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Historisches erstes Wiener Derby um Austrian Bowl XXXVII

28. Juli 2022 · Lesedauer 4 min

Eine äußerst spannende Austrian Football League-Saison erreicht am kommenden Samstag mit dem Austrian Bowl XXXVII ihren Höhepunkt. In der St. Pöltener NV Arena duellieren sich die Danube Dragons und die Vienna Vikings um den österreichischen Meistertitel. Im Vorfeld des Finales sehen beide Head Coaches die bisher ungeschlagenen Dragons in der Favoritenrolle. Erstmals stehen sich zwei Wiener Vereine in einem Austrian Bowl gegenüber.

Vor der Saison verlor die AFL die zwei mit Abstand stärksten Teams der vergangenen Jahre. Die "Einsermannschaften" der Raiders Tirol und der Vienna Vikings wechselten in die European League of Football (ELF). Damit einhergehend erlitt die Liga einen großen Qualitätsverlust, dem sie durch die Aufnahme neuer Teams und mehr Ausgeglichenheit entgegenwirken wollte. Laut AFBÖ-Generalsekretär Christoph Seyrl ist das mehr als gelungen:" Wir haben die spannendste AFL-Saison aller Zeiten erlebt."

Dragons mit elf Siegen in Folge ins Finale

Die Dragons kristallisierten sich bereits früh als Titelaspirant heraus. Den Grunddurchgang absolvierte das Team von Head Coach Michael Hönig ohne Niederlage (10:0 Bilanz). Im Play-off ließen die Donaufelder den Telfs Patriots keine Chance. Nun fiebert der ganze Verein dem absoluten Saisonhighlight entgegen. "Für uns ist der Einzug in den Austrian Bowl etwas ganz Besonderes", erklärte Hönig, und forderte im gleichen Atemzug die Konzentration auf das Wesentliche: "Wir versuchen das aber noch beiseite zu schieben. Im Endeffekt müssen wir uns den letzten Sieg noch einmal verdienen."

Den Finaleinzug des AFL-Teams der Vikings kann man in Anbetracht der Umstände vor Saisonbeginn durchaus als "überraschend" einstufen. Head Coach Ivan Zivko stand aufgrund der Abwanderung vieler Spieler in die ELF vor der großen Herausforderung, aus vielen neuen, jungen Akteuren eine Einheit zu formen. Dieses Vorhaben gelang auf Anhieb, die Wikinger akklimatisierten sich rasch in der Liga. Mit 7:3-Siegen qualifizierte sich das Team als Dritter für die Play-offs und buchte im Anschluss durch einen Auswärtserfolg bei den Prague Black Panthers das Ticket für das Finalspiel. "Dass es letztlich für die Austrian Bowl gereicht hat, ist ein Riesen-Erfolg und das wollen wir auch mitnehmen. Gerade für unsere jungen Spieler ist das eine große Sache", erklärte Zivko, der jahrelang als Chefcoach bei den Dragons aktiv war.

Dragons in Favoritenrolle

Die Favoritenrolle im Vorfeld des Finalspiels tendiert in Richtung der Dragons. Diese Meinung vertraten auch beide Head Coaches. "Wenn man den Record und die Spieler ansieht, sehe ich ein gewisses Übergewicht bei den Dragons", betonte Zivko. Sein Gegenüber Hönig räumte dem eigenen Team im Vorfeld leichte Vorteile ein, bekräftigte aber auch, dass in einem Spiel immer alles passieren könne.

Die Begegnung der beiden Finalisten im Grunddurchgang war von zwei stark aufspielenden Offensiven geprägt. In einem sogenannten "high scoring game" behielten die Dragons am Ende mit 57:42 die Oberhand. Beide Trainer erwarten für das Duell am Samstag ähnliche Charakteristiken. "Es treffen die beste und die zweitbeste Offense der Liga aufeinander. Es ist sicher ein guter Guess, wenn man sagt, dass in diesem Spiel viele Punkte fallen werden", blickte Dragons-Coach Hönig voraus. Sein Gegenüber Zivko ging von einem ähnlich guten und attraktiven Duell wie in der Regular Season aus.

Bevor die Dragons und die Vikings am Samstag um den Titel kämpfen, duellieren sich um 15:00 Uhr die Prague Black Panthers und die Telfs Patriots im Spiel um Platz drei.

Jeffries Liga-MVP, Kleinhansl Coach des Jahres

Bereits im Vorfeld der Finalspiele wurden die ersten Ehrungen bekanntgegeben. Dragons-Quarterback Chad Jeffries wurde zum Liga-MVP gekürt. Nico Hrouda, der 19-jährige Quarterback der Vikings, erhielt die Auszeichnung zum "Youngster of the Year". Offensive-MVP ist der US-amerikanische Running Back Devontae Jordan (Vienna Vikings), Defensive-MVP Hugo Dyrendahl (Defensive Line, Telfs Patriots). Über den Titel "Coach of the Year" durfte sich Telfs-Head Coach Nick Kleinhansl freuen.

Das Duell um den Austrian Bowl findet ebenso wie das Spiel um Platz drei in der St. Pöltener NV Arena statt. Der Veranstalter rechnet mit vier- bis fünftausend Besuchern. Im Vorjahr musste das Finale kurzerhand von der niederösterreichischen Landeshauptstadt ins Innsbrucker Tivoli Stadion verschoben werden, da sich der Rasen in einem äußerst schlechten Zustand befand. Dieses Problem stellt sich heuer nicht. "Der Rasen ist besser als je zuvor", gab Seyrl Auskunft. Einem spannenden und würdigen Finale dürfte also nichts mehr im Wege stehen.

Quelle: Agenturen / mpa