APA - Austria Presse Agentur

ÖOC will nach "unglaublich erfolgreichen Spielen" mehr

06. Aug 2021 · Lesedauer 4 min

Die sportlich erfolgreich verlaufenen Olympischen Spiele in Tokio führt das Österreichische Olympische Komitee auch auf den Ausbau der Olympiazentren und die stärkere Nutzung durch die Athletinnen und Athleten zurück. Die Bilanz vor den letzten beiden Tagen mit sieben Medaillen sieht die ÖOC-Spitze für die nächsten Sommerspiele auch noch ausbaufähig. Für die schon im Februar 2022 in Peking stattfindenden Winterspiele rechnet man mit ähnlichen Corona-Restriktionen.

Es seien "unglaublich erfolgreiche Spiele für uns" gewesen, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss in der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag. Man habe nach Anzahl einen Gleichstand mit Athen 2004 erreicht. In Tokio holte Anna Kiesenhofer Gold im Rad-Straßenrennen, Silber gab es im Judo durch Michaela Polleres (bis 70 kg) sowie Bronze für deren Teamkollegen Shamil Borchashvili (bis 81 kg). Auf Rang drei kamen auch Magdalena Lobnig im Ruder-Einer, Lukas Weißhaidinger im Diskuswurf, Karateka Bettina Plank in der Kumite-Klasse bis 55 kg und Kletterer Jakob Schubert in der Kombination.

Unvergesslich sei das Gold von Kiesenhofer, einer einzelnen Person ohne Profiteam im Rücken, merkte Stoss an. "Das war weltweit die Topstory schlechthin. Eine Glanzleistung, die uns sehr stolz und auch sehr berühmt gemacht hat." Generell befand Österreichs oberster Olympier, dass hinter jeder Medaille eine "individuelle und zum Teil berührende Story" stehe, die man erzählen könnte.

Man habe die Bilanz von Tokio 1964 getilgt, als man mit null Medaillen heimgefahren sei. Und von London 2012, wo es ebenfalls keine gab; sowie jene von Rio de Janeiro 2016 deutlich übertroffen, wo man einmal mit Bronze angeschrieben hatte. "Wir sind absolut auf dem richtigen und guten Weg, wir haben den Schnitt nach oben gehoben, sind über drei, wenn man die letzten zehn Sommerspiele hernimmt", sagte Stoss. Man sei in erster Linie eine Wintersportnation, aber habe hervorragende Sommersportler. "Wir werden in Ruhe analysieren, um bei den nächsten Spielen dieses Ergebnis zu halten und zu toppen."

Ein Mosaikstein für den Erfolg ist für ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel die Inanspruchnahme der Olympiazenten. Nach London habe man eine Umfrage unter den Sportlern gemacht, nur zwanzig Prozent kannten die Zentren. "Es ist uns gelungen, die Olympiazentren zu vernetzen, professionell auszurichten und international zu evaluieren. Jetzt trainieren 80 Prozent der Sportler in den Zentren und werden professionell betreut." Es stünden auch Bundesmittel für Personalkosten und Geräte zur Verfügung. Mennel sieht bei Sommerspielen das Potenzial von fünf bis zehn Medaillen.

Die Zusammenarbeit mit den Verbänden ist unterschiedlicher Natur. "Wir arbeiten sehr gerne und eng mit Verbänden zusammen. Es gibt aber auch solche, die das weniger in Anspruch nehmen. Es gibt auch Sportlerinnen und Sportler, die ohne Verband und Österreichisches Olympisches Komitee zu Erfolgen kommen", berichtete Stoss. Kiesenhofer habe nicht viele Kontakte zu Radsportverband oder ÖOC, Golfer Sepp Straka lebt in den USA, Schwimmer Felix Auböck in England. "Das haben andere Nationen genauso. Wir sind trotzdem glücklich, dass sie angetreten sind. Die Erfolge geben ihnen recht."

Hinsichtlich Paris 2024 meinte Mennel, man müsse nun "frohen Mutes weiterarbeiten und Vollgas" geben. Proaktiv auf Verbände zugehen könne man als OÖC nicht, erklärte Stoss. "Wenn aber Athleten und Trainer zu uns kommen, versuchen wir Beistand zu leisten. Peter hat sich schon öfters auf Trainersuche gemacht. Wir sind daran interessiert, dass wir die weltbesten Trainer für unsere Athleten haben."

Der Präsident des ÖOC sieht die Marke Olympia top aufgestellt, meinte aber: "Es wäre für das IOC wünschenswert gewesen, wenn die Diskussionen im Vorfeld anders ausgefallen wären." Dass keine Zuschauer zugelassen waren, sei keine glückliche Entscheidung gewesen. Aber darauf habe man keinen Einfluss gehabt, das lag in Händen der Präfektur Tokio, der Regierung und des Gesundheitsministeriums. Mit Wehmut wurde auf die leeren Zuschauerplätze geblickt.

Corona habe die Stimmung am Anfang getrübt, es habe Ängste und Befürchtungen gegeben, dass es zu einer Absage kommen könnte. "Alle sind nun sehr happy und froh, dass sie doch stattgefunden haben." Bezüglich der Sportstätten gebe es einhellig das Feedback, dass diese auf Topniveau gewesen seien.

Bei den Spielen in einem halben Jahr in Peking könnte die Welt immer noch im Corona-Bann stehen. "Wahrscheinlich werden wir eine fast ähnliche Situation in Peking erleben. Das ist eine subjektive Befürchtung, es wäre genauso schade wie in Tokio", sagte Stoss.

Quelle: Agenturen