LASK fehlt bei Remis gegen Hartberg der Dosenöffner
Der LASK darf sich bis Sonntag Tabellenführer nennen. Eingeplant hatten die Athletiker zum Heim-Start gegen den Underdog der Meistergruppe freilich mehr als nur einen Punkt. 28:6 Schüsse Richtung Tor zugunsten des Hausherren standen mit Schlusspfiff in der Statistik. Aufs Hartberger Gehäuse gingen jedoch zu wenige. Die beste Möglichkeit der Linzer hatte Samuel Adeniran schon in der 5. Minute. "Das wäre der Dosenöffner gewesen", ärgerte sich Kühbauer. Danach wurde dem Chefcoach eines bewusst: "Dass Hartberg nichts beitragen will zum Fußballspiel."
Es bewahrheitete sich, was Kühbauer schon vor der Partie vermutet hatte. Nach einer mauen Vorstellung seiner Elf vor der Pause drängten Sasa Kalajdzic und Co. in den zweiten 45 Minuten auf das 1:0. Hartberg verteidigte alle gefährlichen Szenen in und um den eigenen Strafraum auch ohne den erkrankten Abwehrchef Lukas Spendlhofer jedoch weg. Auch in den finalen Minuten in Unterzahl - Youba Diarra sah nach einem zu harten Einstieg gegen Kalajdzic Rot - mauerten sich die Steirer zum Remis.
Bei den Linzern fehlte mit Sascha Horvath ein Unterschiedsspieler. Der Antreiber wurde erstmals Vater. Vorwerfen konnte Kühbauer seinen Schützlingen aber wenig. "Es wäre schade, wenn wir nicht enttäuscht wären", sagte er. "Aber es muss heute keiner ins Eckerl gehen. Sie haben es gut gemacht, das letzte Altzerl hat gefehlt." Auch die anderen Mannschaften werden sich gegen Hartberg schwer tun, merkte der Ex-Internationale an.
Sein Gegenüber Manfred Schmid konnte es verschmerzen, dass die Offensive um den im Frühjahr weiter torlosen Elias Havel fast überhaupt nicht in die Gänge kam. "Daran werden wir arbeiten", versprach Hartbergs Trainer. Er merkte in der Nachbetrachtung an, dass sein Team so jung wie noch nie in seiner Amtszeit ins Spiel gestartet war. 23,1 Jahre war die Hartberger Startelf im Schnitt alt.
Kapitän Jürgen Heil, mit 28 Jahren der älteste Hartberger am Rasen, konnte mit dem Auftaktspiel "mehr als leben". Sein Plan: "Vielleicht zu Hause nun voll punkten und die Liga aufmischen." Kommende Woche gastiert die Austria in Hartberg. Auch gegen die Wiener kündigte Heil harte Gegenwehr an. "Jeder glaubt, er muss die drei Punkte gegen Hartberg machen. Gegen uns wird es aber nicht leicht sein", sagte der Mittelfeldspieler. Auch seine Mannschaft habe Ziele, so Heil. "Wir werden nicht mitspielen, um den sechsten Platz zu erreichen."
Kalajdzic hofft auf Team-Nominierung
Für den LASK geht es bereits am Mittwoch im Cup-Halbfinale in Ried weiter. "Jetzt heißt es abputzen, es steht ein wichtiges Spiel an. Wir schauen nach vorne", sagte Torhüter Lukas Jungwirth. Für Kalajdzic wird es schon Montag interessant. Teamchef Ralf Rangnick nominiert seinen Kader für die anstehenden WM-Vorbereitungsspiele gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März). Der Angreifer macht sich leise Hoffnungen. "Ich habe die letzten Jahre wie ein Hund geackert. Normalerweise bin ich Teil davon, aber ich weiß, dass ich es mir erarbeiten muss", sagte Kalajdzic auf Sky. Ihm würde eine Einberufung sehr viel bedeuten. "Aber ich habe nicht die Entscheidung zu treffen."
Zusammenfassung
- Einen enttäuschten Favoriten und einen zufriedenen Außenseiter hat das Auftaktspiel der Bundesliga-Meistergruppe nach sich gezogen. Hartberg trat nach dem torlosen Unentschieden beim LASK am Freitagabend die Heimreise mit dem erhofften Punktgewinn im Gepäck an. Die Oststeirer präsentierten sich im ersten Auftritt in den Top sechs wie erwartet als hart zu knackende Nuss. Bei den Linzern haderte Trainer Dietmar Kühbauer mit dem Gegner und seinem Auftritt.
