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Rapid nach 2:0 bei WSG Tirol zurück in Top sechs

27. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

Rapid hat den Frust vom Europacup-Out abgeschüttelt und ist am Sonntag in der Fußball-Bundesliga auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Drei Tage nach der bitteren 0:2-Niederlage bei Vitesse Arnheim im Europa-Conference-League-Sechzehntelfinale setzten sich die Wiener bei WSG Tirol völlig verdient mit 2:0 (2:0) durch

Damit verbesserte man sich im engen Kampf um die letzten freien Plätze in der Meistergruppe vom siebenten auf den sechsten Tabellenplatz, punktegleich vor Ried.

Damit kann Rapid am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Austria Klagenfurt die Teilnahme am "oberen Play-off", in dem die besten sechs Teams spielen, mit einem Sieg aus eigener Kraft fixieren. Marco Grüll (7.) brachte die Hütteldorfer vor 2.200 Zuschauern mit seinem sechsten Saisontor via Freistoß in Führung, Kelvin Arase (23.) erhöhte wenig später. Die Truppe von Trainer Ferdinand Feldhofer gewann nach dem 5:2 in Wien auch das zweite Saisonduell und ist auswärts gegen die WSG nach dem vierten Aufeinandertreffen in der Liga weiter unbesiegt. Die weiter zehntplatzierten Tiroler haben nur einen Punkt aus den jüngsten fünf Runden geholt.

Feldhofer hatte darauf gehofft, dass sein Team ein völlig anderes Gesicht als noch beim schwachen Auftreten in den Niederlanden zeigen wird. Personell hatte er dafür drei Änderungen vorgenommen. Arase und Dejan Petrovic kamen für Jonas Auer und Srdjan Grahovac zum Zug, vorne debütierte der 20-jährige Bernhard Zimmermann im 4-4-2-System als zweite Spitze neben Ferdy Druijf. Barcelona-Rückkehrer Yusuf Demir musste deshalb auf der Bank Platz nehmen. Niklas Hedl hütete im dritten Pflichtspiel in Folge das Gehäuse.

Grüll trifft per direktem Freistoß 

Die Hoffnung der Tiroler auf eine müde Rapid-Mannschaft erfüllte sich nicht. Die Gäste waren von Beginn an bemüht, eine Reaktion zu zeigen, kontrollierten das Geschehen und erlebten auch einen perfekten Spielverlauf. Grüll verwandelte einen Freistoß aus rund 18 Metern direkt, überraschte Ferdinand Oswald mit einem Schuss ins Tormanneck. In der 23. Minute schloss sich für Arase ein Kreis. Er traf am Tivoli, wo er auch seinen bisher letzten Ligatreffer beim 3:2 gegen die WSG am 28. April 2021 erzielt hatte. Zuvor war er dort auch am 21. März 2021 beim 1:1 erfolgreich gewesen, seine jüngsten drei Ligatore fielen allesamt auf Innsbrucker Boden.

Arase vollendete am Fünfer, nachdem Thorsten Schick nach einem Haken an Julius Ertlthaler vorbei ideal zur Mitte gepasst hatte. Treffer Nummer drei verhinderte Oswald mit einer Parade bei einem Volley-Abschluss von Petrovic (31.). Grüll, der auch zuvor den Arase-Treffer miteingeleitet hatte, lieferte mit einem Lupfer die Vorarbeit. Auf Chancen der Hausherren wartete man vorerst vergeblich. Das änderte sich gleich nach Wiederbeginn, wo Giacomo Vrioni aus guter Position am langen Eck vorbeischoss (50.).

Das blieb allerdings die einzige Chance. Rapid stand in der Defensive sicher und hätte selbst noch einige Male nachlegen können. Arase schoss knapp vorbei (75.), bei einem Grüll-Freistoß fehlte ähnlich wenig (77.). Im Finish hätte Philipp Schobesberger unmittelbar nach seiner Einwechslung beinahe sein Tor-Comeback in der Liga gefeiert, Oswald konnte sich aber auszeichnen (89.). Negativ für Rapid ist, dass Thorsten Schick die fünfte Gelbe Karte kassierte, womit er gegen Klagenfurt gesperrt ist. Kommende Woche kehrt allerdings Rechtsverteidiger Filip Stojkovic nach überstandener Sperre ohnehin zurück.

Die Stimmen zum Spiel 

Thomas Silberberger (WSG-Tirol-Trainer): "Es war wieder ein gebrauchter Nachmittag, ein bitterer Abend und ein Déjà-vu. Du redest die ganze Woche, trainierst die ganze Woche und dann bist du nach sieben Minuten wieder auf der Verliererstraße, weil du dir ein Tor selber schießt. Der Ball war absolut haltbar, da gibt es glaube ich keine zwei Meinungen. Oswald hat spekuliert auf einen Chipball, das ist fatal. Beim 0:2 waren insgesamt acht WSG-Spieler in der Box, trotzdem kommt es zu einem extrem billigen Zweikampf im Eins gegen Eins, so ist dann der ganze Matchplan sinnlos. Im Endeffekt machen wir uns das Leben selbst extrem schwer."

Ferdinand Feldhofer (Rapid-Trainer): "Es war eine super Reaktion, die wollten wir auch und das haben wir wirklich eindrucksvoll bewiesen. Es war eine unglaubliche Drucksituation. Wir wussten auch schon im Winter, dass die vier Spiele in der Liga nicht einfach werden und nach den Reisestrapazen und der Leistung vom Donnerstag, wo wir wirklich viel Kritik berechtigt eingesteckt haben, gibt es heute viel Grund, uns zu loben. Gewinnen ist immer ein richtiger Zeitpunkt, es war heute schon sehr wichtig, dass wir so eine seriöse Leistung abrufen, gefällt mir sehr."

Quelle: Agenturen / mpa