APA - Austria Presse Agentur

Hörl krönte Wisla-Auftritt mit Weltcup-Premierenerfolg

05. Dez 2021 · Lesedauer 3 min

Jan Hörl hat seinen ersten Einzelsieg im Weltcup der Skispringer eingefahren. Der 23-Jährige setzte sich am Sonntag in Wisla im Großschanzenbewerb mit Sprüngen auf 121 und 128 m sowie 261,9 Punkten vor dem Norweger Marius Lindvik (255,2) und seinen Landsmann Stefan Kraft (253,6) durch. Im fünften Einzelspringen der Saison hat es also mit dem ersten Sieg eines Österreichers im Weltcup geklappt. Dabei behielt Hörl die Nerven, war er doch im Probedurchgang gestürzt.

Es war auch der erste Einzel-Erfolg seit 28. Februar 2020 in Lahti für Österreich, als Kraft gewann. Und der erste rot-weiß-rote Sieger seit Michael Hayböck am 17. Dezember 2016 in Engelberg, der nicht Kraft hieß. Bereits am Vortag hatte Hörl entscheidend zum Sieg des ÖSV-Team im Mannschaftsbewerb von Wisla beigetragen.

"Es ist ein Mega-Gefühl. Dafür habe ich jahrelang trainiert, dass es jetzt aufgeht, ist genial. Ich habe meine besten Sprünge zeigen können und den zweiten habe ich auch runtergebraucht", sagte der Salzburger Hörl, der als Halbzeitführender als letzter Springer im Finale über den Bakken ging. "Es braucht noch ein bissl, bis ich das realisiere, was am Wochenende passiert ist. Qualisieg, Teamsieg, Einzelsieg - Hattrick. Und Sturz auch noch, es war alles dabei."

Im zweiten Durchgang hat er bisher mehrmals die Leistung aus dem ersten nicht wiederholen können, deshalb sei er auch nervös gewesen. Sonntag passte alles. "Es tut gut, dass ich den zweiten runtergekriegt habe. Es ist gut fürs Herz. Wenn man als Letzter oben sitzt und noch über die grüne Linie drübersegelt, was Schöneres gibt es nicht." Öfter habe er ein bisschen verhalten agiert. "Jetzt war ich Pilot, hatte alles unter Kontrolle. Vielleicht braucht es einfach die Aggressivität von mir." Das gute Gefühl wolle er nun mitnehmen.

"Sehr cool, echt geil, wenn zwei Österreicher zum Schluss obenstehen", sagte Kraft, der zur Halbzeit noch Zweiter war, im Finale dann eine Position einbüßte. "Heute war es richtig fair und schön zum Springen, ich bin megahappy. Sehr konstant, es schaut aus, dass ich stabiler geworden bin. Ich fühle mich immer wohler." Zu Hörl meinte er: "Im Probedurchgang legt er sich hin, dann gewinnt er den Wettkampf, ich freue mich für ihn. Er ist es cool runtergesprungen. Er war heute der beste Mann." Der Teamsieg habe vielen gut getan, das habe Selbstvertrauen gegeben.

"Für Jan war es Zeit", sagte Cheftrainer Andreas Widhölzl. "Super, dass er aktiv geblieben ist und nicht zurückgesteckt hat, sondern angriffslustig war. Das braucht es, das ist sein Sprungstil, das muss er durchziehen." Er freue sich für das ganze Team. "Wir sind gut aufgestellt, materialtechnisch und auch sprungtechnisch, wir haben ein gutes Paket. Mit dem Erfolg wird das Selbstvertrauen auch größer werden."

Manuel Fettner landete auf Platz 16 (232,8 Punkte), Philipp Aschenwald auf 18 (232,1), Daniel Huber auf 22 (224,5), Daniel Tschofenig auf 23 (222,9).

Quelle: Agenturen