weg steht noch ein Streit zwischen Fury und dem von ihm entthronten Deontay Wilder. Der US-Amerikaner besteht auf ein drittes Duell. Einigen sich beide Parteien, könnte das Spektakel Fury gegen Joshua schon im ersten Halbjahr 2021 stattfinden. Viel dürfte auch davon abhängen, wie viele Zuschauer live dabei sein dürfen.

Gegen Pulew blieb die angestrebte Machtdemonstration Joshuas aus, der Kampf war kein Statement. Doch der 31-Jährige lernte erneut dazu und zeigte, dass er sich aus einer Schwächephase befreien und durchaus einige harte Schläge einstecken kann. "Ich bin zurück zu meinem besten Boxen. Ich hoffe, die Fans sind zufrieden und haben ein schönes Weihnachtsfest", sagte Joshua.

Quelle: Agenturen