Schneider will einstige Wahlheimat Tschechien ärgern

16. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Peter Schneider kann man durchaus als sportlichen Weltenbummler bezeichnen. In fünf Ländern ist der Niederösterreicher auf Torjagd gegangen, nachdem er als Teenager in der tschechischen Eishockeyschule ausgebildet worden ist. Am Dienstag fordert er mit dem ÖEHV-Team bei der WM in Tampere seine einstige Wahlheimat.

Schneider hat früh den Weg ins Ausland gesucht. Schon mit 14 wechselte er nach Bratislava und dann weiter nach Tschechien, wo er für Clubs aus Budweis, Znojmo und Hradec Kralove spielte. "Damals war im österreichischen Nachwuchs der Konkurrenzkampf nicht so groß. Deshalb wollte ich ins Ausland gehen. Die Wahl ist dann auf Tschechien und Slowakei gefallen, weil meine Eltern gesagt haben, ich kann eine neue Kultur kennenlernen, eine neue Sprache und auch, auf mich allein gestellt zu sein", erzählt er im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Der Plan ging auf. Der mittlerweile 31-Jährige lernte die Sprache und maturierte auf einer tschechischen Schule. "Auch im Eishockey hat es dort immer gepasst", sagt Schneider, der als Profi noch einmal in Tschechien spielte. Nach vier Collegejahren und den ersten Schritten als Profi in den USA kehrte er zunächst nach Wien zurück, wechselte nach Biel in die Schweiz und heuerte 2020/21 bei Cometa Brno an. Der Flügelstürmer lag um Weihnachten auf Rang zwei der Torschützenliste in der Extraliga, ehe ihn eine Verletzung zurück warf.

Meistertitel mit Salzburg 

Seit April des Vorjahres stürmt Schneider für RB Salzburg, war in der abgelaufenen Saison bester Torschütze und Scorer der ICE-Liga und holte mit den Roten Bullen den Titel. Auch in den ersten zwei WM-Spielen in Tampere war er brandgefährlich. Beim 1:3 gegen Schweden erzielte der Flügel den Ehrentreffer, gegen die USA hatte er in der Verlängerung den Siegtreffer am Schläger, traf aber nur die Stange. "Gestern ist er reingegangen, heute nicht, vielleicht am Dienstag wieder", meint er nach dem USA-Spiel.

Auf die Österreicher wartet gegen Tschechien jedenfalls wieder eine Herkulesaufgabe, weiß Schneider. "Sie haben technisch unglaublich versierte Spieler, sie können sehr gut eislaufen, sind ein bisschen verspielt. Mit dem neuen finnischen Trainer haben sie auch eine sehr gute Taktik übernommen. Es wird eine wahnsinnig schwer zu spielende Mannschaft sein", so seine Kurz-Analyse der Tschechen.

Schneider mit Lob für Tschechiens Coach 

Der tschechische Verband setzt seit März auf den ersten ausländischen Trainer überhaupt. Nach Rang neun bei Olympia in Peking, dem schlechtesten Abschneiden bei einem Großturnier, wurde das gesamte Trainerteam entlassen. Der Finne Kari Jalonen soll es nun in seiner Heimat richten und Tschechien zur ersten WM-Medaille seit 2012 führen. "Man sieht schon seine Handschrift. Er lässt sie vorne kreativ sein und hinten stehen sie kompakt", erklärt Schneider.

Nach der guten Vorbereitung und dem starken Einstieg ins WM-Turnier gehen die Österreicher aber mit Selbstvertrauen ans Werk. "Wir haben in der Vorbereitung gesehen, dass wir gegen solche Mannschaften mithalten können, wenn jeder zu 100 Prozent arbeitet und sich abrackert. Sie werden es auch nicht gerne haben, wenn wir kämpfen und sie ärgern, darauf müssen wir setzen", sagt Schneider.

Peter Schneider im Exklusiv-Interview

Quelle: Agenturen / mpa