ICE-Playoffs: Wer zieht ins Halbfinale ein?

09. März 2022 · Lesedauer 7 min

Die Playoffs in der ICE Hockey League stehen vor der Tür. Die heißeste Zeit des Jahres beginnt. PULS 24 wirft einen Blick auf die Viertelfinal-Paarungen, fasst die jeweilige Ausgangslage zusammen und wagt eine Prognose, welche vier Mannschaften es ins Halbfinale schaffen werden.

Spusu Vienna Capitals (#4) – EC-KAC (#8)

Bisherige Saisonspiele: 5:0 KAC, 0:2 VIC, 0:2 KAC, 2:3 KAC (SO)  

Die Ausgangslage

Es ist ganz klar der Kracher unter den vier Paarungen: Capitals vs. KAC. Ein Duell, das sich mehr nach einer Halbfinal- oder Finalbegegnung als nach Viertelfinale anhört. Beide Teams haben jedoch eine turbulente Saison hinter sich.

Die Wiener bereiteten ihren Fans vor allem zu Saisonbeginn große Sorgen. Nach sechs Niederlagen in den ersten acht Spielen drohte den Caps das erstmalige Verpassen der Playoffs seit der Saison 2003/04. Dieses Schreckgespenst konnte souverän abgewendet werden. Als Vierter der Grunddurchgangs zogen die Wiener schlussendlich souverän in die Playoffs ein.

Weniger souverän qualifizierte sich der KAC für die Runde der letzten Acht. Der Meister schwächelte vor allem gegen Ende des Grunddurchgangs und beendete jenen nur auf Rang acht. In den Pre-Playoffs musste man gegen Bozen ran. Der 2:0-Erfolg in der best-of-three-Serie sieht am Ende deutlicher aus, als die Spiele verliefen.

Die Mannschaften im Vergleich

Die Capitals sind in der laufenden Saison – im Vergleich zu den Vorjahren – deutlich abhängiger von ihren Top-Imports. Das Trio Nicolai Meyer, James Sheppard und Matthew Neal ist an beinahe jedem Treffer beteiligt. Defensiv stechen mit Anton Karlsson, Charlie Dodero und Alex Wall ebenfalls Legionäre hervor. Das Powerplay der Wiener war über weite Strecken des Grunddurchgangs ein großer Faktor, das Penalty Killing funktioniert ebenfalls. Zudem überzeugt Goalie Bernhard Starkbaum mit starken Leistungen.

Beim KAC funktionierte gegen Ende der Regular Season offensiv fast gar nichts. Dreimal blieb man in den letzten vier Spielen ohne eigenen Treffer. Mit der Rückkehr von Nick Petersen und einigen weiteren Stützen darf man von den Klagenfurtern in Sachen Scoring wieder mehr erwarten. Mit Goalie Sebastian Dahm hat Petri Matikainen einen sicheren Rückhalt und auch die Dichte im Kader ist gewohnt hoch. Wermutstropfen ist der Ausfall von Topscorer Rok Ticar, der auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung steht. 

Die Prognose

Wien vs. KAC wird wie in der Vergangenheit eine ganz heiße Partie werden. Die Capitals gehen aufgrund der aktuellen Formkurve als leichter Favorit in das Spiel. Zudem würde man ein etwaiges Spiel sieben vor heimischen Publikum bestreiten.

PULS 24 Tipp: Wien gewinnt die Serie mit 4:3.

EC Red Bull Salzburg (#1) – Tesla Orli Znojmo (#7)

Bisherige Saisonspiele: 3:1 ZNO, 2:5 RBS, 5:3 RBS, 3:1 RBS

Die Ausgangslage

Es ist von der Papierform her die eindeutigste Viertelfinal-Paarung: Der Grunddurchgang-Dominator EC Salzburg trifft auf Znojmo, das Team das am längsten um die Playoff-Teilnahme zittern musste.

