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Salzburg will Hartberg vor Mailand-Spiel nicht unterschätzen

28. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Bevor es zum "Grande Finale" in der Champions League bei AC Milan kommt, sollte Red Bull Salzburg in der Fußball-Bundesliga laut Papierform einen Pflichtsieg einfahren. Zu Gast am Samstag ist nämlich der Tabellenletzte Hartberg. Rapid ist hingegen bemüht, bei Aufsteiger Austria Lustenau an den überzeugenden 5:1-Heimsieg im Nachtrag gegen den Tabellenletzten Hartberg anzuknüpfen. Und ein offenes Duell verspricht das Match Austria Klagenfurt gegen die WSG Tirol.

Für die Salzburger ist es der letzte Pflichtspiel-Heimauftritt in diesem Kalenderjahr. Eingebettet ist dieses zwischen zwei wichtigen Partien in der Champions League: Gab es am Dienstag gegen Chelsea eine 1:2-Niederlage in der Red Bull Arena, wartet am kommenden Mittwochabend im San Siro gegen Milan jenes Match, das über den Europacup-Verbleib des österreichischen Meisters entscheidet.

"Es ist natürlich eine große Challenge dieses Mal. Da möchte ich gar nichts verschwiegen, natürlich wird irgendwo dieses Mailand-Spiel auch bei den Jungs im Hinterkopf sein. Das ist einfach ein Endspiel", erklärte RB-Trainer Matthias Jaissle. "Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass die Jungs den Fokus dann am Samstagnachmittag auch auf Hartberg richten können", ergänzte der Deutsche nach einem freien Donnerstag, den er mit einem Ausflug auf den Schafberg am Wolfgangsee füllte. "Wir werden einen Teufel tun, die Hartberger zu unterschätzen."

Die Hartberger wollen sich hingegen nach den Niederlagen gegen Altach, Tirol und Rapid selbst aus dem Schlamassel befreien. Gegen Salzburg werde die Aufgabe aber nicht einfacher, weiß auch Trainer Klaus Schmidt. "Wir müssen natürlich schauen, dass wir defensiv kompakter sind. In den letzten beiden Spielen war es vor allem in der zweiten Halbzeit dann immer ein großes Defensivproblem", erläuterte der 55-Jährige. Man müsse danach trachten, "wenig bis keine Gegentore zu bekommen, aber trotzdem schauen, auch nach vorne Akzente zu setzen".

Ein Schritt vor, zwei zurück - das soll bei Rapid der Vergangenheit angehören. "Wir wissen, Lustenau ist ein Gegner, der sehr gefährlich sein kann. Wir unterschätzen sie mit Sicherheit nicht und überschätzen uns auch nicht", sagte Interimscoach Zoran Barisic vor der Abreise am Freitag in der Früh. Das Hartberg-Spiel habe allen gutgetan, sei aber abgehakt. "Ich bin sehr froh, wie wir aufgetreten sind, vor allem wie wir knifflige Phasen im Spiel überwunden haben." An die Leistung wolle man anschließen. Barisic: "Resultat geht über Leistung."

In drei Partien unter Barisic hat Rapid noch nicht zu Null gespielt. "Irgendwo muss es ein Minus geben, wenn du offensiv ausgerichtet bist", erklärte der Sport-Geschäftsführer in Personalunion. Der Gegner würde Räume vorfinden, die er bespielen könne. "Aber da müssen wir schlauer sein, schneller im Kopf", forderte Barisic. "Wir wollen uns in allen Bereichen verbessern."

Lustenau hat im Westen Wiens im August ein 1:1 erreicht. Nach 13 Runden stehen 13 Punkte zu Buche. Allerdings waren die Vorarlberger in der Liga zuletzt elfmal in Folge in Rückstand geraten - bis gegen Ried erstmals die Null stand. Die System-Umstellung von Vierer- auf Dreier- bzw. Fünferkette schien zu funktionieren. "Wir haben sehr gut verteidigt und kaum etwas zugelassen", meinte Lustenau-Trainer Markus Mader. Daran wolle man anschließen.

Ein offenes Duell zweier Teams im Aufwind geht am Wörthersee über die Bühne. Austria Klagenfurt empfängt die WSG Tirol, der Tabellenvierte trifft auf den Sechsten, der diesen mit einem Auswärtserfolg sogar einholen könnte. Klagenfurt-Coach Peter Pacult wurde schon am Freitag mit einer Vertragsverlängerung bis 2025 belohnt, sein WSG-Pendant Thomas Silberberger will aber keine Geschenke machen. "Wir sind auf einer Wolke, so wie Klagenfurt", betonte er.

"Wenn wir in Klagenfurt gewinnen, überwintern wir in den Top-Sechs, davon bin ich überzeugt", erklärte Silberberger, dessen Elf zuletzt die strauchelnden Hartberger 5:1 abfertigte und Lustenau mit 3:2 besiegte. Selbst das 1:2 bei Sturm und das 0:5 gegen Rapid davor seien vom Auftreten her völlig in Ordnung gegangen. "Das war eine Ergebniskrise, keine spielerische. So gesehen war Hartberg für uns ein extremer Pusher, weil die Art und Weise unseres Auftritts sehr erfreulich war", resümierte der Tiroler.

Für die Kärntner läuft es angesichts von fünf Siegen in den jüngsten sieben Partien recht geschmeidig, das Selbstvertrauen ist groß. Jener Mann, der dafür hauptverantwortlich ist, darf sein langjähriges Trainerwissen in Klagenfurt auch über die Saison hinaus weitergeben. "Ich fahre jeden Tag mit einem guten Gefühl zum Training und werde weiter alles dafür tun, um die Austria Klagenfurt als fixen Bestandteil in der Bundesliga zu etablieren", versicherte Pacult an seinem 63. Geburtstag.

Quelle: Agenturen