APA/GEORG HOCHMUTH

Siege für Austria und Rapid zum Meistergruppenstart

13. März 2022 · Lesedauer 7 min

Die Wiener Klubs sind am Sonntag mit Siegen in die Meistergruppe der Fußball-Bundesliga gestartet. Die Wiener Austria setzte sich zuhause mit 2:1 gegen den WAC durch und kletterte vor dem abschließenden Duell zwischen Salzburg und Sturm Graz (17.00 Uhr) vorerst auf Platz zwei. Rapid startete mit einem 3:1-Auswärtssieg gegen Austria Klagenfurt ebenfalls erfolgreich in die Meistergruppe. In der Qualifikationsgruppe feierte der LASK ein 6:0-Schützenfest gegen WSG Tirol.

Die Austria hat einen idealen Start in die Meistergruppe hingelegt. Marco Djuricin (13.) und Eren Keles (47.) netzten für die "Veilchen", die bereits ihren fünften vollen Erfolg in Serie feierten. Der WAC traf nur durch Michael Liendl (26.) und rutschte auf Rang vier zurück. Den ersten Aufreger brachte schon die zweite Minute: WAC-Verteidiger Luka Lochoshvili und Marvin Martins prallten mit den Köpfen unglücklich aneinander, Lochoshvili musste behandelt und bei Wiederaufnahme der Partie in der sechsten Minute für Adis Jasic gewechselt werden.

Die Austria machte sich bald danach durch Eren Keles bemerkbar, dessen Schuss nur knapp am langen Eck vorbeiging (8.). Wenig später lieferte Keles dann den Assist zum 1:0. Kofler konnte die aufspringende Hereingabe nicht bändigen, Djuricin staubte ab. Es war das siebente Saisontor des Routiniers, das erste seit 23. Oktober 2021. Der WAC schien doppelt geschockt, verlor die Bälle meist im Mittelfeld. Bis zur 26. Minute: Da erkannte Verteidiger Amar Dedic den sich bietenden Raum, dribbelte sich bis zum gegnerischen Strafraum und gab auf Christopher Wernitznig ab. Dieser bediente Liendl, dessen Schuss direkt unter die Latte Markus Suttner unglücklich abfälschte.

Der Wiederbeginn nach der Pause hätte für die Austria besser nicht sein können. Nach einer Ecke klärten die Kärntner den Ball zu Keles, der aus genau 16 Metern flach ins lange Eck abzog. Für Unterhaltung war gesorgt, der WAC machte Druck, die Austria verzeichnete in der Folge immer wieder gute Umschaltmomente mit Ohio, konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Der WAC versuchte im Finish noch einmal viel Druck aufzubauen, biss sich an der violetten Defensive aber meist die Zähne aus.

Rapid besiegt Klagenfurt erneut 

Austria-Stadtrivale Rapid setzte sich im Wörthersee Stadion mit 3:1 durch, die Tore erzielten Marco Grüll, Bernhard Zimmermann und Yusuf Demir. Der in der 53. Minute ausgeschlossene Turgay Gemicibasi hatte in der 41. Minute aus einem Elfmeter für den Anschlusstreffer der Hausherren gesorgt. Erst vor einer Woche hatte Rapid in Wien gegen die Klagenfurter 3:0 gewonnen. Diesmal reichte es wieder zu drei Punkten für den Vizemeister, auch weil sich Grün-Weiß nach einer ausgeglichenen Anfangsphase eiskalt in der Chancenverwertung präsentierte.

Nach einem weiten Pass von Dejan Petrovic stand Grüll allein vor dem Tor und ließ Goalie Phillip Menzel keine Chance (27.). Acht Minuten später schlug Martin Moormann eine Idealflanke zur Mitte und Zimmermann musste nur noch einköpfeln. Mit einer kuriosen Situation fand Austria Klagenfurt zurück ins Spiel: Nach einem hohen Ball in den Sechzehner gingen Kevin Wimmer und Filip Stojkovic ins Kopfballduell, der Ball landete auf dem Arm von Wimmer und Schiedsrichter Markus Hameter entschied auf Elfmeter, den Gemicibasi verwandelte (41.). Bald nach dem Seitenwechsel war die Partie entschieden. Zunächst stellte Demir per Kopf nach Flanke von Grüll auf 3:1 für Rapid (49.) - es war das erste Tor des ÖFB-Teamspielers für Rapid seit seiner Rückkehr vom FC Barcelona. Dann sah Gemicibasi nach einem Zweikampf mit Stojkovic Gelb-Rot (53.).

LASK rehabilitiert sich für Pleite in Prag 

In der Qualifikationsgruppe hat sich der LASK den Frust nach dem enttäuschenden Auftritt im Europacup am Donnerstag von der Seele geschossen. Die Athletiker fertigten im ersten Spiel WSG Tirol am Sonntag in Pasching mit 6:0 (3:0) ab und übernahmen damit auch gleich einmal die Tabellenführung, einen Zähler vor dem Oberösterreich-Rivalen SV Ried. Die Truppe von Trainer Andreas Wieland tankte damit auch Selbstvertrauen für das Rückspiel gegen Slavia Prag.