Während die Salzburger als Nummer eins der Regular Season ihr Ticket bereits vor Wochen gelöst haben, fixierte Znojmo den Einzug in die Post Season mit zwei Overtime-Siegen in den Pre-Playoffs gegen die Graz99ers. Die Tschechen hatten den Grunddurchgang auf Platz sieben beendet.

Die Mannschaften im Vergleich

Znojmo baut in der Serie vor allem auf seine Topstars Radek Prokes und Anthony Luciani. Die beiden Stürmer führen die Punktewertung der Liga an und sind gegen jeden Gegner eine Waffe. Das starke Powerplay, das in 26,57 Prozent der Fälle zu einem Treffer führt (Liga-Bestwert), ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Großes Fragezeichen ist die wackelige Defensive. Die "Adler" kassierten im Grunddurchgang die meisten Tore (151) aller acht Playoff-Teams.

Probleme, die Salzburg nicht hat. Mit nur 109 Gegentoren stellt man die beste Defensive der Liga. Das Goalie-Duo Lamoureux/Tolvanen ist wohl das Beste, was die ICE zu bieten hat. Mit T.J. Brennan hat man den punktbesten Verteidiger in seinen Reihen und auch die Offensive, die Matt McIlavne zur Verfügung steht, ist hochkarätig besetzt: Neben "MVP" Peter Schneider stechen vor allem Thomas Raffl, Benjamin Nissner und Ty Loney hervor. Der Kader der "Bullen" ist auch in der Breite top besetzt.

Die Prognose

Auch wenn Znojmo heuer bereits für die ein oder andere Überraschung gesorgt hat, führt in dieser Serie wohl kein Weg an Salzburg vorbei. Die "Bullen" gehen als Titelfavorit Nummer eins in die Playoffs und werden den "Adlern", wenn alles nach Plan läuft, keine Chance lassen.

PULS 24 Tipp: Salzburg gewinnt die Serie mit 4:0. 

EC GRAND Immo VSV (#2) – HK SZ Olimpija Ljubljana (#6)

Bisherige Saisonspiele: 6:0 HKO, 3:4 HKO, 4:2, 2:4 VSV

Die Ausgangslage

Weniger klar sind die Vorzeichen im Spiel zwischen dem Villacher SV und dem HK Olimpija Ljubljana. Noch vor wenigen Monaten hat es eher danach ausgesehen, als ob die Slowenen als Nummer zwei und die Villacher als Nummer sechs in die Playoffs gehen.

Dank eines überragenden Schlusssprints mit elf Siegen aus den letzten zwölf Spielen sicherte sich der VSV noch Platz zwei. Ljubljana hingegen zeigte gegen Ende schwankende Leistungen und rutschte ein paar Plätze zurück, nachdem man über weite Strecken der Saison von der Spitze thronte. Dennoch gelang dem Liga-Neuling in seiner Debüt-Saison auf Anhieb die direkte Playoff-Qualifikation.

Die Mannschaften im Vergleich

Ljubljana glänzte vor allem zu Beginn mit disziplinierten und konstanten Leistungen. Guillaume Leclerc (41 Punkte) sticht aus einem starken Kollektiv aus vielen Eigenbauspielern heraus. Das Penalty Killing (86,52 Prozent, Liga-Bestwert) gilt als große Stärke der "Drachen". Zudem ist Ljubljana eine sehr heimstarke Mannschaft. Das Goalie-Duo Zan Us/Paavo Holsa leistete sich gegen Ende der Regular Season den ein oder anderen Patzer. Allgemein wirkt die Mannschaft von Head Coach Mitja Sivic nicht mehr so souverän wie zu Saisonbeginn, die fehlende Erfahrung könnte in den Playoffs außerdem ein Thema werden.

