APA - Austria Presse Agentur

Leichtathletik-Chef warnt Doper: "Keine Test-Sperrzone"

Apr 05, 2020 · Lesedauer 1 min

Der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands, Sebastian Coe, hat Sportler gewarnt, die aktuelle Corona-Krise als Schlupfloch für Doping zu nutzen. "Kein Sportler sollte jemals zu dem Schluss kommen, dass er sich in einer Test-Sperrzone befindet, das ist nicht der Fall", sagte Coe der ARD. "Wir haben Systeme eingerichtet, die mehr als ausreichend sind, um mit der aktuellen Verwerfung umzugehen."

Derzeit ruht das internationale Kontrollsystem weitgehend, auch der Kontrollbetrieb in Österreich läuft nur sehr reduziert. Standard-Nachweisverfahren wie etwa Urinkontrollen sind derzeit kaum möglich. Einzelne Dopingjäger verweisen auf indirekte Nachweisverfahren, wie den biologischen Athleten-Blutpass. "Wir wären naiv zu glauben, dass nicht einige versuchen, das System auszutricksen. Daher treiben wir Technologie voran, um innovative Verfahren einzuführen, damit potenzielle Betrüger nicht davon kommen", sagte Travis Tygart, der Chef der US-Antidoping-Agentur, ohne allerdings konkret zu werden.

Die ARD-Dopingredaktion zitierte zudem aus einer an Mäusen durchgeführten Studie der Universität Oslo aus dem Jahr 2013, die nahe legt, dass Athleten auch schon von kurzzeitigem Anabolika-Konsum dauerhafte Vorteile beim Muskelwachstum haben. Weitergedacht hieße das, dass Athleten auch bei den auf 2021 verschobenen Olympischen Sommerspielen in Tokio noch davon profitieren würden.

Quelle: Agenturen