APA - Austria Presse Agentur

Rückkehrer Dragovic und Baumgartner wollen Wiedergutmachung

09. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

Beide Stammkräfte haben eine Corona-Infektion hinter sich und brennen auf ihre Rückkehr ins österreichische Fußball-Nationalteam. Aleksandar Dragovic und Christoph Baumgartner wollen die abschließenden Länderspiele des Jahres gegen Israel und die Republik Moldau nutzen, um mit der ÖFB-Auswahl etwas gutzumachen. Die Stimmung im Land ist nach dem verpatzten Herbst in der WM-Qualifikation zumindest verbesserungswürdig.

"Es kann im Fußball in beide Richtungen sehr schnell gehen, aber die Verantwortlichen dafür sind wir", sagte Baumgartner am Dienstag im ÖFB-Teamcamp in Klagenfurt. Der Offensivspieler hat vor den Partien in Kärnten am Freitag und Montag auch bereits das WM-Play-off Ende März im Hinterkopf. "Es gilt, alles daran zu setzen, dass wir dann wieder so performen können, wie wir uns das alle vorstellen. Wir wollen die Stimmung im Land anheben und in der Gruppe."

Im Play-off-Halbfinale wäre man auswärts wohl Außenseiter. Die Papierform ist Baumgartner aber relativ egal. "Wichtig ist, dass man am Tag X einfach da ist. Wenn wir das schaffen, bin ich zuversichtlich, dass wir sehr viele Mannschaften in Europa schlagen können." Das Selbstvertrauen will sich das ÖFB-Team mit zwei Siegen zum Jahresabschluss zurückholen.

Auch bei den Spielern laufe laut Baumgartner die Qualifikation für den März-Showdown. "Jeder will sich empfehlen." Der 22-Jährige scheint als Shooting-Star des vergangenen Jahres gesetzt. Die Oktober-Partien verpasste er wegen einer Muskelverletzung, danach erwischte ihn Corona. "Ich habe Gott sei Dank nichts gehabt." Die sieben Tage Trainingspause aufgrund der Heim-Quarantäne hätten ihn nur leicht zurückgeworfen. "Es war für mich körperlich nicht so wild."

Das berichtete auch der ebenfalls geimpfte Dragovic. Er habe vorübergehend lediglich Geruch und Geschmack verloren. "Ich hatte Glück, dass keine anderen Symptome da waren. Ich bin topfit." Die Infektion sorgte allerdings dafür, dass der Verteidiger erstmals seit mehr als zehn Jahren aus gesundheitlichen Gründen einen ÖFB-Lehrgang verpasste. "Das hat mir riesig wehgetan. Aber wir sind in der Pandemie, jetzt hat es mich auch erwischt."

Mit 96 Länderspielen ist Dragovic hinter Andreas Herzog (103) bereits die Nummer zwei im ewigen ÖFB-Einsatzranking. Zwei Tore hat der 30-Jährige bisher für Österreich erzielt. Alleine in dieser Saison sind es für Roter Stern Belgrad bereits drei. "Es läuft ganz gut im Moment." Unter dem früheren Inter-Mailand-Star Dejan Stankovic werde bei seinem neuen Club auch das Standardtraining forciert, davon profitiere er.

Das Selbstvertrauen will Dragovic zum Nationalteam mitnehmen. "Wir brauchen wieder ein Erfolgserlebnis über ein, zwei, drei Spiele", meinte der Routinier. "Wir bekommen zu leichte Gegentore und brauchen zu viele Chancen - da fehlt uns die Leichtigkeit." Auch bei der EM sei nicht alles perfekt gewesen, und man habe Erfolg gehabt. "Jetzt ist auch nicht alles schlecht. Wir dürfen nicht alles über den Kopf werfen, wir müssen Ruhe bewahren. Ich weiß, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt."

Dass auch der Job von Teamchef Franco Foda auf dem Spiel steht, ist dem Dauerbrenner bewusst. "Ich weiß, dass Fußball ein Ergebnissport ist und der Trainer am Ende des Tages immer den Kopf hinhalten muss." Foda gebe immer 100 Prozent und versuche, das Team zu verbessern. "Die Hauptdarsteller sind aber wir auf dem Platz. Wir haben es vergeigt in den letzten Spielen. Wir wissen, dass wir etwas gutzumachen haben."

Gegen Israel gilt es vor allem, die Stürmerstars Munas Dabbur und Eran Zahavi in den Griff zu bekommen. Zahavi hat dem ÖFB-Team in den jüngsten drei Duellen sage und schreibe sechs Tore eingeschenkt. "Auch ich habe meinen Teil dazu beigetragen mit meinem Fehler in Israel", erinnerte Dragovic an das 2:5 im September in Haifa. "Wir müssen schauen, dass wir unsere Fehler minimieren."

Laut Baumgartner fehle derzeit vor allem die Konstanz. Neben den schmerzhaften Fehlern im Spielaufbau vermisste der Hoffenheim-Legionär zuletzt die Durchschlagskraft in der Offensive. "Da hat uns teilweise die letzte Überzeugung gefehlt. Du bekommst nicht 50 oder 20 Situationen. Die fünf oder sechs, die du bekommst, musst du zielstrebig ausspielen." Das Selbstvertrauen dazu müsse man sich erarbeiten.

Sorgen macht sich Baumgartner um das ÖFB-Team nicht. "Ich glaube, dass wir eine enorme Qualität haben." Die gilt es gegen Israel auch auf den Platz zu bringen. Das 2:5 vor zwei Monaten habe "extrem wehgetan", sagte der 17-fache Internationale (6 Tore). "Wir haben da schon noch eine Rechnung offen mit denen. Die werden wir am Freitag begleichen."

Quelle: Agenturen