APA/EXPA/JFK

Missbrauchsskandal in NHL: Ex-ICE-Legionär sexuell belästigt

28. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

2010 wurde ein Spieler der Chicago Blackhawks vom damaligen Videocoach Brad Aldrich sexuell belästigt. Das Opfer meldet sich nun zu Wort: Es handelt sich um Kyle Beach, der von 2014 bis 2018 in Österreich spielte.

Der Missbrauchsskandal rund um die Chicago Blackhawks beschäftigt derzeit die National Hockey League. Immer wieder kommen neue Details ans Licht, was kürzlich dazu führte, dass Clubchef Stan Bowman seinen Rücktritt erklärte

Doch was war passiert? In der Saison 2009/10 marschierten die Chicago Blackhawks durch die Playoffs. Nach Siegen gegen Nashville, Vancouver und San Jose standen die Blackhawks im Stanley-Cup-Finale und mit einem 4:2-Erfolg über die Philadelphia Flyers sicherte man sich schlussendlich den - zu dieser Zeit - vierten Meistertitel. Doch jener hatte einen Schönheitsfehler: Vor einem Playoff-Spiel wurde ein Spieler vom damaligen Videocoach Brad Aldrich sexuell belästigt. Der betroffene Spieler ist Kyle Beach, wie er in einem Interview mit TSN offenbarte.

Der 31-jährige Beach spielte von 2014-2018 in Österreich und stand in dieser Zeit bei EC Salzburg, den Graz99ers und dem Villacher SV unter Vertrag. In dem Interview zeigte sich der Kanadier erleichtert, dass der Fall nun endlich an die Öffentlichkeit kommt. Er sprach von einem Tag "voller Emotionen" und einem "großartigen Gefühl". Beach, der teilweise mit den Tränen kämpfte, meint außerdem: "Ich habe getan, was ich für richtig hielt, um zu überleben, um meinem Traum weiter folgen zu können. Das war, nicht darüber nachzudenken, nicht darüber zu reden und es zu ignorieren."

Auch die Chicago Blackhawks nahmen zu dem Vorfall erneut Stellung und entschuldigen sich bei Kyle Beach. "Kein Play-off-Spiel oder ein Meistertitel ist wichtiger, als unsere Spieler vor Übergriffen wie diesen zu schützen". heißt es unter anderem in dem Statement. 

 

Der damalige Head Coach der Blackhawks Joel Quenneville und der damalige Assistant General Manager Kevin Cheveldayoff wurden nun von NHL-Boss Gary Bettman vorgeladen. Beide sollen im Jahre 2010, wie General Manager Stan Bowman von dem Vorfall gewusst haben, ihn jedoch negiert haben. Der Grund: Man wollte die Teamchemie auf dem Weg zum Meistertitel nicht gefährden. Quenneville coacht aktuell die Florida Panthers, Cheveldayoff ist General Manager der Winnipeg Jets. 

Chicago wurde noch dazu mit einer Geldstrafe von zwei Millionen US-Dollar belegt. Blackhawks Eigentümer und Vorsitzender Rocky Wirtz kündigte an, dass jeder, der in diesen Vorfall verwickelt war, nicht mehr Bestandteil der Blackhawks-Zukunft sein wird.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion