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Rapid will vierten Tabellenplatz fixieren

Rapid Wien tritt in der letzten Saisonrunde der Fußball-Bundesliga am Samstag (17.00 Uhr) in Klagenfurt mit dem Wissen an, dass ein Remis für die Fixierung des vierten Tabellenplatzes und damit zum Start in der Qualifikation zur Conference League reicht. Austria Wien hofft hingegen auf eine Niederlage Rapids in Kärnten und einen eigenen Sieg gegen Meister Red Bull Salzburg, um den Hütteldorfern Platz vier noch abzuluchsen. Vizemeister Sturm empfängt den Dritten LASK.

Nur wenn Rapid in Klagenfurt verliert und die Wiener Austria zeitgleich daheim gegen Meister Salzburg voll anschreibt, muss man Platz vier an den Stadtrivalen abgeben. Zoran Barisic traute der vermeintlich gute Ausgangsposition für sein Team nicht. "Wir sind darauf eingestellt, dass es nicht einfach wird. Wir müssen in erster Linie auf uns schauen", sagte Rapids Chefcoach.

"Bei Austria gegen Red Bull Salzburg kann ich mir gut vorstellen, dass Salzburg nicht mit 100 Prozent antreten wird und die Austria mit dem Messer zwischen den Zähnen. Wir können uns auf dieses Duell nicht verlassen", merkte Barisic an. Er hoffe auf eine konzentrierte Vorstellung seiner Elf und erinnerte an das Meisterschaftsfinale in Deutschland. Dort verspielte Dortmund in der letzten Runde den Titel. "Das hätte auch niemand für möglich gehalten."

Bei Rapid erwartet man einen kämpferischen Gegner samt Trainer mit Rapid-Vergangenheit, der es gegen seinen Ex-Club noch einmal wissen will. Im Lager der Kärntner war in dieser Woche Frustbewältigung angesagt. "Wir können in der Tabelle zwar nichts mehr ausrichten, aber sind werden drei Punkte zu vergeben, die meine Mannschaft unbedingt einfahren will", betonte Trainer Peter Pacult. Mittelfeldspieler Christopher Cvetko gab sich kämpferisch: "Ich habe auch nach dem Spiel in Salzburg im Training keinen Spannungsabfall gespürt. Im Gegenteil, es ist unser Anspruch, ein weiteres Mal unter Beweis zu stellen, dass wir zurecht im oberen Play-off dabei sind."

Die Chance auf Platz vier ist bescheiden, doch die Wiener Austria will sie nützen. Am Samstag hat man Meister Salzburg zu Gast, ein Sieg ist ebenso vonnöten wie Schützenhilfe durch Klagenfurt gegen Rapid. Nur dann könnte Violett an den zwei Punkte voranliegenden Erzrivalen noch vorbeiziehen und das Europacup-Play-off vermeiden. "Wir müssen an uns glauben und das schaffen, woran außer uns vielleicht keiner glaubt", sagte Trainer Michael Wimmer.

In Bezug auf die Herangehensweise seiner Truppe bestehe kein Zweifel, beteuerte der Deutsche vor seinem 16. Spiel als Austria-Coach (5 Siege, 4 Remis, 6 Niederlagen). "Mit den Fans im Rücken können wir gar nicht zaghaft oder zögerlich spielen. Wir werden angreifen, hoch verteidigen und mutig nach vorne spielen." Man wolle auf die Eventualität einer Niederlage von Rapid in Klagenfurt vorbereitet sein. "Wer weiß, wenn wir hier das Unmögliche möglich machen und gewinnen ...", erklärte Wimmer. Treten beide Fälle ein, hätte man den Platz in der dritten Quali-Runde zur Conference League sicher.

