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Nach Wechselfehler: Bayern-Sieg in Freiburg bleibt bestehen

08. Apr. 2022 · Lesedauer 3 min

Der 4:1-Sieg von Bayern München in der deutschen Bundesliga-Partie beim SC Freiburg bleibt trotz des Wechselfehlers des Tabellenführers bestehen. Das entschied das DFB-Sportgericht am Freitag. Den Münchnern sei der "der schuldhafte Einsatz eines nicht einsatzberechtigten Spielers" nicht anzulasten. Damit liege kein Grund für eine Aberkennung des Sieges vor. Freiburg hatte Protest gegen die Spielwertung eingelegt.

Das Sportgericht sah vielmehr ein gravierendes Fehlverhalten des Schiedsrichters und dessen Team als Ursache des Wechselfehlers. Die Bayern hatten bei der Partie am vergangenen Samstag für wenige Sekunden zwölf Spieler auf dem Feld, ehe der Referee beim Stand von 1:3 aus Freiburger Sicht unterbrach. Zuvor war bei der Auswechslung von Kingsley Coman die falsche Rückennummer durch Münchens Teammanagerin angezeigt worden. Der Franzose fühlte sich wohl nicht angesprochen und ging nicht vom Platz. In dieser Phase kam es zu keinen spielentscheidenden Szenen.

Der vorliegende Fall sei laut der Begründung des DFB-Gerichts nicht vergleichbar mit dem Wechselfehler von Wolfsburg, das im DFB-Pokal bei Preußen Münster unerlaubt einen sechsten Auswechselspieler in die Partie gebracht hatte. Wolfsburg war danach der Sieg aberkannt worden.

In der Tabelle liegen die Bayern somit nun weiter neun Punkte vor Verfolger Borussia Dortmund an der Spitze. Dass der Protest des SC gegen die Spielwertung zurückgewiesen worden war, ärgerte Trainer Christian Streich nicht wirklich. Sehr wohl aber die Begleitumstände. Gegen die Kritik an seinem Club für das Vorgehen wehrte er sich vehement. "Der einzige Weg, den man einschlagen musste, weil es uns sozusagen aufgrund dieser Rechtsunsicherheit zugeschoben wurde, war Einspruch zu erheben", sagte Streich.

Die Bayern reagierten erfreut auf das Urteil. "Wir freuen uns über diese Entscheidung, die unsere Auffassung bestätigt hat", meinte Vorstandschef Oliver Kahn. Die Freiburger akzeptierten es. "Weil wir Sportsleute sind", wie Streich betonte. Der SC-Coach wünschte sich aber ausdrücklich, dass es künftig "andere Verfahrensregelungen gibt". Dann könne man sagen, "hat es doch noch was Gutes gehabt".

Die Rechtsordnung des DFB habe seinen Club in eine aktive Rolle gezwungen, die ihnen "äußerst unangenehm" gewesen sei. "Es kann nicht sein, dass es drei Parteien sind. Zwei machen einen Fehler, keinen unerheblichen Fehler. Was überhaupt nicht schlimm ist. Jeder macht Fehler. Ich mache auch Fehler. Und nachher ist der Dritte derjenige, der dann noch von gewissen Leuten, teilweise von denen, die die Fehler gemacht haben, an den Pranger gestellt wird. Das ist ein absolutes Unding. Das haben wir sehr genau vernommen, so Streich.

Bayern-Coach Julian Nagelsmann hatte aus seinem persönlichen Empfinden zunächst Kritik am SC geübt. Am Freitag bemerkte er dazu: "Mir ist schon wichtig in diesem ganzen Thema, dass ich in keinster Weise enttäuscht vom SC Freiburg oder von Christian Streich bin. Ich bin Christian Streich keinen Meter böse, dass sie das gemacht haben."

Bis er von jemandem enttäuscht sei, "müssen schon andere Dinge passieren, die weit über das Berufliche hinausgehen und nicht ein Anfechten eines Spiels", meinte der 34-Jährige. "Ich finde Christian Streich immer noch herausragend als Typ und als Trainer. Daran hat diese Anfechtung des Spielergebnisses nichts geändert."

Quelle: Agenturen