Neumayer ersetzt Ofner beim Davis Cup in Ungarn
Gespielt wird am 12./13. September auf Hartplatz in einer ca. 5.000 Fans fassenden Halle. Gespielt wird um einen Platz beim Finalturnier der besten acht Nationen in Bologna, wo vom 18. bis 23. November der Davis-Cup-Champion ermittelt wird. Und da wäre das ÖTV-Team erstmals seit 2012 gerne wieder dabei, unter den letzten acht Nationen der Welt.
Dass dieses Ziel gegen ein Team mit den Top-100-Spielern Fabian Maroszán (ATP-53.) und Márton Fucsovics (63.) alles andere als leicht zu erreichen ist, ist allen klar. "Wir stehen natürlich vor einer harten Aufgabe in Debrecen. Wir haben ein Team vor uns, das vom Ranking her doch über uns zu stellen ist. Aber ich freue mich auf diese Woche Zusammenhalt im Team." Man wird nun die gleiche Mannschaft aufbieten wie beim 4:0-Heimsieg in Schwechat gegen Finnland.
"Auf der einen Seite bin ich natürlich traurig drüber, dass der 'Ofi' nicht dabei ist, auf der anderen Seite sind jetzt die Leute dabei, die sich diese Chance auch erspielt haben." Der Sieg sei das klare Ziel, auch wenn die Favoritenrolle ganz klar vergeben sei. "Sie spielen zu Hause, konnten sich den Belag auswählen. Im Davis Cup ist immer sehr viel möglich, das haben wir auch zu Hause schon am eigenen Leib erfahren müssen, dass man als leichter Favorit nicht immer sicher gewinnt", bleibt Melzer optimistisch.
Einen Fixplatz hat nur das routinierte Doppel, die drei Einzelspieler müssen sich vor Ort beweisen. "Es ist für mich wichtig, wie man sich dort wohlfühlt. Das sind drei sehr gute Tennisspieler, da machen oft kleine Sachen den Unterschied, wie ist der Belag, wie der Absprung", erklärt Melzer. Die Hartplatzperformance seiner Einzelspieler war zuletzt zwar nicht berauschend, doch das berühmte Zitat "der Davis Cup hat immer eigene Gesetze" durfte auch diesmal nicht fehlen.
Gesunder Misolic sollte Teamleader sein
Entscheidend wird auch sein, wie sich der zuletzt mit Fieber und Magen-Darm-Problemen ausgefallene Filip Misolic bis dahin fühlen wird, allerdings hat Österreichs aktuell einziger Top-100-Mann noch eineinhalb Wochen Zeit, sich zu erholen. "Wir werden schauen, wie fit ist er, wie viel kann er in den ersten Tagen trainieren. Wenn das alles passt, dann sollte er schon der Teamleader sein, weil er eine unglaubliche Saison gespielt hat und mit Selbstvertrauen ausgestattet sein sollte. Der Miso hat heuer in vielen großen Matches bewiesen, dass er seinen Mann stehen kann", setzt Melzer auf den Steirer.
Der gewählte Hartplatz ist ein Vorteil für die Gastgeber, doch der Länderkampf wird in der Halle eingetragen. "Klar, Fucsovics hat ein Turnier gewonnen (Winston-Salem, Anm.), aber wie Maroszán bei den US Open in der ersten Runde verloren", weiß Melzer.
Neumayer hocherfreut über Nominierung
Besonders gefreut über seine Nachnominierung hat sich Lukas Neumayer. Diese Freude habe Melzer durch das Telefon gespürt und dabei Gänsehaut bekommen, schilderte der Ex-Top-Ten-Spieler und nunmehrige ÖTV-Sportdirektor. "Der Luki würde zu Fuß nach Debrecen gehen, um zu spielen." Und Neumayer zeigt sich kampfeslustig: "Wir sind vielleicht leichter Außenseiter, aber wie wir es schon im Februar gezeigt haben, im Davis Cup kann jeder gegen jeden gewinnen. Auch wenn Ofi nicht dabei sein kann, haben wir ein richtig gutes Team. So ein Teamevent ist richtig cool, weil als Einzelsportler ist man das ganze Jahr allein unterwegs. Es ist alles möglich, dass wir unser Ziel Bologna erreichen."
ÖTV-Geschäftsführer Wirtschaft, Thomas Schweda, träumt freilich aus mehreren Gründen vom Trip nach Bologna. "Es wäre eine ganz besondere Flughöhe für Österreichs Tennissport, weil unter den letzten 8 Mannschaften der Welt in einer Weltsportart zu sein, wäre ein Zeichen." Auch wirtschaftlich wäre das sehr gut, auch wenn von den Megasummen, von denen noch vor einigen Jahren die Rede war, für die Teilnahme allein nach dem Platzen des Deals mit Kosmos nicht mehr die Rede ist.
Von Seiten des "Kurier" wird übrigens eine Fanreise nach Debrecen organisiert. Geschäftsführer Richard Grasl sprach am Freitag von einer langfristigen Kooperation mit dem ÖTV "jedenfalls für die nächsten drei Jahre. Wir glauben, dass die Aktie Tennis in Österreich weiter steigen wird."
Zusammenfassung
- Jürgen Melzer hat Lukas Neumayer nach dem Ausfall von Sebastian Ofner für das Davis-Cup-Auswärtsspiel gegen Ungarn am 12. und 13. September in Debrecen nominiert.
- Österreich tritt mit Filip Misolic, Jurij Rodionov, Lukas Neumayer sowie dem fix gesetzten Doppel Alexander Erler und Lucas Miedler an.
- Das Ziel ist die Qualifikation für das Finalturnier der besten acht Nationen in Bologna vom 18. bis 23. November, was dem ÖTV-Team seit 2012 nicht mehr gelungen ist.
- Ungarn gilt mit den Top-100-Spielern Fabian Maroszán (ATP-53.) und Márton Fucsovics (ATP-63.) als Favorit, doch Melzer betont die Chancen auf eine Überraschung.
- Der 'Kurier' organisiert eine Fanreise nach Debrecen und schließt eine dreijährige Partnerschaft mit dem ÖTV, um den Tennissport in Österreich weiter zu fördern.