APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER

Rapid verzichtet auf Kampfansagen - Europacup bleibt Ziel

Heute, 15:33 · Lesedauer 3 min

Drei Punkte fehlen Rapid vor Beginn der Meistergruppe nur noch auf die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Mit einem Sieg am Sonntag in Salzburg würden die Hütteldorfer an den strauchelnden Bullen vorbeiziehen. Auf Kampfansagen verzichteten die Grün-Weißen aber. "Jetzt ist natürlich vieles möglich, wenn man auf die Tabelle schaut", meinte Sport-Geschäftsführer Markus Katzer bei einem Medientermin am Donnerstag. Ziel bleibe ein Startplatz in der Europacup-Qualifikation.

"Wir hoffen, dass es für die Mannschaft so eine Art Befreiungsschlag war", sagte Katzer über den 1:0-Heimsieg am Sonntag gegen Salzburg, mit dem es Rapid noch aus eigener Kraft in die Top 6 geschafft hatte. Nun gelte es, den Schwung in den Finaldurchgang mitzunehmen. In diesen begleiten die Wiener allerdings weiterhin Verletzungssorgen. Zuletzt erwischte es den 19-jährigen Daniel Nunoo, den Trainer Johannes Hoff Thorup als eine der positivsten Überraschungen seiner bisherigen Amtszeit nennt, mit einer Muskelverletzung.

Hoff Thorup will sein Team in puncto Prävention besser aufstellen. "Fakt ist, es sind zu viele Verletzungen. Nicht nur in den vergangenen Wochen, sondern auch in den vergangenen Monaten und Saisonen", meinte der Däne, der seit Jahreswechsel im Amt ist. "Ich habe einige Lösungen, wie wir das handhaben. Aber das ist etwas, das Zeit braucht. Die Ergebnisse kann man nicht nach ein paar Wochen messen." Bei den Verbesserungen gehe es nicht notwendigerweise um mehr Personal, sondern darum, wie man die verfügbaren Informationen nutze.

Laut Katzer habe man bereits einige Dinge verändert, etwa den "Head of Sport Performance" Alexander Steinbichler zur Datenauswertung noch näher ans Team geholt. Das Thema Spielerverfügbarkeit begleite Rapid besonders bei den Offensivakteuren, gestand der Sportchef. "Das ist ein Riesenfaktor, ob du in einer Saison erfolgreich sein kannst oder nicht."

Zukunftsaussichten von Antiste und Weimann

ÖFB-Routinier Andreas Weimann und Janis Antiste stürmen auf Leihbasis in Hütteldorf. Antiste erzielte gegen Salzburg bei seinem Comeback, nachdem die an eine gewisse Einsatzzahl geknüpfte Kaufpflicht gegenüber Sassuolo wegverhandelt worden war, gleich das Goldtor. Laut Katzer hätte man weiterhin die Möglichkeit, den Franzosen über die Saison hinaus zu halten. "Wir schauen, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt. In Wahrheit startet er erst jetzt."

Groß ist Rapids Interesse, dass Weimann über das Saisonende hinaus bleibt. Der von Derby ausgeliehene 34-Jährige sei eine "Riesenverstärkung" sowie "spielerisch und mit seiner Erfahrung, aber auch mit seiner Persönlichkeit ein Puzzlestück, das uns in verschiedenen Spielen gefehlt hat", meinte Katzer. "Er ist ein richtig feiner Typ, mit dem man sehr, sehr gerne spricht. Wir können uns natürlich vorstellen, dass er auch nächste Saison da ist." Er wolle kommenden Gesprächen aber nicht vorgreifen.

Hoff Thorup: "Neustart" mit Fans

Vorerst steht für Rapid die Meistergruppe im Mittelpunkt. "Wir haben ganz viele enge Spiele vor uns", erklärte Katzer. Hoff Thorup will auch die Fans wieder mit ins Boot holen. "Für mich ist es ein Neustart", sagte der 37-Jährige auf die zuletzt mitunter ausgebliebene Unterstützung angesprochen. Er verstehe, dass der Anhang von der Situation frustriert sei. Zwölf Pflichtspiele in Folge war Rapid bis Ende Februar sieglos, zuletzt gab es aber sieben Punkte aus drei Ligaspielen.

Der Druck werde mit dem Erreichen der Top 6 nicht abfallen, betonte Hoff Thorup. "Wir haben nach dem Salzburg-Spiel nicht die Champagner-Flaschen aufgemacht und tagelang gefeiert." Zwar sei die Partie bezüglich Einsatz, harter Arbeit und Teambereitschaft "außergewöhnlich" gewesen, meinte der frühere Norwich-City-Coach. "Es waren absolut keine Egos auf dem Platz, aber ich habe höhere Erwartungen an unser Performance-Level. Damit haben wir diese Woche angefangen."

Zusammenfassung
  • Rapid liegt vor Beginn der Meistergruppe nur drei Punkte hinter der Tabellenspitze der Bundesliga und könnte mit einem Sieg am Sonntag in Salzburg an den Bullen vorbeiziehen.
  • Trotz des 1:0-Heimsiegs gegen Salzburg und dem Einzug in die Top 6 bleibt das Ziel laut Sport-Geschäftsführer Markus Katzer die Qualifikation für den Europacup, Kampfansagen werden aber vermieden.
  • Das Team ist weiterhin von Verletzungssorgen betroffen, zuletzt fiel der 19-jährige Daniel Nunoo mit einer Muskelverletzung aus, während Trainer Hoff Thorup präventive Maßnahmen zur Reduzierung der Ausfälle plant.