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Strolz vergibt Sieg in Flachau, McGrath triumphiert

09. März 2022 · Lesedauer 3 min

Österreichs Slalom-Asse haben beim Heimrennen in Flachau den Sprung auf das Podest knapp verpasst. Der Norweger Atle Lie McGrath feierte vor 10.300 Zuschauern seinen Weltcup-Premierenerfolg vor Olympiasieger Clement Noel (FRA/+0,29) und Daniel Yule (SUI/+0,64).

Der Halbzeitführende Johannes Strolz wurde Vierter (+0,66), Marco Schwarz Fünfter (+0,69) und Manuel Feller Sechster (+0,76). Im Kugelkampf liegt Manuel Feller 70 Zähler hinter Henrik Kristoffersen.

Strolz zur Halbzeit klar voran 

Die Halbzeitführung hat also auch Strolz wie schon vielen anderen Rennläufern in dieser Disziplin in diesem Winter kein Glück gebracht. Der Vorarlberger war mit äußerst komfortablen 0,97 Sekunden Vorsprung auf McGrath in die Entscheidung gegangen. Das würde eigentlich sehr zum Attackieren einladen, merkte er an. "Aber ich habe mir sehr schwergetan, dass ich die Mittellage finde und über dem Ski bin. Das ärgert mich schon ein bisschen, dass ich nicht mehr draus machen konnte. Aber es ist ein vierter Platz. Wenn ich zurückdenke, wo ich herkomme, muss ich absolut zufrieden sein", sagte der Slalom-Silbermedaillengewinner von Yanqing.

Dass es niemand aus dem Team auf das Podest geschafft hatte, fand auch Schwarz "bitter", aber er sei sehr happy mit dem fünften Platz. "Mein Skifahren war wieder sehr gut, ich habe mich wieder wohlgefühlt, das ist das Wichtigste", sagte der Kärntner. Feller bedauerte ebenso, dass keiner aus dem ÖSV-Team unter die ersten drei kam. "Es ist schade für die Fans. Wenn wenigstens einer gestochen hätte, dann wäre alles halb so schlimm. So stehen wir zu dritt neben dem Podium. Wir haben es leider nicht auf den Punkt gebracht", erklärte der Tiroler. Er habe alles reingeschmissen, es sei nicht aufgegangen.

"Klar hätten wir gern ein Podium gehabt. Die Ausgangslage war sehr gut, die Gegner aber auch. Wir waren knapp dabei, aber trotzdem daneben. Und wieder mal war alles im Hundertstelbereich", erklärte ÖSV-Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher. Slalomcoach Marko Pfeifer bemerkte bei Strolz, dass dieser "unbedingt gewinnen" wollte. "Vielleicht war das ein bissl zu viel mit der Brechstange. Dann ist die Zeit gleich mal beim Teufel."

Kristoffersen nur 16. 

Kristoffersen wurde nur 16., er hat mit 371 Zählern vor dem letzten Rennen 48 Zähler Vorsprung auf seinen Landmann Lucas Braathen (323/Tages-15.), Dritter ist der Deutsche Linus Straßer (307/9.), Vierter Feller (301). Nach einem schweren Fehler hatte Kristoffersen als Ex-aequo-28. gerade noch das Finale erreicht, verbesserte sich mit Laufbestzeit aber um zwölf Ränge. "Der erste Lauf war bis zu der letzten Welle gut. Im zweiten Lauf war das Skifahren nicht so schlecht, aber bei der Geschwindigkeit war ich nicht dabei", meinte er.

Die stimmte auf alle Fälle beim 21-jährigem McGrath, der schon in Schladming Zweiter geworden war. "Hier und Schladming, das sind die coolsten Rennen, ich mag Abendrennen. In dieser Saison sind alle so crazy und cool, ich bin so zufrieden", meinte der Norweger, der großen Gefallen an den eingebauten Riesen-Wellen fand.

Fabio Gstrein klassierte sich als Zwölfter, Michael Matt als 19. Simon Rueland und Marc Digruber hatten das Finale verpasst, Dominik Raschner schied im ersten Lauf aus. Sein letztes Rennen bestritt der 39-jährige Südtiroler Manfred Mölgg, der Gewinner von drei WM-Medaillen und drei Weltcuprennen wurde im Ziel von seinen Mitbewerbern empfangen und unter großem Jubel der Zuschauer gebührend verabschiedet.

Quelle: Agenturen