Jacksonville Jaguars: Die Gründe für die Krise

15. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Ein angezählter Head Coach, ein 0-5 Start in die Saison und der folgerichtig letzte Platz in der AFC South Division. Für die Jacksoville Jaguars hätte der Start in die neue NFL-Saison nicht viel schlechter verlaufen können.

Wenn die Jacksonville Jaguars am Sonntag im London-Game (ab 15:25 Uhr live auf PULS 24) auf die Miami Dolphins treffen, ist ein Sieg fast Pflicht. Das Spiel gegen die ebenfalls kriselnde Franchise aus Miami (1-4) ist für die Jaguars wohl schon die letzte Chance noch irgendwie Ambitionen auf eine Play-off-Teilnahme anzumelden.

Hoffnung nach Lawrence-Verpflichtung groß

Dabei gab es nach der Off-Season für die nicht gerade erfolgsverwöhnten Fans der Jaguars durchaus Grund zur Hoffnung. Nach einer katastrophalen Vorsaison, in der das Team nur einen Sieg aus 16 Spielen holte, durfte Jacksonville im Draft als erste Franchise wählen.

Mit Trevor Lawrence wählte man erwartungsgemäß einen Quarterback, der von vielen Experten als einer der talentiertesten Spieler überhaupt gesehen wird. Als neuer Head Coach wurde Urban Meyer verpflichtet, der im College Football zu den erfolgreichsten Trainern der Gegenwart zählt. Die Jacksonville Jaguars wurden erst 1995 gegründet und erreichten in den letzten 20 Jahren nur dreimal die Play-offs. Die Erwartungshaltung im Nordosten von Florida ist dementsprechend gering, jedoch war mit den Verpflichtungen von Meyer und Lawrence eine gewisse Aufbruchstimmung zu erkennen.

APA/AFP/GETTY IMAGES/Julio Cesar AGUILAR

Jacksonville-Besitzer Shahid Khan kaufte die Jaguars vor knapp zehn Jahren für kolportierte 770 Millionen Dollar. Zum Erfolg konnte der Pakistani, dem auch der Fußballclub FC Fulham gehört, die Jaguars aber noch nicht. 

Bittere Niederlage gegen Texans

Jener Aufbruchstimmung versetzte jedoch das Auftaktspiel der Jaguars bei den Houston Texans den ersten Dämpfer. Gegen die Texans ging man eigentlich als Favorit in die Partie, am Ende gewinnen die Texans deutlich mit 37:21.

Head Coach Meyer steht wegen eines umstrittenen Play-Calls sofort in der Kritik. Beim Stand von 19:31 stehen die Jaguars zehn Minuten vor Schluss wenige Zentimeter vor der Endzone der Texans. Meyer entscheidet sich gegen einen Quarterback Sneak, der in solchen Fällen meist zum Erfolg führt, der Touchdown misslingt.

Nach dem Spiel rechtfertigt Meyer seine Entscheidung mit der Aussage, dass sich Quarterback Lawrence mit dem Spielzug "noch nicht wohlfühlt". Jener widerspricht seinem Coach jedoch: "Das stimmt nicht, ich fühle mich sehr wohl damit. Ich hab offensichtlich noch keinen Quarterback-Sneak in einem NFL-Spiel gemacht, aber ich fühle mich gut damit. Diesen Call könnten wir in jeder Situation machen"

Meyer in der Kritik

Auch im weiteren Saisonverlauf geben die Jaguars, die ihre letzten 20 NFL-Spiele in Folge verloren haben, kein gutes Bild ab. Gegen die noch ungeschlagenen Cardinals (19:31), die Broncos (13:23) und die Titans (19:37) ist Jacksonville chancenlos, gegen die Bengals (21:24) kann man die Partie zumindest lange offen halten. Hinzu kommt weitere Unruhe um Urban Meyer. Der 57-jährige verheiratete Coach sorgte mit einem kontroversen Video aus einer Bar für Aufsehen.

Berichten zu folge sollen sich Teile der Mannschaft bereits gegen den Coach ausgesprochen. Fakt ist, dass die Jaguars massiv unter Druck stehen. Auch die Dolphins gelten nicht gerade als Top-Team der Liga. Nach einem knappen Auftaktsieg gegen die Patriots (17:16) setzte es für Miami vier Niederlagen – unter anderem vernichtende Pleiten gegen die Buffalo Bills (0:35) oder Tom Bradys Bucs (17:45).

Das London-Game der beiden krisengeschüttelten Mannschaften zeigt PULS 24 am Sonntag ab 15:25 Uhr live im TV.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa