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Kraft in Vikersund-Qualifikation vor Hayböck

10. März 2022 · Lesedauer 3 min

Beste Stimmung im fliegenden Doppelzimmer: Stefan Kraft und Michael Hayböck dominierten am Donnerstag mit den Rängen eins und zwei die Qualifikation für die Skiflug-WM in Vikersund. Kraft untermauerte mit einem Flug auf 230 Meter bei Rückenwind seine Favoritenstellung, Hayböck gelang mit der Quali-Höchstweite von 233 Metern bei leichtem Aufwind ebenfalls ein Start nach Maß.

Manuel Fettner (201/27.) und Daniel Huber (165/39.) haben noch Aufholbedarf für den Bewerb, der sich über je zwei Flüge am Freitag und Samstag (jeweils 16.30 Uhr/live ORF 1) erstreckt. Auch sie schafften den Sprung unter die besten 40 Qualifizierten unter lediglich 45 Angetretenen.

Die Absenz von Cheftrainer Andreas Widhölzl fiel vorerst nicht ins Gewicht. Der Tiroler verzichtete aus Sicherheitsgründen auf die Reise nach Vikersund, nachdem es in seinem Familienkreis einen Covid-Fall gegeben habe, teilte der ÖSV mit. Der 45-Jährige wird in Norwegen von den beiden Co-Trainern Harald Diess und Thomas Thurnbichler vertreten.

"Ich bin froh, dass das Skifliegen gleich wieder so gut funktioniert hat, ich bin letztes Jahr doch nicht so ins Fliegen gekommen - jetzt kann ich es wieder, schaut es aus", sagte Kraft, der hier vor fast exakt fünf Jahren zum Weltrekord (253,5 m) gesegelt war. Einen neuen Rekord in den kommenden Tagen hält er nach dem Schanzenumbau vor zwei Jahren "eher nicht" für möglich.

Die Herausforderung bleibt speziell. "Es ist wirklich geil, wenn du da oben stehst, da geht dir schon die 'Düsn' wieder", sagte Kraft, und wünschte sich für die kommende Tage: "Wenn es geht, immer über 230. Das wäre wunderschön, weil das ist einfach das schönste Gefühl. Schauen wir, dass wir cool bleiben und ein paar coole Flüge zeigen."

Hayböck bewies erneut, dass das Skifliegen bei ihm auf Anhieb funktioniert. Der in dieser Saison nach einer Bandscheibenoperation zurückgekommene Oberösterreicher war schon im vergangenen Jahr bei der WM in Planica aus der Corona-Quarantäne heraus Vierter geworden. Und genießt nun seine Rückkehr. "Ich fühle mich wieder richtig gut und merke, dass es auf der Schanze immer besser wird. Ich freue mich über jeden Flug, den ich hier machen darf und wenn man dann auch noch so weit springt - was gibt es Schöneres?"

Der Olympia-Silbermedaillengewinner Fettner sucht in Norwegen noch das passende Paket. "Wie viel Sendezeit haben wir?", fragte der Tiroler im ORF-Interview angesichts offenbar vieler offener Baustellen. "Es waren einige Punkte, die ich mir vorgenommen habe, die meisten sind nach hinten losgegangen." Er werde nun bestimmt noch das Setup ändern, so Fettner.

Eva Pinkelnig steht hingegen schon der Sinn nach "Regeneration und Seelenhygiene", die Skispringerin beendete ihre Saison vorzeigt. Es mache in ihrem Zustand keinen Sinn, schrieb die 33-jährige Vorarlbergerin auf Instagram. "Ich fühle mich im Moment weder körperlich noch seelisch dazu in der Lage, am kommenden Wochenende beim Weltcup in Oberhof nochmals eine gute Leistung zu bringen." Ihr bestes Saisonresultat war ein fünfter Platz in Lillehammer.

Quelle: Agenturen