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ÖSV-Trainer Pfeifer enttäuscht: Alta Badia "ein Rückschritt"

20. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Die beiden Riesentorlauf-Auftritte seiner Mannschaft beim Ski-Weltcup in Alta Badia geben ÖSV-Rennsportleiter Marko Pfeifer Rätsel auf.

Nur Marco Schwarz, der zwei Top-Ten-Resultate einfuhr, und Raphael Haaser, am Montag Neunter, seien vor der Dolomiten-Kulisse Lichtblicke gewesen. "Der Rest war für mich enttäuschend. Das war ein Rückschritt nach Val d'Isere", urteilte der Kärntner geradeheraus. "Es waren zu viele Fehler und teilweise auch zu verhaltenes Skifahren."

"Attacke" hat gefehlt

Nach dem zweiten Platz von Manuel Feller hinter Saison-Dominator Marco Odermatt in Frankreich habe man im Vorfeld "definitiv mit dem Podium spekuliert". Doch bei den stark drehenden Läufen hätten die Österreicher Probleme gehabt, es habe in Pfeifers Augen die Attacke gefehlt. Feller schrieb am Sonntag einen 13. Platz an, es folgte ein Ausfall nach wenigen Fahrsekunden. Stefan Brennsteiner musste sich mit einem 13. und einem 16. Rang begnügen, Patrick Feurstein (26./18.) und Roland Leitinger (20./nicht qualifiziert) waren weit weg von der Musik.

Pfeifer überhaupt nicht zufrieden

"Ich verstehe es nicht, dass man nach Val d'Isere wieder ein bisschen zurückfällt", sagte Pfeifer und schoss nach, dass es sicher nicht an den Schneeverhältnissen gelegen habe: "Sie haben ein bisschen glatter trainiert, ja. Aber das ist nicht relevant." Körperliche Beschwerden bei manchen seiner Schützlinge dürfen ihm zufolge auch keine Ausrede sein. "Klar kann man sagen, Brennsteiner war ein bisschen krank, aber mir hat das Skifahren nicht gefallen, das sie gezeigt haben."

Konstanz erwartet

Von den arrivierten Läufern erwarte Pfeifer, "dass wir öfter, konstanter ganz vorne dabei sind. Die Konstanz fehlt mir ein bisschen." Einer der implizit Angesprochenen ist Feller, der bei seinem Ausfall über den Innenski wegrutschte. "Natürlich wurmt es mich, weil ich gesehen habe, dass ich oben eigentlich halbwegs dabei war. Ich habe mich gut gefühlt", sagte er und betonte, dass wieder aufgetretene Rückenprobleme kein Grund für seine Leistungen gewesen seien: "Da bin ich hundert Prozent bei beiden Rennen selber schuld. Da möchte ich nichts auf irgendwas anderes schieben."

Nur mit Schwarz zufrieden

Wie eingangs erwähnt nahm Pfeifer Schwarz von seiner Kritik aus. Am Montag "waren leider ein paar Hundertstel nicht auf seiner Seite, dass es für ein Top-fünf-Ergebnis reicht". Es sei bei seinem Kärntner Landsmann aber wahrscheinlich eine Frage der Zeit, bis er am Riesentorlauf-Stockerl anklopft. "Ein bisschen mehr noch zutrauen, um das geht es." Auch Schwarz selbst zeigte sich angesichts der Saison-Platzierungen 13-8-6-7 zufrieden. In der Vorsaison hatte es der WM-Dritte von 2021 im Riesentorlauf auf nur zwei Top-Ten-Ergebnisse gebracht. "Das Chile-Camp im Sommer war sehr wichtig, glaube ich. Da ist ein guter Schritt weitergegangen", gab er zu verstehen. "Jetzt heißt es einfach gut analysieren und die Kleinigkeiten weglassen."

Generell bestehe jedenfalls Handlungsbedarf, wiederholte Pfeifer. "Natürlich, wenn man gewinnen will und dann die Rückstände sieht, muss man sich schon was überlegen", sagte der 48-Jährige. "Da nehme ich die Läufer und die Trainer schon in die Pflicht, dass sie über Weihnachten und Neujahr Gas geben." Vor den kurzen Weihnachtsferien steht für die Techniker allerdings noch der Nachtslalom von Madonna di Campiglio am Donnerstag an.

Quelle: Agenturen / Redaktion / tgo