APA - Austria Presse Agentur

Hartberg verliert Erfolgstrainer Schopp an Barnsley

29. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Markus Schopp macht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und verlässt den Fußball-Bundesligisten TSV Hartberg nach drei erfolgreichen Jahren Richtung England. Der 47-Jährige unterschrieb beim englischen Zweitligisten Barnsley FC einen Dreijahresvertrag und reiht sich beim Traditionsclub (gegründet 1887) vom Norden Englands in eine mittlerweile illustre Trainerriege mit Bundesliga-Erfahrung ein. Hartberg will einen Nachfolger sehr bald präsentieren.

"Es freut mich sehr, dass ich künftig bei so einem traditionsreichen Verein arbeiten kann und bin schon gespannt auf die neue Herausforderung", sagte Schopp in einer Aussendung seines Managements. Der ehemalige ÖFB-Teamspieler und Italien-Legionär bedankte sich bei seinen Wegbegleitern in Hartberg. "Es war eine unvergessliche Zeit."

Beim Championship-Club wurde Schopp als Jugendförderer und Mannschaftsentwickler vorgestellt. Der in der Bundesliga praktizierte Fußball dürfte den dortigen Verantwortlichen gefallen. Vor Schopp schwangen schon der ehemalige WAC-Trainer Gerhard Struber und LASK-Coach Valerien Ismael dort das Zepter. Unter Ismael verpasste der ambitionierte Club zuletzt nur knapp den Aufstieg in die Premier League, der Franzose wechselte mit guten Referenzen um 2,3 Millionen Euro zum Oberhaus-Absteiger West Bromwich Albion.

Schopps Ausstiegsklausel, die dem Vernehmen nach 350.000 Euro betragen soll, war für die Engländer keine Hürde. Schopp, der vor seinem Hartberg-Engagement als Trainer der zweiten Mannschaft von Sturm Graz oder als Co-Trainer in St. Pölten tätig war, trifft auf eine eine junge Mannschaft, die altersmäßig von den beiden Österreichern Michael Sollbauer (31) und Dominik Frieser (27) angeführt wird.

Die Ausstiegsklausel hatte sich Schopp, der Hartberg während seiner dreijährigen Tätigkeit bis in den Europacup brachte, zuletzt bei seiner Vertragsverlängerung "ausbedungen", wie Hartberg-Sportchef Erich Korherr der APA erzählte. "Dem müssen wir Folge leisten, auch wenn es in dieser Zeit - mitten in der Vorbereitung - schwer ist."

Der Abschied sei "sehr schade und bedauerlich", meinte Korherr, der Zeitpunkte eben "absolut ungünstig". Gleichsam betonte man in der Oststeiermark, dass man "sicher relativ schnell - noch vor dem Wochenende - einen neuen Trainer präsentieren" werde. "Wir haben Ideen und sind in Gesprächen mit möglichen Kandidaten", sagte Korherr.

Ein Kandidat ist Lafnitz-Trainer Philipp Semlic. Dazu meinte Korherr: "Uns ist natürlich nicht verborgen geblieben, welch gute Arbeit er in Lafnitz macht. Er gehört zum interessanten Kreis." Aus Lafnitz hieß es, man werde dem erst unlängst bis 2023 verlängerten Trainer bei einer gewissen Ablösesumme keine Steine in den Weg legen. Eine Anfrage habe es bisher aber nicht gegeben.

Dann gibt es auch noch Kurt Russ, der seit einigen Monaten als Hartbergs eiserne Cheftrainer-Reserve als Co-Trainer beim Verein tätig ist. Ob der langjährige Kapfenberg-Trainer Russ nun zum Chef aufsteigen wird, wollte Korherr nicht sagen. Fix ist: Es wird externer Ersatz gesucht. "Wir haben ja kaum noch Trainer", schnaufte Korherr. Laut ihm nimmt Schopp auch Co-Trainer Alexander Marchat mit auf die Insel.

Quelle: Agenturen