APA - Austria Presse Agentur

Mountainbike-WM-Silber für Trummer im Downhill-Rennen

11. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

David Trummer hat im abschließenden Downhill-Rennen der Mountainbike-WM in Leogang in einer wahren Schlammschlacht sensationell Silber geholt. Der Steirer musste sich auf der durch Regen und Schneefall im oberen Teil völlig aufgeweichten Strecke nur um 3,197 Sekunden dem Briten Reece Wilson geschlagen geben. Der 26-Jährige sorgte damit für die erste ÖRV-WM-Medaille der Geschichte in der Eliteklasse.

Die Titel holten die bei den Damen als einzige sturzfrei gebliebene Außenseiterin Camille Balanche aus der Schweiz. Marlena Neissl belegte in Abwesenheit der nach einem Sturz im Abschlusstraining kurzfristig ausgefallenen Gold-Anwärterin Valentina Höll unter nur 20 Teilnehmerinnen den 16. Platz.

Nach dem Ausfall von Höll sprang unterwartet Trummer, der im Vorjahr schon mehrere Top-Ten-Ergebnisse im Weltcup geschafft hatte, in die Bresche. Die überraschende Medaille war neben seiner starken Fahrt auch dem reihenweise Scheitern der Favoriten an den grenzwertigen Verhältnissen zu verdanken. Etliche der Topstars um Titelverteidiger Loic Bruni (FRA) kamen auf dem rutschigen Kurs zu Sturz oder gerieten im tiefen Schlamm ins Stocken.

David Trummer war von seinem historischen Erfolg überwältigt. "Das ist verrückt, ich kann es noch gar nicht glauben. Die Verhältnisse waren extrem, das war eines der härtesten Rennen meiner Karriere", meinte der Ex-Junioren-WM-Zweite. Er habe im Training stets mit der Linie gekämpft, im Rennen sei es aufgrund der grenzwertigen Bedingungen darum gegangen, irgendwie auf dem Bike zu bleiben. "Das hat ganz gut funktioniert", so Vizeweltmeister aus Gnas in der Südoststeiermark.

Trummer scheint ein Spezialist für solche Verhältnisse zu sein. "Scheinbar sind so schwere Bedingungen und schwere Strecken genau meines. Als ich damals in Champery die Silbermedaille bei den Junioren geholt habe, waren die Verhältnisse ähnlich", erinnerte er an 2011. "Die Schlüsselstelle war der untere Wald. Ich wusste, wenn ich bis dorthin ohne große Fehler bleibe, dann muss ich es ganz ruhig angehen und am Rad sitzen bleiben. Das ist mir anscheinend gut gelungen."

Im Juniorinnen-Bewerb mit nur zehn Teilnehmerinnen holte die Oberösterreicherin Sophie Gutöhrle Silber. Damit endeten die wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer ausgetragenen Titelkämpfe mit drei Medaillen für Österreich. Am Donnerstag hatte Mona Mitterwallner Gold im Cross-Counntry der Juniorinnen geholt. Vor Höll, die zwei Bänderrisse und eine Knochenabsplitterung im Knöchel erlitt, war mit Laura Stigger vor dem U23-Cross-Country-Rennen am Samstag auch schon eine weitere ÖRV-Medaillenhoffnung nicht angetreten. Die Tirolerin musste wegen einer Magen-Darm-Erkrankung passen.

Quelle: Agenturen