APA/HERBERT NEUBAUER

Pöltl: "Müssen den Weg auf die Siegerstraße finden

18. Jan. 2022 · Lesedauer 4 min

16 Siege, 27 Niederlagen - die Bilanz der San Antonio Spurs kurz nach der Halbzeit der Regular Season in der NBA fällt nicht gerade überragend aus. Positiv in Erscheining getreten ist bisher aber Jakob Pöltl. Im Interview zieht der Wiener Bilanz.

Mit 12,1 Punkten, 8,9 Rebounds, 2,7 Assists, 1,5 Blocks und 59 Prozent Feldwurf-Quote bringt Jakob Pöltl (26) in seiner sechsten NBA-Saison sehr starke Stats auf das Parkett.

Im Jänner erzielt der Center durchschnittlich bislang sogar ein Double-Double (11,9 Punkte und 10,5 Rebounds). Vor kurzem durchbrach Österreichs erster und bislang einziger NBA-Profi zudem sowohl die 2.500-Punkte-Karriere-Marke als auch den 500-Assists-Wert.

Frage: Jakob, wie fällt deine Bilanz kurz nach Halbzeit des Grunddurchgangs aus Team-Sicht aus?

Jakob Pöltl: Die Anzahl an Siegen ist nicht ganz so hoch, wie wir es uns gewünscht hätten, aber grundsätzlich ist die Leistung über die Saison gesehen bislang nicht so schlecht. Ich finde, die Entwicklung des Teams ist auch recht gut. Der Saisonbeginn und auch die letzten Wochen sind nicht optimal verlaufen, zumindest was die Siegquote anbelangt.

Frage: Vor dem Sieg gegen die Clippers hattet ihr eine Serie von zehn Spielen mit nur einem Erfolg und neun Niederlagen. Hauptgrund waren sicherlich die Ausfälle wegen des Health & Safety Protocols. Siehst du auch andere Ursachen?

Pöltl: Die Ausfälle haben uns auf jeden Fall weh getan. Dadurch, dass unser Offensiv-Spiel so sehr auf Teamwork basiert, ist es dann natürlich auch schwer, mit einigen neuen Spielern, die kaum bis gar nicht mit uns trainiert haben, schnell etwas Gutes auf die Beine zu stellen. Ich glaube, das haben wir sehr gespürt. Auch die Spieler, die nach ihrer Covid-Pause zurückgekehrt sind, waren natürlich nicht gleich bei hundert Prozent. Das hat es uns in Kombination mit den vielen Auswärtsspielen schwer gemacht. Hoffentlich geht es jetzt wieder bergauf, wir müssen den Weg zurück auf die Siegerstraße finden.

Frage: Wie frustrierend bzw. verzerrend ist es, dauernd mit Ausfällen zurecht zu kommen? Hältst du es trotzdem für die beste Lösung, die Saison weiterhin mit möglichst wenigen Verschiebungen oder Absagen durchzuziehen?

Pöltl: Natürlich ist es frustrierend, mit Ausfällen kämpfen zu müssen, vor allem mit so vielen in so kurzer Zeit. Die Entscheidung, ob man weiterspielen oder pausieren soll, würde ich persönlich nicht treffen wollen. Ich glaube, es ist eine Business-Entscheidung und die liegt im Endeffekt nicht in meiner Hand.

Frage: Double-Doubles sind bei dir fast schon Standard, nach Dejounte Murray bist du wahrscheinlich der zweitbeste Spieler im Team und beim Player Efficiency Rating rund Nummer 40 der Liga. Ist auch dein persönlicher Eindruck, dass du einen großen Schritt gemacht hast bzw. was nimmst du dir persönlich für die zweite Saisonhälfte vor?

Pöltl: Ja, ich finde, ich habe streckenweise schon sehr gut gespielt. Ich hatte aber auch Phasen mit kleinen Durchhängern und ich nehme mir für die zweite Saisonhälfte vor, dass ich noch ein bisschen konstanter gute Leistungen bringe bzw. einen größeren Einfluss auf das Spiel habe. Vor allem in den letzten Wochen, in denen wir wenig gewonnen haben, war ich in der Offense vielleicht nicht auffällig und aktiv genug, da hätte ich mehr machen können.

Frage: Was ist für dich bisher das Überraschungs-Team der Saison?

Pöltl: Das zur Saisonhälfte konkret zu beantworten, ist etwas schwierig, da noch immer viel passieren kann und wird. Bislang am meisten überrascht hat mich Cleveland, die Cavs spielen mit einem jungen Team und einem unkonventionellen Line-up eine sehr starke Saison. Der Basketball ging in den letzten zehn Jahren eigentlich in eine andere Richtung, aber sie sind mit einer großen Aufstellung erfolgreich und machen ihr Ding sehr gut.

Frage: Was kann man von euch in den kommenden Spielen erwarten?

Pöltl: Ich hoffe, dass wir in der nächsten Phase mit vielen Heimspielen wieder mehr Siege einfahren können. Mit einem hoffentlich kompletten Kader und wenigen Reisen sollten wir wieder leichter in einen Rhythmus kommen.

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst auf laola1.at erschienen 

Quelle: Redaktion / Laola1.at