APA - Austria Presse Agentur

Sturm möchte LASK-Aufwind bremsen - Altach empfängt Rapid

14. Aug 2021 · Lesedauer 5 min

Liga-Verfahren wegen angeblicher Transfer-Verstöße eingestellt, starker Auftritt im Europacup - der LASK befindet sich nach suboptimalem Bundesliga-Start im Aufwind. Am Sonntag empfängt man in der 4. Runde in Pasching Sturm Graz. Die Steirer kommen ebenfalls mit breiter Brust, um die Linzer einzubremsen. Rapid Wien muss während der laufenden Europa-League-Quali nach Altach. Die Wiener Austria empfängt den Namensvetter aus Klagenfurt. Anpfiff ist jeweils um 17.00 Uhr.

Nach zwei Punkteverlusten durch Unentschieden in den vergangenen Bundesliga-Runden hat sich der Wind für den LASK im Eiltempo gedreht. Bei LASK-Trainer Dominik Thalhammer weckte der 6:1-Kantersieg gegen Novi Sad in der Conference-League-Quali Erinnerungen an den Vorjahres-Kantersieg gegen Dunajska Streda. "Diesem Spiel haben wir damals einen starken Herbst folgen lassen - es wäre toll, wenn uns das auch dieses Jahr gelingt und wir schon am Sonntag in der Liga gegen Sturm wieder anschreiben können", hofft Thalhammer auf einen Wegweiser. Thalhammer erwartet gegen Sturm ein "unglaublich intensives, kampfbetontes Spiel von beiden Seiten". Ihr Comeback bei den Linzern könnten die seit Wochenbeginn wieder im Mannschaftstraining stehenden Marko Raguz und Andres Andrade lancieren.

Die Statistik spricht für die Athletiker, die gegen die Grazer seit vier Heimspielen ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis) sind. Allerdings hat der LASK saisonübergreifend nur zwei volle Erfolge in den jüngsten elf Runden eingefahren. Sturm hat in diesem Zeitraum sechsmal gewonnen. Und will den entwicklungstechnischen Rückstand auf den LASK zu Beginn des zweiten Jahres unter Christian Ilzer reduziert haben.

"Wir sind im Vergleich zur Vorsaison dem LASK ein bisschen näher gekommen", bekundete Ilzer am Freitag. Der Sturm-Trainer verfolgte "die überzeugende Leistung" der Oberösterreicher gegen Novi Sad vor Ort in Klagenfurt. Dabei sei der LASK seinem Ruf als absolute Spitzenmannschaft in Österreich gerecht geworden. "Wir werden einen absoluten Toptag in einem Spitzenspiel brauchen", vermutete Ilzer. "Wenn wir auf Augenhöhe sein wollen, werden wir alle unsere Stärken abrufen müssen." Von Vorteil könnte sind, dass die Spielgenehmigung für Stürmer-Neuzugang Anderson Niangbo rechtzeitig eintrudeln dürfte.

Rapid Wien reist nach dem Europa-League-Quali-Aufstieg gegen Famagusta in den Westen gereist. Der SCR Altach baut sich als Gegner auf, die Vorarlberger haben nur schwer in die Saison gefunden. Für die Wiener ist das Aufeinandertreffen mit Ex-Coach Damir Canadi und dessen Team die Chance, den eigenen Fehlstart in die Bundesliga wieder ein wenig auszumerzen. Der zweite Saisonsieg im vierten Auftritt ist klares Ziel der Gäste.

Das 3:0 gegen den WAC war ganz nach Geschmack von Dietmar Kühbauer, der aber das dichte Programm in Erinnerung ruft. "Es ist sehr viel Kraftanstrengung, weil wir im Moment oft mit derselben Mannschaft spielen." Am Donnerstag geht es für seine Elf daheim gegen Sorja Luhansk im Play-off-Hinspiel um die Europa-League-Teilnahme weiter.

Canadi wusste um den Pluspunkt für Altach. "Ich denke, dass das Programm ein Vorteil für uns sein kann. Sie haben eine junge Mannschaft, die gut regeneriert, trotzdem kann es uns gegen Ende des Spiels in die Karten spielen", sagte der Wiener mit Wahlheimat Vorarlberg am Freitag. Man müsse diesen Vorteil aber auch zu nutzen wissen. Er warnt vor allem vor Rapid-Stürmer Taxiarchis Fountas, der den WAC mit drei Toren im Alleingang erlegte. "Als Mannschaft kannst du so einen Spieler aber auch stoppen."

Im Duell unter Namensvettern will die Wiener Austria am Sonntag den ersten Saisonsieg holen und damit im vierten Versuch das schaffen, was der Klagenfurter Austria in der Vorwoche schon gelungen ist. Manfred Schmid sieht seine Wiener Veilchen unter Ergebnisdruck, betonte aber am Freitag gleichsam: "Wir werden ruhig bleiben und nicht die Nerven verlieren." Das größte Manko sieht der auslandserfahrene Trainer im Angriff. "Es geht darum, effizienter zu werden, die Torchancen zu nutzen und vielleicht entschlossener vorne reinzugehen." Abhilfe könnten schon bald die jungen, schnellen Offensivspieler Noah Ohio und Tristan Hammond schaffen.

Das erste Pflichtspiel-Duell der Wiener mit der Klagenfurter Austria seit 33 Jahren steht auch im Zeichen alter Bekannter. Schmid und Klagenfurts Trainer Peter Pacult spielten in der Saison 1995/96 gemeinsam für die Wiener Austria. Die beiden schätzen einander. Teile des Spielers Pacult fänden sich im Klagenfurter Spiel wieder, sagte Schmid: "Wenn ich mir das Umschaltspiel anschaue, dann ist das schon der Peter." Vor diesem warnte Schmid auch explizit. Der Spagat zwischen mutiger Offensive und stabiler Abwehr sei gefragt.

Pacult kennt vor der Rückkehr in die Heimat keine Sentimentalität. "Dafür bin ich zu lange im Geschäft. Aber es ist natürlich angenehm, wieder zurück in der Bundesliga zu sein." Mit dem spektakulären 4:3 gegen Hartberg schafften die Kärntner zuletzt den ersten Sieg. Pacult rief nach dem "schönen Glücksgefühl" wieder zur Besinnung auf. "Es war wichtig, dass wir einmal voll gepunktet haben, aber nichtsdestotrotz müssen wir weiter hart für jeden Punkt arbeiten." Favorit in Wien-Favoriten sei eine andere Austria.

Quelle: Agenturen