Parlament im Irak scheitert erneut bei Präsidentenwahl
Nach der Parlamentswahl im Irak vor knapp zwei Monaten muss zunächst ein Präsident gewählt werden, der dann einen Kandidaten für das - politisch noch wichtigere - Amt des Ministerpräsidenten nominiert. Laut dem Proporzsystem für die Machtverteilung im Irak dient dabei normalerweise ein kurdischer Politiker als Präsident. Der irakische Kurdenführer Masrour Barzani bestätigte, dass es weiter keine Einigung gebe bei der Besetzung.
Schon vor einigen Tagen war eine im Parlament geplante Sitzung zur Wahl des Präsidenten verschoben worden. Der Prozess bis zur Bildung einer neuen Regierung könnte sich wie zuvor noch Wochen oder eher Monate hinziehen.
Eigentlich schreibt die irakische Verfassung dafür klare Regeln und Zeiträume vor. Die politischen Blöcke - vor allem schiitische, sunnitische und kurdische Parteien - nutzen das Verfahren aber oft, um etwa Zugeständnisse der anderen Gruppen zu erreichen oder wichtige Ämter zu tauschen. Seit 2005 vergingen zwischen einer Wahl im Irak und der Bildung einer Regierung durchschnittlich etwa sieben Monate.
Zusammenfassung
- Im irakischen Parlament ist die Wahl eines neuen Präsidenten erneut gescheitert, weil sich die kurdischen Blöcke nicht auf einen Kandidaten einigen konnten.
- Die für heute geplante Sitzung wurde verschoben, nachdem viele Abgeordnete wegen der Uneinigkeit fernblieben und das Parlament somit nicht beschlussfähig war.
- Seit 2005 dauert es im Irak nach einer Wahl durchschnittlich etwa sieben Monate, bis eine neue Regierung gebildet ist.
