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Leclerc im Ferrari aus der Pole in Miami-Premierenrennen

07. Mai 2022 · Lesedauer 4 min

Ferrari hat das Qualifying für den ersten Formel-1-Grand Prix in Miami dominiert. WM-Leader Charles Leclerc erzielte am Samstag mit 1:28,796 Min. Bestzeit und startet damit am Sonntag (21.30 Uhr MESZ, live ServusTV, Sky) neben seinem Teamkollegen Carlos Sainz aus der Pole Position ins fünfte Saisonrennen. Max Verstappen verpatzte im Qualifying zwar seinen letzten Versuch, bildet als Dritter aber zusammen mit Sergio Perez die zweite Reihe für Red Bull.

Leclerc führt in der WM vor dem fünften Saisonrennen 27 Punkte vor Weltmeister Verstappen, beide haben bisher je zwei Rennen gewonnen. Das Miami International Autodrome gibt 2022 sein Debüt im Rennkalender. Rund um das Hard Rock Stadium, der Heimat des Football-Teams Miami Dolphins, ist auf den Parkplätzen der City ein 5,412 Kilometer langer und anfangs noch sehr rutschiger Stadtkurs, der teilweise unter Autobahnen verläuft, gebaut worden.

Bei 33 Grad Luft- und 52 Grad Asphalttemperatur verlief das Qualifying auf dem teilweise sehr engen Straßenkurs problemlos. Überraschend kam das frühe Aus für Mercedes-Pilot George Russell schon im zweiten Quali-Abschnitt, nachdem der Brite am Freitag noch die Zeitentabelle angeführt hatte. Am Ende blieb nur Startplatz zwölf für den 24-Jährigen.

Teamkollege Lewis Hamilton schaffte es hingegen in die Pole-Phase, obwohl er sich zunächst über die Rückkehr des "Hüpfens" an seinem W13 beklagt hatte. Im Q3 belegte der siebenfache Weltmeister Platz sechs, startet also aus Reihe drei.

Bei Mercedes wunderte man sich aber vor allem über Russell. "Gestern war sein Auto noch phänomenal, ganz ohne Bouncen", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Dann haben wir etwas probiert und das ging völlig daneben. Das Auto ist ein spanisches Dorf für uns", rätselte der Wiener. "Ich dachte ich sitze in einem komplett anderen Auto", klagte Russell.

Verstappen war im ersten Versuch des Q3 noch vorangelegen und verpasste am Ende die erste Reihe gegenüber Sainz um lediglich 5 Tausendstel. Der Weltmeister aus den Niederlanden gab sich trotz der verpassten Pole und seines Fehlers aber zufrieden, nachdem er am Freitag noch riesige technische Probleme am Auto gehabt hatte. "Insgesamt bin ich happy. Ich musste heute die Strecke lernen und vor allem die Balance des Autos finden."

Red Bulls Berater Helmut Marko meinte im ServusTV: "Wir waren sehr optimistisch heute. Dann ist Max aber der Fehler passiert, damit war es vorbei." Er sei aber für das Rennen zuversichtlich. "Wir sind auf den Geraden um acht km/h schneller. Das sollte uns die Chance zum Überholen geben." Entscheidend werde der Reifenverschleiß. "Es ist ja ein völlig neuer Belag."

Leclerc freute sich über seine dritte Pole im fünften Saisonrennen. "Das ist natürlich cool. Aber es wird ein harter Kampf morgen", sagte der Monegasse. Bei Ferrari freute man sich nach dem Heim-Desaster von Imola besonders über die gute Vorstellung in Amerika. Ferrari ist in den USA äußerst beliebt.

Sorgen macht der Formel 1 der angekündigte Regen. Am Samstag blieb dieser noch aus, bei nassen Verhältnissen wird die neue und ohnehin schon rutschige Strecke wohl noch schwieriger.

Trotz trockener Piste war zuvor wegen eines Unfalls von Esteban Ocon auch die dritte und letzte Übungseinheit am Samstagnachmittag (Ortszeit) für mehrere Minuten unterbrochen worden. Der Franzose war mit seinem Alpine in die Streckenbegrenzung gekracht. Schon am Freitag hatte es drei Rote Flaggen in den Trainings gegeben.

Ocon konnte wegen des massiven Schadens an seinem Auto nicht am Qualifying teilnehmen, darf aber am Sonntag im Rennen antreten. Der Pilot war nach dem heftigen Einschlag in Kurve 14 - dort war am Vortag schon Carlos Sainz im Ferrari verunfallt - wegen der dabei aufgetretenen, hohen G-Kräfte im Medical Center untersucht und für fit erklärt worden.

Quelle: Agenturen