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Nach starkem WM-Start wartet auf ÖEHV-Team Tschechien

16. Mai 2022 · Lesedauer 4 min

Österreichs Eishockeyteam hat am ersten WM-Wochenende in Tampere viel Freude bereitet. "Verdammt geil, es macht Spaß", freut sich Lukas Haudum nach dem starken Auftakt gegen Schweden (1:3) und dem sensationellen Punktegewinn gegen die USA (2:3 n.V.).

Roger Bader hofft, dass seine Schützlinge den Schwung in das nächste Doppel gegen Tschechien (Dienstag) und Norwegen (Mittwoch, jeweils 15.30) mitnehmen können. Schmerzhaft ist das WM-Aus von Benjamin Baumgartner. Bader hat seinen Spielern am Montag sportfrei gegeben, damit sie Energie für die noch ausstehenden fünf Partien innerhalb von sieben Tagen tanken können. "Sie brauchen den Regenerationstag, weil sie enorm viel Kraft gebraucht haben", begründet er. Dass bei der Kaderzusammenstellung viel Wert auf Athletik gelegt worden sei, sollte sich im weiteren Turnierverlauf bezahlt machen.

Ein erstes Zwischenresümee lässt den Schweizer jedenfalls optimistisch nach vor blicken. "Wir haben uns zweimal sehr gut verkauft, sind gut mitgelaufen und haben die Intensität mitgehalten. Dass sie sich so schnell auf ein so hohes Niveau eingestellt haben, ist schon erfreulich", sagt der Teamchef.

Bader: "Fantastisch, was sie leisten" 

Er lobte die Verteidigung, in der Dominique Heinrich der einzige Spieler mit WM-Erfahrung ist. Sie "sind blutjung und unerfahren, aber es ist fantastisch, was sie leisten". Auch mit seinen Torhütern Bernhard Starkbaum (mit Ausnahme des dritten Gegentreffers gegen Schweden) und dem gegen die USA herausragenden David Kickert ist Bader hoch zufrieden. Und von den defensiv verantwortungsvollen und vor dem Tor erfolgreichen Stürmern sorgt der Jüngste für internationales Aufsehen.

Marco Kasper war vor allem im ersten Drittel gegen die USA ein ständiger Gefahrenherd und bereitete das 1:0 mit einem tollen Solo vor. "Seine Leistung ist sehr gut, ich bin aber nicht überrascht. Es waren Highlight-Momente, ich bin sicher, wir werden noch mehr davon sehen", sagt Bader über den 18-jährigen Rohdiamanten, der beim NHL-Draft im Juli als Kandidat für die erste Runde gehandelt wird. "Seine Auftritte hier helfen ihm sicher, sein Draft-Ranking noch mehr zu verbessern", ist der Teamchef überzeugt.

Nächster Gegner: Tschechien

Den bisher so guten Eindruck wollen die Österreicher auch im dritten Spiel gegen einen Medaillenkandidaten bestätigen. Tschechien hat man in drei Vorbereitungsspielen gut kennengelernt hat. "Da müssen wir ein perfektes Spiel spielen, um in die Nähe von Punkten zu kommen", weiß Bader.

Auch sein Gegenüber kennt Österreichs Cheftrainer gut. Tschechien setzt nach der Olympia-Enttäuschung (Rang neun) erstmals in seiner Geschichte auf einen ausländischen Teamchef und hat sich Kari Jalonen geholt, der nach vier finnischen Meistertiteln mit Kärpät Oulu (3) und HIFK Helsinki den SC Bern zu zwei Schweizer Meistertiteln geführt hat.

"Es ist erstaunlich, dass eine Topnation wie Tschechien auf einen finnischen Trainer setzt. Bern war immer gut organisiert, fast langweilig gut, weil sie nichts zugelassen haben. Mit Tschechien spielt er etwas offensiver. Das ist eine gut strukturierte Mannschaft mit Weltklassespielern, die individuelle Highlights bringen können", erklärt Bader.

Ausblick auf Norwegen 

Die 24 Stunden später folgenden Norweger werden nicht weniger herausfordernd. "Das ist ein Gegner wo man denkt, dass sie näher an unserem Niveau sind. Sie sind aber seit 15 Jahren in der A-Gruppe, das gibt es Gründe dafür. Viele Spieler haben internationale Erfahrung, wir brauchen eine starke Leistung, um sie zu schlagen", betont Bader.

Es ist wohl das erste direkte Duell um den angepeilten Klassenerhalt, der zu einem Dreikampf zwischen dem ÖEHV-Team, Großbritannien und Norwegen (3:4 n.P. am Sonntag) werden könnte. Dass die Österreicher einen Punkt und Selbstvertrauen gesammelt haben, ist positiv, mehr aber nicht, betont Thomas Raffl. "Es sind sehr viele gute Sachen, die man mitnehmen kann. Wir freuen uns über den Punkt, jetzt geht es weiter. Wir sind auf einem guten Weg, geschafft ist noch nichts", erklärt der Kapitän.

WM-Aus für Baumgartner

Österreich muss allerdings einen hochkarätigen Ausfall verkraften. Center Benjamin Baumgartner zog sich im Mitteldrittel gegen die USA eine Unterkörperverletzung zu und fällt für den Rest des Turniers aus. Für ihn wird Dornbirn-Stürmer Simeon Schwinger als 14. Spieler in Tampere sein WM-Debüt geben. Ob der bisher pausierende KAC-Verteidiger Clemens Unterweger nach seiner Oberkörperverletzung fit wird, ist offen.

Quelle: Agenturen