Mit einem Laissez-faire Ansatz der schon vor zwei Wochen gekrönten Salzburger spekuliert am Verteilerkreis niemand. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der amtierende Meister mit angezogener Handbremse spielt. Ich rechne mit einer Salzburger Mannschaft, die alles auf den Platz werfen wird", meinte Wimmer, dessen Elf in der Meistergruppe bisher nur einen Sieg (3:1 im Derby gegen Rapid) zu Buche stehen hat. Sportdirektor Manuel Ortlechner assistierte verbal: "Dass sie kommen und sagen, 'wir spielen das gemütlich fertig', glaube ich nicht."

Salzburg-Trainer Matthias Jaissle beteuerte jedenfalls, dass seine Equipe "noch nicht im Urlaubsmodus" sei. "Wir wollen uns mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden. Es wäre schon eine coole Geschichte, die Saison mit nur einer Niederlage abzuschließen. Außerdem ist es auch eine Frage der sportlichen Fairness, dass wir noch mal versuchen, alles rauszuhauen."

Zum Ausklang einer für beide Teams erfolgreichen Saison empfängt Sturm Graz vor ausverkauftem Haus den LASK. Die Grazer stehen vor dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga bereits als Vizemeister fest, auch der dritte Rang der Linzer ist fix. "Wir wollen einen würdigen Saisonabschluss zeigen und ans Leistungslimit gehen", sagte Sturm-Trainer Christian Ilzer, dessen Team einzig den LASK in der Bundesliga-Saison noch nicht bezwingen konnte.

Allen anderen zehn Kontrahenten fügte Sturm zumindest eine Niederlage zu. Gegen den LASK steht bisher aber nur ein Punkt aus drei Begegnungen zu Buche, diese Bilanz soll zum Abschluss noch einmal aufpoliert werden. "Wir spielen gegen einen top Gegner. Ich erwarte ein super Spiel, danach darf dann gefeiert werden. Das hat sich jeder Einzelne verdient", sagte Ilzer.

Im Zuge des abschließenden Heimspiels werden bei Sturm verdiente Spieler verabschiedet. Der scheidende Tormann Jörg Siebenhandl bekam von Ilzer eine Einsatzgarantie gegen den LASK: "Jörg wird morgen beginnen, das hat er sich verdient." Neben Siebenhandl werden auch Sandro Ingolitsch, Ivan Ljubic und Albian Ajeti den Verein verlassen.

Auch für den LASK findet am Samstag eine äußerst gelungene Saison ein Ende. Nach einem souveränen Grunddurchgang legten die Linzer in der Meistergruppe noch einen Zahn zu, verbuchten in dieser bisher nur eine Niederlage und festigten Platz drei mit einem satten Vorsprung. Trainer Dietmar Kühbauer hofft noch auf einen positiven Abschluss. "In der Tabelle kann sich nichts mehr verändern, nichtsdestotrotz wollen wir auch am Samstag noch ein gutes Spiel abliefern", sagte der Trainer.

Aufgrund der tabellarischen Bedeutungslosigkeit der Partie war sich Kühbauer aber bewusst, dass die Luft manchmal schon etwas draußen sei. "Es treffen aber definitiv zwei sehr gute Teams aufeinander, daher kann es durchaus wieder intensiv werden." Offen blieb bis zuletzt, ob der zu Salzburg abwandernde, jahrelange Stammtorhüter Alexander Schlager zum Abschluss noch einmal zum Einsatz kommt. In den letzten Runden hütete bereits sein Nachfolger Tobias Lawal das Tor der Linzer.

ribbon Zusammenfassung
  • Rapid Wien tritt in der letzten Saisonrunde der Fußball-Bundesliga am Samstag in Klagenfurt mit dem Wissen an, dass ein Remis für die Fixierung des vierten Tabellenplatzes und damit zum Start in der Qualifikation zur Conference League reicht.
  • Austria Wien hofft hingegen auf eine Niederlage Rapids in Kärnten und einen eigenen Sieg gegen Meister Red Bull Salzburg, um den Hütteldorfern Platz vier noch abzuluchsen.