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IOC: Kein Ausschluss russischer Funktionäre

18. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Während russische Sportlerinnen und Sportler von den Wettkämpfen ausgeschlossen sind, will das Internationale Olympische Komitee weiterhin keine russischen Funktionäre suspendieren.

Das IOC verweist dabei auf seine olympische Charta. Demnach seien die IOC-Mitglieder "keine Vertreter ihres Landes innerhalb des IOC. Sie werden vielmehr als Einzelpersonen vom IOC gewählt und dann als Botschafter des IOC an die Sportorganisationen ihres Landes delegiert", teilte das IOC mit.

Warum nur Athleten? 

Auf jeden Fall würden derzeit keine IOC-Sitzungen stattfinden, an denen russische IOC-Mitglieder teilnehmen, hieß es weiter. Dass die Meinungen über die Causa auch im IOC auseinandergehen, lassen etwa Aussagen von IOC-Mitglied Richard Pound erkennen. Dieser findet es fragwürdig, dass das IOC nur den Ausschluss von Athleten empfiehlt, nicht aber von russischen Funktionären. "Es erscheint unverständlich, dass die Strafen hier selektiv sind", sagte Pound. Eine klare Aussage, ob die russischen IOC-Mitglieder suspendiert werden sollten, vermied aber auch.

Die Schweiz und der IOC

Zuvor hatte sich die Schweiz wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine für den Ausschluss von Funktionären aus Russland und Belarus aus Spitzenämtern in internationalen Sportverbänden eingesetzt. Das ging aus einem Brief von Sport- und Verteidigungsministerin Viola Amherd an das IOC hervor. Angesichts der Situation in der Ukraine reiche es nicht mehr aus, Athletinnen und Athleten aus den beiden Ländern von Wettkämpfen im Ausland auszuschließen, hieß es in dem Brief unter anderem.

In der Schweiz sind zahlreiche Spitzenverbände angesiedelt, darunter neben dem IOC auch die Fußballverbände FIFA und UEFA, ebenso der Europäische Leichtathletikverband, der Basketball-Weltverband, die internationalen Reitsport-, Fecht- und Schwimmverbände und viele andere. Diese sind in der Regel privatwirtschaftlich organisiert. Die Schweizer Regierung glaube, dass das IOC Druck auf die Verbände ausüben könne, etwa mit der Drohung, sie aus der olympischen Familie auszuschließen, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Sport.

IOC: Weiterhin kritische Haltung 

Das IOC will laut eigener Aussage weiterhin Personen und Organisationen "anprangern, die für diesen Krieg verantwortlich sind und den olympischen Frieden verletzen. Gleichzeitig beobachtet das IOC die Situation weiterhin genau und behält sich das Recht vor, die Maßnahmen je nach weiteren Entwicklungen anzupassen".

Quelle: Agenturen / Redaktion