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Inter Mailand besiegelt Barcelonas Champions-League-Aus

26. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Es ist Gewissheit: Der millionenschwer aufgerüstete FC Barcelona verpasst das Achtelfinale der Fußball-Champions-League. Inter Mailand besiegelte das Out der Katalanen am Mittwoch mit einem 4:0 gegen Viktoria Pilsen. Barca war danach bei der 0:3-Heimpleite gegen Gruppensieger Bayern München chancenlos. Ihre Achtelfinal-Tickets buchten auch Liverpool und der FC Porto. Trainer Oliver Glasner ist mit Eintracht Frankfurt nach einem 2:1 gegen Marseille weiter im Rennen.

Barcelona hatte auf einen Umfaller von Inter gegen das punktelose Schlusslicht aus Tschechien hoffen müssen - den Gefallen taten ihnen die Mailänder nicht. Italiens Vizemeister ging durch ein Kopftor von Henrich Mchitarjan in Führung (36.), Edin Dzeko ließ einen Doppelpack folgen (42., 66.). Für den Schlusspunkt sorgte bei seinem ersten Einsatz nach genau zwei Monaten Pause wegen einer Oberschenkelverletzung der eingewechselte Romelu Lukaku (87.).

Barca bleibt damit neuerlich nur der Umstieg in die Zwischenrunde der Europa League, in der es im Frühjahr gegen einen Gruppenzweiten aus dem zweithöchsten Bewerb um den Achtelfinal-Einzug geht. In der Vorsaison war das Team von Trainer Xavi im EL-Viertelfinale an Eintracht Frankfurt gescheitert. Im Sommer folgte eine Transferoffensive mit Ausgaben von rund 150 Mio. Euro, die unter anderem Weltfußballer Robert Lewandowski von den Bayern zum hochverschuldeten Club nach Barcelona lotste - international vorerst ohne Erfolg.

Die Bayern fuhren einen ebenso souveränen wie verdienten Auswärtssieg ein, der ihnen auch den Gruppensieg bescherte. Sadio Mane entwischte Hector Bellerin und stellte früh auf 1:0 (10.). Der zuletzt in Hochform befindliche Eric Maxim Choupo-Moting, der hinter Lewandowski einst ein Schattendasein gefristet hatte, legte nach (31.). Benjamin Pavard erhöhte in der 95. Minute noch auf 3:0. Serge Gnabry gab zu allen Treffern den Assist.

Bei den Bayern kam Marcel Sabitzer zur Pause für Leon Goretzka ins Spiel. Lewandowski machte gegen seinen Ex-Club keinen Stich. Ein Elfmeter nach vermeintlichem Foul von Matthijs de Ligt gegen den Polen wurde nach Video-Studium zurückgenommen (45.+1). Am Ende gab Barcelona trotz seiner hochkarätig besetzten Offensive nicht einen echten Torschuss auf das Gehäuse von Bayern-Ersatztorhüter Sven Ulreich ab.

Liverpool buchte das Achtelfinal-Ticket mit einem 3:0 bei Ajax Amsterdam. ÖFB-Teamspieler Florian Grillitsch kam bei den Niederländern im Finish zu einem Kurzeinsatz (ab 85.). Mohamed Salah traf nach einem Außenrist-Pass von Jordan Henderson (42.), Darwin Nunez nach einem Eckball per Kopf (49.) und Harvey Elliott nach einem Lochpass von Salah (52.).

Vor dem Gruppensieg steht dennoch SSC Napoli. Fünf Siege und 20:4 Tore hat Italiens zuletzt im Spielrausch befindlicher Tabellenführer vor dem abschließenden Schlager in Liverpool nach fünf Gruppenspielen stehen. Gegen die Rangers traf Giovanni Simeone in zweifacher Ausführung (11., 16.).

Sein Vater Diego Simeone erlebte eine herbe Enttäuschung. Er verpasst als Trainer mit Atletico Madrid das Achtelfinale in höchst dramatischer Manier. Yannick Carrasco vergab beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen in der 99. Minute einen kuriosen Elfmeter, der Nachschuss von Saul Niguez ging an die Latte.

Das Ergebnis reichte beiden Teams nicht, weil der FC Porto schon zuvor bei Überraschungstabellenführer Club Brügge 4:0 gewonnen hatte. Die Portugiesen folgten den Belgiern, die bis dahin in vier CL-Partien keinen Gegentreffer kassiert hatten, in die Runde der letzten 16. Für Atletico und Leverkusen geht es in der letzten Runde im Fernduell nur noch um den Umstieg in die Europa League.

In Gruppe D dagegen ist noch alles möglich - auch für Europa-League-Sieger Frankfurt. Das Glasner-Team rang Olympique Marseille im Hochrisikospiel daheim dank Toren von Daichi Kamada (3.) und Randal Kolo Muani (27.) mit 2:1 nieder und hat den Aufstieg in der letzten Runde mit einem Sieg bei Sporting Lissabon selbst in der Hand.

Die Portugiesen überraschten nach langer Führung mit einem 1:1 bei Spitzenreiter Tottenham, der dadurch den vorzeitigen Aufstieg verpasste. Der für die "Spurs" erlösende Treffer von Harry Kane in der Nachspielzeit wurde nach VAR-Entscheid nicht anerkannt (95.). Damit gehen alle vier Teams innerhalb von zwei Zählern ins Finale - Tottenham (8 Punkte) vor Sporting, Frankfurt (je 7) und Marseille (6).

Quelle: Agenturen