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Kindl holt bei Weltcupfinale EM-Gold, Nico Gleirscher Bronze

22. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Wolfgang Kindl und Nico Gleirscher haben beim Weltcupfinale der Rennrodler in St. Moritz Gold und Bronze in der EM-Wertung geholt. Kindl gewann am Samstag auf der Naturbahn im Engadin mit einem Vorsprung von 0,021 Sekunden auf den Letten Kristers Aparjods. Gleirscher verbesserte sich in der Entscheidung noch um vier Plätze und wurde 0,300 Sekunden hinter Kindl Dritter. Der neue Europameister beendete die Saison als Weltcup-Zweiter hinter dem Deutschen Johannes Ludwig.

Thomas Steu/Lorenz Koller belegten bei den Doppelsitzern Rang sechs, 0,347 Sek. hinter den siegreichen Toni Eggert/Sascha Benecken. Die Deutschen holten neben EM-Gold ihren sechsten Gesamtweltcupsieg. Steu/Koller wurden als bestes österreichisches Gespann Sechste, haben allerdings einige Rennen ausgelassen. Am Sonntag steht in St. Moritz noch der Frauen-Bewerb mit der fünffachen Saisonsiegerin Madeleine Egle und eine Team-Staffel auf dem Programm.

Kindl stand nach zuvor Silber (Sigulda 2010) und Bronze (Königssee 2017) erstmals bei einer Europameisterschaft im Einzel ganz oben am Podest. Der 33-jährige Tiroler lag nach dem ersten Lauf als Dritter bereits auf Medaillenkurs und blieb in der Entscheidung im Unterschied zu den vor ihm liegenden Ludwig und Dominik Fischnaller - der Südtiroler wurde nach Halbzeit-Führung nur Zehnter - fehlerlos.

"Der erste Lauf war nicht ganz sauber, ich habe gewusst, dass im zweiten noch was geht, wenn ich voll treffe", sagte Kindl. "Dass die größten Konkurrenten im Finale Federn lassen, war natürlich etwas glücklich, schmälert meinen Erfolg aber definitiv nicht." Speed und die Leistung am Start hätten vollauf gepasst, so der Weltmeister von 2017.

Gleirscher rechtfertigte seine Olympia-Nominierung mit Platz drei. Der 24-Jährige lag nach dem ersten Lauf noch unmittelbar hinter Teamkollege Jonas Müller auf Platz sieben, schob sich dank einer sauberen Fahrt aber noch nach vorne. "Ich habe voll riskiert, dass es so aufgeht, ist natürlich fantastisch", sagte der Stubaier, der in St. Moritz im Vorjahr gewonnen hatte.

Der nicht für Peking nominierte Müller hingegen patzte im Finish seines Laufs, begrub damit seine Medaillenchance und lag am Ende auf Rang fünf. Der in den vergangenen Jahren immer wieder von Rückenproblemen geplagte Reinhard Egger verabschiedete sich in seinem letzten Karriere-Rennen als 17. (EM 16.) aus dem Weltcup, Olympiasieger David Gleirscher wurde 19. (EM 17.). Egger (32) meinte nach seinem Abschied: "Der größte Erfolg ist, dass ich mittlerweile völlig schmerzfrei bin und ohne Folgeschäden vom Schlitten steige." Natürlich sei ein wenig Wehmut dabei. Er drücke dem Team aber für Olympia fest die Daumen.

Bei den Doppelsitzern war erst am Vortag die Disqualifikation von Eggert/Benecken vom Neujahrsrennen in Winterberg aus formalen Gründen aufgehoben worden, wodurch sie 16 Punkte auf Sics/Sics wettmachten. Die Balten kamen im ersten Lauf nur auf Rang acht. Eine Verbesserung im finalen Heat um drei Plätze war zu wenig, da Eggert/Benecken ihre Halbzeitführung hielten. Steu/Koller wurden als bestes österreichisches Gespann Sechste, sie haben allerdings einige Rennen ausgelassen.

Yannick Müller/Armin Frauscher und Juri Gatt/Riccardo Schöpf wurden in der Tageswertung Zwölfer und 13. Für Gatt/Schöpf reichte es in der U23-EM-Wertung hinter den Letten Martins Bots und Roberts zu Silber.

Quelle: Agenturen