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Premierenpodest für Rädler in Zauchensee bei Brignone-Sieg

16. Jan. 2022 · Lesedauer 4 min

Einen Tag nach Ramona Siebenhofer in der Abfahrt hat Ariane Rädler im Weltcup-Super-G von Zauchensee einen weiteren dritten Platz für Österreichs Ski-Speedfrauen nachgelegt. Rädler hatte bei ihrem Premieren-Stockerlplatz am Sonntag 0,17 Sekunden Rückstand auf die Italienerin Federica Brignone, die knapp vor der Schweizerin Corinne Suter (+0,04 Sek.) den bereits siebenten Saison-Sieg für Italien im neunten Speed-Rennen fixierte.

Die Azzurri-Dominanz in den schnellen Disziplinen hielt mit drei Läuferinnen unter den ersten acht an, obwohl Teamleaderin Sofia Goggia nach ihrem wilden Sturz vom Samstag nicht ganz fit am Start stand und nur 19. wurde. Österreichs Bilanz fiel neuerlich zwiespältig aus. Zwar holte Rädler den zweiten Super-G-Podestplatz nach Mirjam Puchner (3.) in Übersee. Siebenhofer als Elfte (unmittelbar hinter Vortagessiegerin Lara Gut-Behrami), Tamara Tippler (13.), Puchner (14.) und Christine Scheyer (20.) hatten sich in dem kurzen und technisch anspruchsvollen Super-G, in dem die Top-20 innerhalb von nur 1,04 Sekunden lagen, aber mehr erhofft.

Rädler toppte ihren fünften Platz vom Super-G in St. Moritz im Dezember, vor einem Jahr in St. Anton war sie Siebente geworden. Bereits am Samstag hatte die 26-jährige Vorarlbergerin als Abfahrts-11. mit feiner Kante im technischen Teil aufgezeigt. Am Sonntag fand sie schon mit früher Nummer zwei fahrend eine präzise - und fehlerlose - Linie. Nicht zuletzt dank Teamkollegin Nicole Schmidhofer, die als Vorläuferin wertvolle Tipps an den Start gefunkt hatte.

Der Lohn für Rädler war das erste Weltcup-Podium nach vier überstandenen Kreuzbandrissen. Die mit 31 startende Tages-Siebente Alice Robinson ließ sie spät noch einmal kräftig zittern, doch nach der Neuseeländerin war das vorgezogene Geburtstagsgeschenk für die am 20. Jänner 27 Jahre alt werdende Rädler in trockenen Tüchern.

Zum ersten Mal hatte sie zuvor auch auf dem roten Stuhl der Führenden im Zielraum Platz nehmen und es sich dort bis Startnummer 9 (Brignone) bequem machen dürfen. Am Ende wartete sie "hypernervös" auf das Ende des Rennens. "Wahnsinn, wenn man bedenkt, was ich alles durchmachen habe müssen", gestand sie dann unter Tränen. "Jetzt geht ein wirklich großer Traum für mich in Erfüllung."

Die in Bregenz geborene Sportlerin aus Möggers ist nach Puchner und Siebenhofer die dritte ÖSV-Läuferin mit einem Podestplatz im Olympia-Winter. Das Peking-Ticket ist damit endgültig fix. "Das war schon vor der Saison mein Ziel", gestand Rädler. Vor den Spielen stehen noch zwei Speed-Wochenenden in Cortina d'Ampezzo und Garmisch-Partenkirchen an, wobei letzteres ohnehin nicht mehr zur Qualifikation zählt. "Die Ari hat heute gezeigt, wie es geht", freute sich auch Tippler mit Rädler mit.

Die fünffache Saisonsiegerin Goggia zeigte nach ihrem spektakulären Sturz einmal mehr ihre Kämpfernatur. Sie habe von Kopf bis Fuß Schmerzen und beide Knie eingebunden, bekundete die Italienerin. Am Vortag war ihre große Abfahrtsserie nach sieben Siegen in Folge gerissen. Nun müsse sie täglich Therapie machen und werde kommende Woche in Cortina hoffentlich wieder auf dem Damm sein, sagte die Olympia-Titelverteidigerin.

Landsfrau Brignone sicherte mit ihrem zweiten Saisonerfolg und dem 18. insgesamt ihre Position als erfolgreichste Italienerin im Weltcup vor Goggia (16) ab. Der italienische Grundspeed liegt für Brignone keineswegs im Detail. "Wir haben eine starke Speed-Mannschaft, kommen aber alle vom Riesentorlauf. Wir machen gute Kurven."

Nicht am Start des Super-G war Michaela Heider. Nach dem heftigen Abfahrts-Sturz der Freundin von Weltmeister Vincent Kriechmayr ergab das MRI einen Seitenbandriss und eine Knochenprellung im rechten Knie sowie eine Fraktur des rechten kleinen Fingers. Die 26-jährige Steirerin wird am Dienstag operiert und muss sechs bis acht Wochen pausieren.

OK-Chef und Hausherr Michael Walchofer zog nach zwei perfekten Rennen auf der Kälberloch-Piste bei Top-Bedingungen eine zufriedene Bilanz. "Nachdem man Anfangs zittern musste, ob diese Rennen wegen Corona überhaupt hier stattfinden können, ist es am Ende eine Wahnsinns-Woche geworden", freute sich der Ex-Rennläufer und Hotelier. "Es war wichtig, in so einer Zeit den Weg zurück zur Normalität zu machen. So konnten wir eine perfekte Sportbühne bieten. Zwar ohne Zuschauer, aber im TV konnten wir der Welt zeigen, wie schön es in den Bergen ist."

Quelle: Agenturen