APA - Austria Presse Agentur

Sturm Graz will "auf Erfolgswelle oben" bleiben

04. Jan 2021 · Lesedauer 4 min

Sturm Graz überwintert als Tabellenzweiter der Fußball-Bundesliga. Nur ein Zähler fehlt den "Blackies" auf Spitzenreiter Red Bull Salzburg, der aber ein Spiel mehr ausgetragen hat. "Wir hatten zum Schluss eine gewisse Euphorie in der Mannschaft und müssen auf der Erfolgswelle oben bleiben. Wir wollen in zwei Wochen in Topform sein, wenn der WAC wartet", blickte Coach Christian Ilzer beim Trainingsstart 2021 am Montag bereits auf das Nachtragsmatch am 17. Jänner in Wolfsberg.

"Wir hatten im Herbst einen guten Lauf, gepaart mit guten Leistungen und dazu in der zweiten Hälfte auch optimale Ergebnisse. Jetzt müssen wir sehen, was uns auf die Spitzenmannschaften fehlt", meinte der 43-jährige Steirer, für den das heimische Topquartett noch immer aus den Europacup-Vertretern Serienmeister Salzburg, Rapid, LASK und dem WAC besteht. "Wir sind denen nahe gekommen, insgesamt fehlt aber noch etwas. Mit guter Arbeit müssen wir uns an diese vier Mannschaften näher herantasten", forderte Ilzer.

Vorrangiges Ziel sei deshalb weiterhin "die Meistergruppe. Und wenn wir dort sind, wollen wir dort auch eine gute Rolle spielen", betonte der Sturm-Trainer, für den am wichtigsten ist, "dass wir unseren Weg mit harter Arbeit verfolgen, klar und bodenständig bleiben. Die Erntezeit ist im Mai. Zufrieden bin ich dann, wenn ich am Ende des Jahres feststelle, dass wir klar besser als am Beginn der Saison sind."

In Sachen Transfers ist bei Sturm laut Sportdirektor Andreas Schicker mit Ausnahme eines möglichen Abgangs von Emeka Eze "kaum" etwas zu erwarten. "Die Spielidee der Mannschaft ist am Platz sichtbar, die Mannschaft identifiziert sich damit. Deshalb ist es auch naheliegend, dass es in der Wintertransferzeit wenig Änderung geben wird", erklärte Ilzer.

Sein Kapitän Stefan Hierländer nutzte die Weihnachtszeit zum Abschalten. "Wir hatten ja keine lange Pause, aber die zwei Wochen waren gut zum Runterkommen. Ich habe mein Handy und die Medien weggelegt, um abzuschalten", verriet der 29-Jährige. "Das war wie eine Länderspielpause mit Heimprogramm." Damit sei es den Sturm-Spielern gelungen, "die physische Form aufrechtzuerhalten. Und die Spielfitness kommt jetzt mit den Testspielen zurück", versicherte Hierländer.

Von 8. bis 14. Jänner wird Sturm in Umag mit Großkader ein Trainingslager absolvieren. In Istrien soll am 9. Jänner gegen NK Osijek, den aktuellen Club von Ex-WAC- und Austria-Wien-Trainer Nenad Bjelica, sowie am 10. Jänner gegen Mol Fehervar getestet werden. Beide Clubs sind in ihren Ligen wie Sturm derzeit Tabellenzweiter. Um das Corona-Risiko zu minimieren, fordern die Grazer von beiden Gegnern Covid-19-Tests, die nicht älter als einen Tag sein dürfen.

Beim Trainingsstart am Montag fehlten noch vier Akteure. Francisco Mwepu kommt erst am Mittwoch, da sein für Salzburg spielender Bruder Enock heiratet. Eze reiste ebenfalls mit Einverständnis des Vereins erst am Dienstag an, während Otar Kiteishvili noch am Montag in Graz erwartet wurde. Aufgrund des reduzierten Flugplans hätte der 24-jährige Georgier sonst bereits am 30. Dezember aus seiner Heimat abreisen müssen, um rechtzeitig beim Trainingsstart dabei zu sein.

Dazu fehlte noch ein weiterer Profi nach einem positiven Corona-Test am Sonntag. Dieser hatte leichte Symptome, jedoch keinen Kontakt zur Mannschaft. Alle übrigen Tests bei Sturm fielen negativ aus. Innenverteidiger Niklas Geyrhofer, der im Herbst nach einem Bänderriss im Sprunggelenk gefehlt hatte, trainierte am Montag wieder mit der Mannschaft, während Vincent Trummer nach seinem Kreuzbandriss noch rekonvaleszent ist.

Mittelstürmer Jan Stefanon, der in der Vorarlberg Liga für den VfB Hohenems im Herbst 14 Tore erzielt hat, wird bis Donnerstag beim Sturm-Mannschaftstraining als Perspektivspieler genau unter die Lupe genommen. Der schnelle 22-Jährige war den Grazern bei ihrem 2:1-Sieg Mitte Oktober in der zweiten Cup-Runde in Hohenems positiv aufgefallen.

Tobias Koch dürfte bis Sommer an Zweitliga-Tabellenführer Lafnitz verliehen werden, da er aktuell auf der Sechserposition hinter Jon Gorenc Stankovic, Ivan Ljubic und Lukas Jäger aktuell nur die Nummer vier ist. Angreifer Oliver Bacher kommt dagegen vom Zweitligisten Kapfenberger SV zurück, weil die Kooperation mit dem KSV laut Schicker nicht funktioniert hat.

Quelle: Agenturen