APA - Austria Presse Agentur

Fast 38.000 Neuinfizierte in Italien, 636 Tote

12. Nov 2020 · Lesedauer 3 min

In Italien ist am Donnerstag die Zahl der Coronavirus-Todesopfer weiter gestiegen. 636 Tote wurden in 24 Stunden verzeichnet, das ist der höchste Stand seit dem 6. April. Die Zahl der Neuinfizierten stieg in 24 Stunden auf 37.978. Die drei norditalienischen Regionen Venetien, Friaul Julisch Venetien und Emilia Romagna führen nun strengere Anti-Covid-Maßnahmen ein. Auch in Slowenien gibt es Verschärfungen. In den USA wurden 143.231 neue Fälle verzeichnet, ein neuer Rekord.

In den drei vor allem betroffenen italienischen Regionen dürfen Bürger bis zum 3. Dezember nicht mehr in den Stadtzentren spazieren gehen. Auch der Zugang zu den Stränden soll verboten werden. In Supermärkten sollen Personen über 65 Jahren in den ersten zwei Öffnungsstunden vorgelassen werden. Lediglich eine Person pro Familie darf in Supermärkten einkaufen.

In den Schulen sind Sport- und Gesangsunterricht sowie das Spielen von Blasinstrumenten verboten. Einkaufszentren sind an Wochenenden geschlossen. Sonntags sind alle Shops mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Apotheken und Trafiken gesperrt. Öffentliche Verkehrsmittel müssen die Plätze von 80 auf 50 Prozent reduzieren. Sportevents kann man nur besuchen, wenn man innerhalb der vergangenen 72 Stunden negativ getestet wurde. Die Maßnahmen gelten von Samstag bis zum 3. Dezember.

Damit wollen die Präsidenten der drei Regionen vor allem Ansammlungen vermeiden, nachdem am vergangenen Wochenende Strände und Parks überfüllt waren. "Wir rufen die Bürger zu einigen Opfern auf, damit unsere Region nicht zur 'roten Zone' erklärt wird", sagte der Präsident Venetiens, Luca Zaia, am Donnerstag.

Die Regierung von Premier Giuseppe Conte will am Freitag entscheiden, ob auch das süditalienische Kampanien zur "roten Zone"erklärt wird. In Neapel sollen mehr Polizisten eingesetzt werden, um einen Menschenandrang wie am vergangenen Wochenende zu vermeiden, als sonnenhungrige Bürger in Massen am Meeresufer und im Stadtkern flanierten.

Slowenien wird für 14 Tage den bisherigen Lockdown noch zusätzlich verschärfen, in der Hoffnung, hohe Corona-Infektionszahlen zu senken. Ab Freitag wird man sich nur noch mit Angehörigen der eigenen Familie bzw. des eigenen Haushalts treffen dürfen, der öffentliche Verkehr wird eingestellt, Geschäfte und Dienstleistungen ab Montag auf das Notwendigste zurückgeschraubt.

Im spanischen Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona bleiben wegen der Corona-Pandemie alle Bars und Restaurants sowie alle Kinos und Theater bis 23. November geschlossen. Man habe die entsprechende seit dem 16. Oktober geltende Anweisung um weitere zehn Tage verlängert, erklärte die regionale Gesundheitsministerin Alba Verges am Donnerstag in Barcelona.

Alle EU-Länder bis auf Finnland und Teile Griechenlands werden weiterhin von der EU-Corona-Ampel mit der höchsten Warnstufe rot bewertet. Laut dem Update von Donnerstag werden neben Finnland nur einzelne Regionen Griechenlands auf der EU-Karte zur Einschätzung der Corona-Situation orange eingestuft. Im Unterschied zur Vorwoche werden nunmehr auch die zu Portugal gehörenden Azoren rot eingestuft. Grünes Licht gibt es nur für Westfinnland und Dänemarks autonomes Territorium Grönland.

Orange sind in Griechenland Kreta, die Kykladen, Mittelgriechenland sowie der nordwestliche Peloponnes markiert. Grau erschien am Donnerstag Liechtenstein, was bedeutet, dass der EU-Gesundheitsagentur ECDC noch nicht genug Informationen für eine Neubewertung vorliegen.

In Großbritannien sind unterdessen innerhalb eines Tages mehr als 33.000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Die 33.470 Neuinfektionen von Donnerstag sind der höchste Wert seit Beginn der Pandemie, wie aus den aktuellsten Zahlen der Regierung hervorgeht. Pro 100.000 Einwohnern gab es in den vergangenen sieben Tagen in Großbritannien rund 242 Corona-Fälle. In einigen Teilen des Landes geraten Kliniken bereits wieder an ihre Belastungsgrenzen, außerdem funktioniert die Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht ausreichend. Mit mehr als 65.000 Menschen mit Covid-19 auf dem Totenschein ist Großbritannien das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

Quelle: Agenturen