Villach überzeugt offensiv und brannte heuer bereits das ein oder andere Feuerwerk auf dem Eis ab (8:3 und 9:7 gegen Graz, 7:1 gegen Wien). Umgekehrt erwies sich die Defensive nicht immer als sattelfest, was den Draustädtern einige bittere Pleiten bescherte. Das 1:9 gegen den KAC (höchste Derby-Niederlage seit 1988) markierte den Tiefpunkt der Saison. Just in der wichtigsten Phase scheinen sich die "Adler" jedoch stabilisiert zu haben. Scott Kosmachuk, John Hughes, Chris Collins und Co. liefen in den letzten Wochen des Grunddurchgangs zur Hochform auf.

Die Prognose

In der aktuellen Form gehen die Villacher nicht nur als Favorit in dieses Viertelfinal-Duell, sondern sind auch ein ganz heißer Anwärter auf den Meistertitel. Der HKO muss mit dem Druck der ersten Playoffs in der ICE Hockey League erst einmal umgehen.

PULS 24 Tipp: Villach gewinnt die Serie mit 4:2.

Hydro Fehervar AV 19 (#3) – HC Pustertal Wölfe (#5)

Bisherige Saisonspiele: 5:2 AVS, 5:4 AVS (OT), 4:3 PUS (SO), 7:3 PUS  

Die Ausgangslage

Fehervar gegen Pustertal: Von allen vier Viertelfinal-Begegnungen hätte man mit dieser vor Saisonbeginn wohl am wenigsten gerechnet.

Die Ungarn hatten diverse Experten dabei noch eher am Schirm. Fehervar spielte bereits in der Vorsaison einen starken Grunddurchgang, ehe man im Viertelfinale von den Vienna Capitals gesweept wurde. 2021/22 hielten sich die "Teufel" konstant in den Top-6. Am Ende steht mit Rang drei die souveräne Playoff-Qualifikation zu Buche.

Der HC Pustertal hingegen darf wohl als größte Überraschung unter den letzten Acht bezeichnet werden. Als krasser Underdog in die Saison gestartet, taten sich die "Wölfe" zu Beginn schwer und wechselten sich mit Linz am Tabellenende ab. Seit der Verpflichtung von Coach Raimo Helminen Mitte November ging es jedoch stetig bergauf. Die Pustertaler Erfolgsstory fand schließlich im letzten Spiel der Regular Season ihren Höhepunkt. Mit einem Overtime-Sieg gegen Znojmo qualifizierten sich die "Wölfe" in ihrer Debüt-Saison als Fünfter für die Playoffs.

Die Mannschaften im Vergleich

Fehervar besticht heuer vor allem durch Konstanz und Effizienz. Die Ungarn verwerten zwölf Prozent ihrer Torschüsse (Liga-Bestwert) und sind offensiv sowie defensiv stabil. Top-Legionäre wie Anze Kuralt, Alex Petan oder Josh Atkinson verstärken einen soliden Stamm aus ungarischen Nationalspielern. Head Coach Kevin Constantine ist es zudem gelungen die Defensivprobleme der Vergangenheit weitestgehend abzustellen.

Pustertal besticht vor allem durch Leidenschaft und Wille. Die Südtiroler, deren Kader lang nicht so tief besetzt ist, wie jener der Top-Teams, sind vor allem in der heimischen Intercable Arena ein unangenehmer Gegner. Das musste auch der schier übermächtige Lokalrivale, Bozen feststellen. Mit Tomas Sholl haben die "Wölfe" zudem einen Top-Goalie in der Hinterhand. Topscorer ist Johan Harju (45 Punkte).

Die Prognose

Pustertal spielt mit viel Herz und schwimmt nach der sensationellen Playoff-Qualifikation auf einer kleinen Euphoriewelle. Aufgrund der Erfahrung und des tiefer besetzten Kaders geht Fehervar dennoch als Favorit in die Viertelfinal-Serie.

PULS 24 Tipp: Fehervar gewinnt die Serie mit 4:3.

 

Maximilian PatakQuelle: Redaktion