Meistergruppen-Showdown bei Rapid gegen Salzburg
Diesbezüglich verheißt die Statistik für Rapid wenig Gutes. Die Wiener gewannen nur drei ihrer jüngsten 38 Meisterschaftsduelle mit dem Ex-Serienchampion, zudem sind die Salzburger seit sieben Auswärtspartien ungeschlagen. Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup verbreitete dennoch Optimismus. "Solche Spiele machen mehr Spaß, als wenn man ohne Druck spielt", sagte der Däne.
Dass die Salzburger am Mittwoch das Cup-Semifinale absolvierten, sei "hoffentlich ein Vorteil für uns", meinte Hoff Thorup. "Eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen wären noch besser gewesen." Die Spielweise der Altacher werde man sich nicht zum Vorbild nehmen, kündigte der Coach an. "Ihr Zugang ist ein komplett anderer als unserer."
Entscheidend sei, sich gut auf den Gegner einzustellen und die sich bietenden Räume zu nützen. "Ich erwarte von den Spielern, dass sie dem Plan folgen", erklärte Hoff Thorup. Der Plan könnte sich während des Spiels noch ändern - etwa dann, wenn sich gegen Ende abzeichnet, dass ein Punkt reicht. Bis zur 70. Minute herum werde man auf Sieg spielen, aber sich dann auch mit den Spielständen auf den anderen Plätzen beschäftigen. "Wenn ein Unentschieden genug ist, dürfen wir in der Nachspielzeit nichts Dummes tun", warnte Hoff Thorup und betonte: "Ein Verein wie Rapid gehört unter die Top sechs."
Ausgerechnet in der für Rapid richtungsweisenden Partie, vor deren Anpfiff eine Trauerminute für den verstorbenen Ex-Rapid-Goalie Georg Koch abgehalten wird, greift erstmals die von der Bundesliga wegen der Derby-Ausschreitungen verhängte Teilsektorsperre. Deshalb wird das Stadion nur ungefähr zur Hälfte gefüllt sein. Theoretisch wären rund 16.000 Fans zugelassen, doch Salzburg wird den Gästesektor bei weitem nicht füllen. Zudem waren bis Freitagmittag noch rund 900 Karten für Rapid-Anhänger verfügbar.
Hoff Thorup wollte der Fan-Thematik keine große Beachtung schenken. "Die Anhänger werden da sein und alles tun, um uns zu unterstützen." Der Trainer hat in etwa denselben Kader wie in der Vorwoche zur Verfügung, allerdings fehlen Romeo Amane und Jakob Schöller wegen Sperren. Dafür darf Matthias Seidl wieder im Mittelfeld kurbeln. "Wir haben sicher die Qualität, dass wir Salzburg wehtun und den Sieg holen können", sagte der Kapitän.
Seidl hat positive Erfahrungen mit Schnittpartien
Seidl bestritt mit Rapid schon in den vergangenen beiden Saisonen Schnittpartien um ein Meistergruppen-Ticket. 2025 wurde gegen den GAK (3:0), 2024 bei Austria Klagenfurt (1:1) jeweils in der letzten Grunddurchgangsrunde ein Platz im oberen Play-off fixiert. "Es kann schon helfen, wenn man einige solcher Spiele erlebt hat", vermutete der Salzburger, der zuletzt bei Rapid einen Aufwärtstrend feststellte. "Die letzten Spiele waren schon besser und am Sonntag wird es noch einmal besser werden."
Definitiv nach unten zeigt der Trend bei Salzburg. Dem 5:1-Auswärtssieg gegen den LASK beim Debüt von Trainer Daniel Beichler folgten ein Heim-0:0 gegen Hartberg und zuletzt das bittere Ausscheiden gegen Altach. "Die Enttäuschung vom Cup war natürlich da - das ist normal. Aber wir haben diese Begegnung mittlerweile sehr klar und ehrlich analysiert und sind überzeugt, dass wir daraus wichtige Lehren gezogen haben. Jetzt gilt unser ganzer Fokus wieder dem Rapid-Spiel", meinte Beichler.
Nicht nur für Rapid, auch für seine Mannschaft gehe es um viel, betonte der Ex-ÖFB-Internationale. "Weil jeder einzelne Punkt wichtig für die Meistergruppe ist. Wir können am Sonntag beweisen, dass wir in der Lage sind, mit Rückständen und Widerständen umzugehen und eine passende Antwort zu geben." Sollten die Salzburger gegen Rapid eine Niederlage kassieren, könnten sie nicht nur die Tabellenführung an den zwei Punkte zurückliegenden Titelverteidiger Sturm Graz verlieren. Die "Bullen" würden aufgrund der Punkteteilung auch mit lediglich zwei Zählern Vorsprung auf die Hütteldorfer in die entscheidende Saisonphase gehen.
Zusammenfassung
- Im Bundesliga-Schlager zwischen Rapid und Salzburg geht es für die Wiener um den Einzug in die Meistergruppe, den sie nur mit einem Sieg aus eigener Kraft schaffen können.
- Die Statistik spricht gegen Rapid, da sie nur 3 der letzten 38 Ligaduelle gegen Salzburg gewonnen haben und die Gäste seit 7 Auswärtsspielen ungeschlagen sind.
- Aufgrund einer Teilsektorsperre sind für das Spiel nur rund 16.000 Fans zugelassen, zudem fehlen Rapid die gesperrten Spieler Romeo Amane und Jakob Schöller, während Matthias Seidl zurückkehrt.
