Kriechmayr als Zweiter von Wengen zurück am Abfahrtspodest
Die Eidgenossen Franjo von Allmen (+0,93) und Alexis Monney (+0,95) landeten auf den Plätzen vier und fünf. Daniel Hemetsberger wurde als Achter (+1,37) zweitbester Österreicher. Anders als Franzoni konnte Stefan Babinsky der Zweite des Super-G vom Freitag, nicht erneut glänzen. Er verpasste als 32. die Punkteränge (+2,54). Kriechmayr drehte den Spieß nach Platz zwölf im Super-G um. "Eine meiner besseren Fahrten in der Abfahrt heuer. Es war teilweise sehr gut", sagte Kriechmayr im ORF. Sein zweiter Platz schade in Sachen Selbstvertrauen sicher nicht. "Aber fürs nächste Rennen habe ich trotzdem keinen Vorsprung."
Wegen Windes wurde der Start zum Hundschopf nach unten verlegt. Im Vergleich zur Original-Abfahrt verringerte sich die Fahrzeit um etwa 45 Sekunden. Kriechmayr legte mit Startnummer 6 als erster der Topleute vor, musste seinen Platz an der Sonne aber unter "Odi, Odi, Odi"-Sprechchören sogleich wieder räumen. Odermatt zertrümmerte die Bestzeit des Oberösterreichers in 1:33,14 Min. um acht Zehntel.
Der Schweizer war in jedem Sektor ein paar Hundertstel schneller als Kriechmayr. "Ich finde zwei, drei Zehntel, aber acht Zehntel bei Gott nicht. Unglaublich, was der Odi da wieder abgeliefert hat", sagte Kriechmayr, der zweifache Wengen-Sieger (2019, 2022). Er hatte auch im Februar 2024 als Zweiter von Kvitfjell für den zuvor letzten Podestplatz eines Österreichers in einer Weltcup-Abfahrt gesorgt und im vergangenen Februar WM-Silber gewonnen. "Natürlich war es bitter, dass wir die letzten zwei Jahre so hintennach gegurkt sind. Aber ich habe mir darüber nicht immer den Kopf zerbrochen", bekannte Kriechmayr. Der letzte österreichische Abfahrtssieg ist mittlerweile 20 Weltcup-Rennen her.
Von Allmen touchiert die Bande
Der Tagessieg von Odermatt wackelte in der Folge nicht. Der hoch eingeschätzte Vorjahreszweite Von Allmen streifte mit vollem Risiko die Bande im Kernen-S und verlor in der Folge auch das Wettrennen gegen Kriechmayr. Auch Dominik Paris (6.), Babinsky und Hemetsberger hatten rund um die einzigartige Rechts-Links-Kombination ihre Schwierigkeiten. "Ich war einen halben Meter zu spät", analysierte Hemetsberger. "Da habe ich sechs Zehntel verloren." Babinsky fühlte sich von Anfang an nicht wohl. "Das ärgert mich, weil ich einen guten Grundspeed habe. Ich habe das ganze Rennen nur gekämpft."
Gespannt wartete die Konkurrenz auf den Trainingsdominator Franzoni, der mit Nummer 28 und flacherem Licht Von Allmen noch vom Podest bugsierte. Über alle Zweifel erhaben war wieder einmal Odermatt. "Ich habe schon bei der Zielüberquerung gemerkt: Das war sehr gut", sagte Odermatt nach seinem bereits siebenten Saisonsieg, dem 52. im Weltcup. Mit dem vierten Streich in Wengen avancierte er zum Lauberhorn-Rekordmann in der Weltcup-Ära vor Beat Feuz und Franz Klammer, die beide dreimal die Abfahrt gewonnen hatten. Mit 1.105 hat er nun mehr als doppelt so viele Weltcup-Punkte gesammelt wie der Zweite, Lucas Pinheiro Braathen (538).
Weltcuppunkte gab es hinter dem ÖSV-Topduo nur noch für Raphael Haaser (19.) und Andreas Ploier (25.). Manuel Traninger (31.), Babinsky, Otmar Striedinger (34.) und Stefan Rieser (35.) gingen leer aus. "Das ist im Allgemeinen zu wenig", sagte Speedcoach Andreas Evers zur Riege dieser Fahrer. Der Stockerlplatz durch Kriechmayr sei wunderschön. "Vor allem für den Vinc freut es mich wirklich sehr, er hat hart gekämpft. Ich hoffe, dass das Podium ein erster Schritt wieder war."
Zusammenfassung
- Marco Odermatt bleibt in Wengen ungeschlagen und gewinnt die Abfahrt am Lauberhorn mit seinem vierten Sieg in Serie sowie einer Zeit von 1:33,14 Minuten und 0,79 Sekunden Vorsprung auf Vincent Kriechmayr.
- Vincent Kriechmayr beendet mit Platz zwei eine 700-tägige ÖSV-Podestflaute in der Abfahrt und tankt vor den Hahnenkamm-Rennen neues Selbstvertrauen.
- Giovanni Franzoni aus Italien wird Dritter (+0,90), während Daniel Hemetsberger als Achter (+1,37) zweitbester Österreicher ist und Stefan Babinsky als 32. die Punkteränge verpasst.
