APA - Austria Presse Agentur

Theater im Bahnhof feierte mit Talkshow Online-Premiere

04. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Mit dem bewährten Talkshow-Format "Zu Gast" feierte das Grazer Theater im Bahnhof (TiB) am Freitag seine Premiere als Online-Theater. Unter dem aktuell passenden Thema "Ausnahmezustand" stellten sich Schauspielhaus-Intendantin Iris Laufenberg und Filmemacherin Marie Kreutzer per Videokonferenz den Fragen von Pia Hierzegger. Das Publikum verfolgte den virtuellen Theaterabend von zuhause aus.

Mit dem bewährten Talkshow-Format "Zu Gast" feierte das Grazer Theater im Bahnhof (TiB) am Freitag seine Premiere als Online-Theater. Unter dem aktuell passenden Thema "Ausnahmezustand" stellten sich Schauspielhaus-Intendantin Iris Laufenberg und Filmemacherin Marie Kreutzer per Videokonferenz den Fragen von Pia Hierzegger. Das Publikum verfolgte den virtuellen Theaterabend von zuhause aus.

Die Teilnahme an der auf der Plattform Zoom eingerichteten Videokonferenz war kostenlos, war aber aus technischen Gründen auf 60 Links begrenzt. Im Anschluss konnten die Zuschauer in Form einer "Karte danach" einen freiwilligen Kostenbeitrag leisten.

Musikalisch umrahmt wurde der Online-Abend durch das derzeit in Wien festsitzende TiB-Ensemblemitglied Lorenz Kabas, der auf der Gitarre eine Art virtuelle Lagerfeuerromantik verbreitete. Mit dem Song "Ain't No Sunshine" zollte er gleich zum Auftakt US-Sänger Bill Withers Tribut, dessen Ableben kurz vor der Show bekannt geworden war.

Aus den folgenden, von Pia Hierzegger wie immer charmant-unberechenbar moderierten Frage-Sessions erfuhr man dann wieder Interessantes aus dem Leben der beiden Gäste; etwa, dass Iris Laufenberg ein kritischer Info-Junkie ist und eine Island-Stute namens Lif besitzt oder dass Marie Kreutzer für ein Haus mit Garten in Wien sogar einen Kredit aufnehmen würde.

Dem Motto und dem Anlass entsprechend, kam die Sprache auch immer wieder auf die Corona-Krise und ihre Implikationen. Marie Kreutzer bedauerte, dass derzeit alle in der Filmbranche beschäftigten Leute finanziell "durch den Rost fallen", weil sie aufgrund der branchenüblichen Arbeitsvertragskonstruktionen nicht in den Genuss jedweder Hilfsprogramme oder Förderungen kämen.

Der künstlerische Leiter des TiB, Ed Hauswirth, zeigte sich nach Ende der Talkshow zufrieden: "Das war ein sehr guter Start", meinte er im Telefoninterview, während sich einige der noch zugeschalteten Akteure, Gäste und Zuschauer im virtuellen Foyer über den ungewohnten Theaterabend unterhielten. Kleine technische Pannen während der Ausstrahlung sah Hauswirth als positiven Nebeneffekt, diese hätten die Live-Situation der Show unterstrichen. Ihm gehe es darum, Flagge zu zeigen und zu demonstrieren, dass man auch "unter verschärften Bedingungen naiv und positiv Theater machen" könne.

Ob das TiB nach diesem Abend weitere Produktionen in ähnlicher Form online präsentieren werde, sei erst nach der Analyse des Prototyps zu entscheiden. Es hänge auch davon ab, wie lange die derzeitigen Restriktionen in Geltung seien, so Hauswirth.

INFO: www.theater-im-bahnhof.com

Quelle: Agenturen