APA - Austria Presse Agentur

Klagenfurt schafft das "Unmögliche", für Relegation "bereit"

24. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

Das direkte Duell hat Wacker Innsbruck vor ein paar Wochen für sich entschieden, den längeren Atem im Kampf um den Relegationsplatz in der 2. Fußball-Liga hat aber Austria Klagenfurt gehabt. Für die Kärntner geht die Saison nach einem 2:1-Zittersieg bei Rapid II in die Verlängerung. "Wir sind froh und stolz, dass wir das Unmögliche noch geschafft haben", sagte Klagenfurt-Coach Peter Pacult. Das gelang ausgerechnet in Hütteldorf, wo er als Spieler und Trainer erfolgreich war.

Bereits unmittelbar nach Schlusspfiff wurde der Fokus voll auf das erste Duell im Kampf um einen Platz im Oberhaus mit Bundesliga-Schlusslicht St. Pölten gerichtet. Das geht schon am Mittwoch (18.00 Uhr) im Klagenfurter Wörthersee Stadion über die Bühne. "Wir werden die kurze Zeit nutzen, um gut zu regenerieren und den Fokus nun auf St. Pölten richten. Der Erstligist ist immer der Favorit, aber wir werden bereit sein", versprach Pacult. Während sein Team zuletzt fünf Siege in Folge feierte, ist St. Pölten 14 Partien sieglos. Die Formkurve gibt also durchaus Grund für Optimismus.

Dass Klagenfurt noch vom Aufstieg träumen darf, hat auch mit Pacult zu tun. Der 61-Jährige war Anfang des Jahres als Nachfolger von Robert Micheu eingesetzt worden, um doch noch den Sprung in Liga eins zu schaffen. Zwölf Siege, zwei Remis und drei Niederlagen in der Meisterschaft sorgten für eine starke Bilanz. Das Ziel Direktaufstieg, für das man eine Top-Zwei-Platzierung benötigt hätte, wurde zwar verfehlt, über die Relegation bietet sich für den Ligadritten nun aber trotzdem die Chance.

"Gratulation an meine Mannschaft, die hart dafür gearbeitet hat, um diese Chance zu erhalten. Es war sicher nicht unsere beste Leistung, aber unter dem Strich zählt nur das Ergebnis - und das spricht für uns", resümierte der ehemalige ÖFB-Teamstürmer. Das nötige Glück hatte sein Team in Wien auch auf der Seite, für die Treffer sorgten Fabian Miesenböck (8.) und Christopher Cvetko (33.). Mindestens genauso wichtig war, dass Juniors-Oberösterreich-Akteur Jan Boller mit einem Freistoß aus 25 Metern beim Auswärts-1:0 Innsbruck k.o. schoss. Aus einem Ein-Punkte-Plus wurde für die Tiroler in der letzten Runde ein Zwei-Zähler-Minus.

"Den Juniors gilt ein Riesendank", betonte Klagenfurts Markus Rusek. Der 27-Jährige ist einer von vier Akteuren vom Austria-Stamm, der Bundesligaerfahrung hat. 15 Partien machte er für die Admira, der gleichaltrige Miesenböck spielte einmal mehr für Mattersburg. Bei Mattersburg gar auf 134 Partien brachte es der 31-jährige Thorsten Mahrer. Noch öfter spielte im Oberhaus der 30-jährige Markus Pink, der für Austria Kärnten (2008-2010), Mattersburg, Sturm Graz und die Admira 146 Mal im Einsatz war. Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind daneben die Legionäre, fünf spielten auch am Sonntag eine tragende Rolle.

Am Mittwoch dürfen bis zu 3.000 Fans im Stadion dabei sein. "Es ist uns bewusst, dass die Auflagen sehr streng sind. Aber wir freuen uns dennoch sehr, endlich wieder unsere Fans begrüßen zu dürfen. Trainerteam und Mannschaft haben hart dafür gearbeitet, die Relegation zur Bundesliga bestreiten zu dürfen. Nun hoffen wir darauf, dass so viele Fans wie möglich live dabei sind, um die Burschen zu unterstützen. Gemeinsam haben wir die Gelegenheit, uns einen großen Traum zu erfüllen", sagte Austria-Geschäftsführer Harald Gärtner.

Für die Tiroler war die Fan-Rückkehr kein gutes Omen, just da gab es nach acht Siegen in Folge die entscheidende Niederlage. "Die letzten Wochen und Monate waren sehr positiv, die Mannschaft hat sich zurückgekämpft, im Endspurt ist ihr aber leider die Luft ausgegangen. Das tut weh - auch in der Seele. Es ist für uns alle eine Enttäuschung", sagte Sport-Vorstand Alfred Hörtnagl. Nach dem Urlaub gelte es eine neue Energie aufzubauen und sei es wichtig gemeinsam wieder aufzustehen.

Das unterstrich auch Trainer Daniel Bierofka: "Heute sind alle enttäuscht, aber der Sport ist so, du musst mit Enttäuschungen umgehen können und wieder aufstehen." Dafür wäre es auch wichtig, dass sich abseits des Platzes die Wogen zwischen Vereinsführung und Investor glätten. "Das wird schon eine Herausforderung, das ist nicht wegzuleugnen", wusste Hörtnagl. Sein Ziel ist es, den Kader für den nächsten Anlauf auf den Aufstieg zusammenzuhalten.

Quelle: Agenturen