ManCity oder Liverpool: Wer macht das Rennen?

10. Mai 2022 · Lesedauer 4 min

Der Titelkampf in der Premier League spitzt sich zu. Nach dem 5:0-Sieg gegen Newcastle United hat sich Manchester City einen Polster von drei Punkten gegen den Titel-Rivalen FC Liverpool (1:1 gegen Tottenham) erarbeitet. Nun folgt aber die kritische Phase der Saison, in der sich keiner der beiden Titelkonkurrenten einen Punktverlust erlauben darf. Was spricht in dieser heißen Phase für die "Citizens", was für die "Reds"? 

Das spricht für Manchester City 

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Der siebenfache englische Meister hat noch drei Partien auf dem Programm: Die Wolverhampton Wanderers und West Ham United auswärts, zum Abschluss Aston Villa daheim. Ein bewältigbarer Zielsprint.

Die "Citizens" sind zwar auf Improvisation in der Innenverteidigung angewiesen, weil Walker, Stones und Dias verletzt sind, aber die Pep-Guardiola-Truppe hat reichlich Qualität im Kader.

So können nicht nur Ake und Laporte das Innenverteidiger-Duo zwischen Zinchenko und Cancelo bilden, sondern auch die defensiven Mittelfeldspieler Rodri und Fernandinho bei Bedarf in die Abwehrkette rotieren.

Und: Gegen keinen der drei kommenden Gegner hat der Klub seit der Saison 2019/20 auf Premier-League-Ebene jemals verloren. Zudem hält City in der aktuellen Saison das Torverhältnis gegen diese drei Teams bei fünf Treffern zu zwei Gegentoren (5:2).

Pep Guardiola hat zudem ein Team mit der notwendigen mentalen Stärke aufgebaut, um in einem Krimi wie in der Saison 2018/19 standzuhalten. Damals lag ManCity nach dem 28. Spieltag noch auf Rang zwei in der Tabelle und nur einen Zähler hinter Liverpool.

Die "Reds" patzten allerdings und verspielten den Vorsprung mit einem 0:0 gegen Everton. City holte beim 1:0-Auswärtserfolg gegen Bournemouth einen Dreier und blieb bis einschließlich dem 38. Spieltag (4:1 gegen Brighton and Hove Albion) ohne weiteren Punktverlust.

Der Tabellen-Endstand: 98 zu 97 Punkte, der den "Skyblues" den sechsten Premier-League-Titel bescherte.

Ein Vorteil könnte sich für Man City dadurch ergeben, dass Liverpool noch in zwei weiteren Bewerben Titelchancen hat. Das FA-Cup-Endspiel gegen Chelsea (14.5.) fällt sogar ins Premier-League-Finish. Das CL-Finale gegen Real (28.5.) folgt sechs Tage nach dem letzten PL-Spiel, wird aber schon Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Das spricht für Liverpool 

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Die Saison 2021/22 wird als beispielloser Erfolgslauf in die Vereinshistorie eingehen. In allen Bewerben ist die Titelchance bis zuletzt gewahrt, die drei größten Kapitel (Champions League, Premier League und FA-Cup) sollen in den kommenden drei Wochen zu einem krönenden Abschluss kommen.

Das Restprogramm in der Liga weist dabei Parallelen auf: Auch auf die "Reds" warten noch Aston Villa (auswärts) und Wolverhampton (daheim). Der kleine Unterschied: Mit der Fahrt zum FC Southampton geht es auch noch einmal zu einem Nachzügler.

Hier könnte auch der Vorteil für Liverpool liegen: Denn West Ham befindet sich noch im Rennen um die Europacup-Plätze und wird womöglich mehr Gegenwehr leisten als die "Saints". Die Truppe von Ralph Hasenhüttl ist zwar noch nicht ganz gerettet, müsste aber eine Unserie von nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen hinlegen.

Kommt bei Manchester City die gute Bilanz gegen die verbliebenen Gegner ins Gespräch, darf jene von Liverpool nicht unerwähnt bleiben: Neun Punkte, 6:0 Tore gegen Villa, Southampton und die Wolves lassen nicht mehr auf einen Ausrutscher schließen. Auch die Tordifferenz, die jetzt noch leicht für City spricht (89:21 zu 87:23), ist zu gering, um einen entscheidenden Vorteil für den aktuellen Tabellenführer darzustellen.

Und so ist auch ein erneutes Aufeinandertreffen in dieser Saison ein mögliches Szenario: Nach den beiden 2:2 in den Premier-League-Duellen dieser Saison wären auch diese Tie-Breaker bei Punkt- und Torgleichheit egalisiert. Es müsste zu einem Playoff-Spiel auf neutralem Boden kommen - und beim bisherigen K.o.-Duell, dem FA-Cup-Halbfinale, blieben die "Reds" obenauf.

Gut möglich aber, dass dies gar nicht herangezogen werden muss. Jürgen Klopp kann im Finish das Visier herunterklappen lassen, hat mit Mohamed Salah (22 Tore), Diogo Jota (15) und Sadio Mané (14) drei Spieler unter den Top-5-Torschützen der Premier League, während sich mit Raheem Sterling (11) der erste "Citizen" erst auf Rang neun findet. Das "Reds"-Trio kann sich getrost als "beste Front-Three im Weltfußball" bezeichnen lassen, sind doch alle drei gleichermaßen torgefährlich.

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst auf laola1.at erschienen. 

Quelle: Redaktion / Laola1.at