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LASK sehnt gegen Slavia wieder Europacup-Sternstunde herbei

09. März 2022 · Lesedauer 3 min

Der LASK sehnt nach der Enttäuschung in der Fußball-Bundesliga gegen Tschechiens Nummer eins wieder europäische Sternstunden herbei. Im Achtelfinale der Conference League baut sich Slavia Prag als Gegner der Linzer auf. Die Rot-Weißen präsentierten sich vor zwei Jahren in der Champions League (2019/20), standen im Vorjahr im Viertelfinale der Europa League und wollen auch heuer eine Etage tiefer reüssieren. Die Linzer wollen sich davon nicht beeindrucken lassen.

"Ich denke, dass es eine schwierige Partie wird gegen den Meister und Tabellenführer aus Tschechien. Wir werden aber alles daran setzen, eine gute Ausgangslage für das Rückspiel zu schaffen", sagte LASK-Trainer Andreas Wieland vor der Partie am Donnerstag (18.45 Uhr/live ServusTV, Sky) in der Eden Arena. Per dreieinhalbstündiger Busfahrt ging es für die Athletiker am Mittwoch nach Prag. In der "Goldenen Stadt" sind österreichische Teams in neun Anläufen im Europacup bisher noch sieglos.

Um den 1958 gestarteten Negativlauf zu beenden, muss beim LASK wie im Herbst vieles passen. Da schrieben die Oberösterreicher in der Gruppenphase fünf Siege und ein Remis an und schafften souverän den Sprung in die K.o.-Phase. Slavias Trainer Jindrich Trpisovsky hatte den LASK gemäß tschechischen Medienberichten dennoch als Wunschlos Nummer zwei hinter der AS Roma bezeichnet. Den Sprung ins Achtelfinale schafften die Prager durch zwei 3:2-Erfolge im Sechzehntelfinale gegen Fenerbahce Istanbul.

Wieland stufte die aktuelle Mannschaft des 1892 gegründeten Traditionsvereins als "knifflige Aufgabe" ein. Slavia agiere sehr kampfbetont und robust, mit direktem Zug zum gegnerischen Tor. Es gibt Parallelen zu den Linzern. Um die Lage vor dem Rückspiel in St. Pölten eine Woche später zu verbessern, hoffen diese auf die in dieser Saison oft vermisste Effizienz. "Wir müssen aus unseren Torchancen, die wir zahlreich vorfinden, auch etwas Zählbares herausholen", forderte Wieland.

Beide Mannschaften plagen Personalprobleme. Bei den Linzern fielen Sascha Horvath und Andreas Gruber kurzfristig nach Erkrankungen aus, Marko Raguz ist laut Wieland "leicht verletzt" und saß ebenfalls nicht im Bus. Slavia hat indes Sorgen im Defensivbereich. Der nach dem Kriegsausbruch in seiner Heimat kürzlich zum Kapitän ernannten Ukrainer Taras Kacharaba und Oscar Dorley fehlen gesperrt, der tschechische Teamspieler Jan Boril ist langzeitverletzt. Im Mittelfeld fällt aller Voraussicht nach mit Lukas Masopust ein weiterer Internationaler aus.

An Selbstvertrauen sollte es Slavia dennoch nicht mangeln. Die heimische Liga führt der Club mit 19 Siegen aus 24 Runden an, wobei Viktoria Pilsen punktegleich auf dem zweiten Platz liegt. Den Stadtrivalen hat man wieder einmal abgehängt. Sparta wurde im 302. Derby am vergangenen Wochenende mit 2:0 besiegt, der Rekordmeister spielt in Prag auch heuer nur die zweite Geige. Den bis dato letzten Vergleich eines österreichischen Clubs mit einem tschechischen entschied Sparta für sich: In der Champions-League-Qualifikation im Spätsommer des Vorjahres unterlag Rapid mit dem Gesamtscore von 2:3.

Dass aus Prag angeblich Töne zu vernehmen waren, wonach der LASK für Slavia nur eine Durchgangsstation ins Viertelfinale sei, soll für die Linzer Ansporn sein. Wieland wollte darauf nicht näher eingehen, er merkte jedoch an: "Der LASK wurde in der Vergangenheit oft damit konfrontiert, dass er schmaler gemacht worden ist. Aber ich denke, wir haben das Potenzial, Slavia zu ärgern. Möglichkeiten gibt es immer." Diese Meinung vertrat auch Verteidiger Jan Boller: "Wenn wir unser Spiel durchziehen, glaub ich schon, dass wir Chancen haben."

Quelle: Agenturen