Da gilt es am Donnerstag im zweiten Teil des Europa-Conference-League-Achtelfinales gegen den tschechischen Serienmeister in St. Pölten einen 1:4-Rückstand wettzumachen. Der anstelle von Thomas Goiginger in die Startelf gerückte Keita Nakamura (9.) leitete den Sieg vor 4.000 Fans früh ein, Florian Flecker legte noch in Hälfte eins einen Doppelpack (26., 41.) nach. Nach Wiederbeginn trugen sich auch noch Peter Michorl (52.), der offensiver als zuletzt agierte, und Alexander Schmidt (73.) und neuerlich Nakamura (88.) in die Schützenliste ein. Flecker bereitete auch zwei Tore vor, war damit die herausragende Figur in der Raiffeisen Arena.

Die Stimmen zu den Spielen 

Manfred Schmid (Austria-Trainer): "Es war ein Spiel gegen einen richtig starken Gegner, der uns alles abverlangt hat. Wir sind etwas glücklich, aber verdient in Führung gegangen, den Ausgleich haben wir durch einen Stellungsfehler bekommen, abgefälscht war er auch. Nach dem frühen Tor in der zweiten Hälfte hat der WAC dann das Kommando übernommen. Da hat man gesehen, welche Qualität der WAC hat. Wir haben dann gut verteidigt, auf Fünferkette umgestellt. Ein bisschen bin ich enttäuscht über die vergebenen Konterchancen, da hätten wir das Spiel viel früher für uns entscheiden können."

Robin Dutt (WAC-Trainer): "Bei uns dreht sich viel um die zwei Gegentreffer, die sehr unglücklich waren. Wir mussten nach dem 0:1 hinterherrennen, haben den Ausgleich gemacht und waren dann wieder in der Situation, hinterherrennen zu müssen. Wir haben versucht, Druck zu machen, mussten sehr viel Risiko gehen und ständig in kräfteaufreibende Duelle mit den Stürmern. Dass das dann vielleicht nicht von allen Spielern über 90 Minuten durchgezogen werden kann, ist normal. Wir haben viele Bälle in den Strafraum bekommen, die Austria hat es gut verteidigt.

Anm.: Lochoshvili erlitt einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung sowie ein Cut über dem Auge.

Peter Pacult (Austria-Klagenfurt-Trainer): "Bei den Gegentoren waren wir nicht allzu clever. Wir müssen einfach besser verteidigen und lernen, giftiger und robuster zu sein. Bis zum 0:1 waren wir gut im Spiel und hatten auch unsere Möglichkeiten. Nach dem schnellen 1:3 und Rot für Gemicibasi konnten wir alles das, was wir uns vorgenommen hatten, nicht mehr durchziehen. Der Ausschluss war meiner Meinung nach unbegründet, dem Herrn Stojkovic gebührt ein Oscar, weil er sich so theatralisch fallen gelassen hat. Es war schon der dritte unberechtigte Ausschluss, den wir Schiedsrichter Hameter zu verdanken haben."

Ferdinand Feldhofer (Rapid-Trainer): "Anfangs war es noch hart umkämpft, aber nach 90 Minuten stand unser Sieg nie infrage. Das schnelle 3:1 nach der Pause hat uns in die Karten gespielt. Dann haben wir es allerdings verabsäumt, unser Torverhältnis etwas aufzubessern. Wir haben jetzt zweimal gegen Klagenfurt gewonnen und dabei sechs Tore geschossen, dafür gebührt der Mannschaft großes Lob. Man muss im Übrigen berücksichtigen, dass wir den Umbruch früher einleiten mussten, als es geplant war."

Andreas Wieland (LASK-Trainer): "Nach dem definitiv schwachen Spiel in Prag haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Wir haben ab der ersten Minute die Tugenden auf den Platz gebracht, die wir am Donnerstag phasenweise nicht imstande waren zu zeigen. Es war ein intensives, sehr zweikampfbetontes Spiel unsererseits. Heute war es auch definitiv so, dass wir Effizienz gezeigt haben, was mich sehr freut. Wir haben endlich aus den Torchancen, die wir uns schon lange erarbeiten, auch etwas Zählbares herausgeholt und auf der anderen Seite bis zum Ende die Null verteidigt. Auf dem Weg müssen wir jetzt weiter bleiben."

Thomas Silberberger (WSG-Tirol-Trainer): "Man hat schon gesehen, dass der LASK eigentlich nicht in die Qualigruppe gehört und wir definitiv. Er hat uns in alle Einzelteile zerlegt. Was mich stört ist, dass wir genau angesprochen haben, was auf uns zukommen wird und die Spieler haben sich teilweise nicht gewehrt gegen diese Intensität des LASK. Für mich ist das sehr enttäuschend. Ein 0:6 ist nie schön zu reden, wir können keine positiven Worte finden. Großchancenverwertung war in der bisherigen Saison ein Problem des LASK, davon war heute nichts mehr zu sehen."

Quelle: Agenturen